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«Big Fish» taucht in die Probephase ein

2020 bringt die Theatergruppe Eigägwächs das moderne Märchen «Big Fish» auf die Bühne des Theaters Uri. Die Musical-Familie hat sich zum Probestart getroffen, um Einblicke in das ambitionierte Vorhaben von Regisseur Rolf Sommer zu erhalten.
Remo Infanger
Gespannt verfolgen die Darsteller Rolf Sommers Erklärungen zum Modell der geplanten Theaterbühne. (Bild: Remo Infanger, Altdorf, 12. März 2019)

Gespannt verfolgen die Darsteller Rolf Sommers Erklärungen zum Modell der geplanten Theaterbühne. (Bild: Remo Infanger, Altdorf, 12. März 2019)

Der Startschuss ist gefallen, die Rollen sind verteilt. Dem neuen Broadway-Musical «Big Fish» der Theatergruppe Eigägwächs steht nichts mehr im Weg. Vorerst bleibt der Bühnenvorhang aber noch zu, denn die rund 20 Sprechrollen müssen zunächst einstudiert und koordiniert werden. Zusammen mit dem Ensemble stehen mehr als 50 Mitwirkende auf der Bühne.

Gestartet hat die Probephase am vergangenen Dienstagabend in der Mehrzweckhalle beim Dätwyler Areal. «Heute schreiben wir ein neues Kapitel in unserer Theatergruppe», begrüsst Marco Schnüriger, Mitglied des Kreativ-Teams, die zahlreich erschienene Eigägwächs-Familie. Noch sind es gut zehn Monate bis zur ersten Aufführung. Doch die Zeit vergehe bekanntlich wie im Flug, weshalb der Puls des einen oder anderen Schauspielers beim Gedanken an die Premiere vielleicht schon jetzt steigen möge.

Nach Debüt treten Riesen und Meerjungfrauen auf

«‹Big Fish› ist ein modernes Märchen mit Riesen, Meerjungfrauen und Werwölfen, bei dem eine Vater-Sohn-Beziehung im Zentrum steht», verrät Rolf Sommer. Der Urner Schauspieler und Musicaldarsteller sitzt für das Stück wieder auf dem Regiestuhl, nachdem er mit «Pippin» im vergangenen Jahr erfolgreich sein Debüt als Eigägwächs-Regisseur gab.

Das noch junge Musical basiert auf dem gleichnamigen Film von Tim Burton, der 2003 im Kino anlief. Das daraus geschriebene Theaterstück aus der Feder von John August debütierte 2013 in New York am Broadway.

«Für unsere Adaption haben wir das Stück stark ‹entamerikanisieren› müssen», erklärt Sommer. «Wir haben lange überlegt, ob wir das Theaterstück komplett ‹einschweizern› wollen, haben uns aber dagegen entschieden, damit es zeit- und ortsunabhängig bleibt», so Sommer. Dennoch werde in Dialekt gesprochen.

Zum Probestart hat sich die ganze «Eigägwächs-Familie» versammelt. (Bild: Remo Infanger, Altdorf, 12. März 2019)

Zum Probestart hat sich die ganze «Eigägwächs-Familie» versammelt. (Bild: Remo Infanger, Altdorf, 12. März 2019)

Dass die bunt zusammengewürfelte Gruppe aus Theaterbegeisterten schon jetzt harmoniert, bewies sie beim spielerischen Aufwärmen zum Probestart. Passend zum Titel des Musicalstücks gab es Koordinationsübungen zu meistern, bei dem die Darsteller einen grossen, stets bewegenden Fischschwarm bildeten – ohne dass sich die einzelnen Mitglieder der Theatergruppe in die Quere kommen.

Darunter auch Noemi Auf der Maur. Sie spielt Sandra in den jungen Jahren, die spätere Frau des Protagonisten Edward. Für Eigägwächs steht die 19-jährige Altdorferin zum ersten Mal auf der Bühne, konnte aber bereits im Kollegitheater schauspielerische Erfahrungen sammeln. «Als ich vergangenes Jahr ‹Pippin› gesehen habe, hat mich das Musical sofort gepackt und total begeistert», erinnert sich die Medizinstudentin. «Von dort an habe ich gewusst, dass ich ebenfalls Teil des Eigägwächs-Projekts sein möchte.» Im Rampenlicht zu stehen, bereite ihr keinen Kummer, da sie beispielsweise auch mit der Band Colster auftritt.

Vor dem Singen hat die junge Altdorferin deshalb keine Angst. Doch im Musical ist eben noch mehr gefragt: «Die grösste Herausforderung für mich werden wohl die Tanzeinlagen, da ich diesbezüglich noch kaum Erfahrungen habe», gesteht Noemi Auf der Maur.

Verschiedene Zeitebenen fordern alle heraus

Bis zur Premiere wird sich das aber mit Sicherheit noch ändern, denn neben Rolf Sommer dürfen die Laiendarsteller auf das Know-how weiterer Experten zählen – darunter die Choreografin Jeanine Dinger, die bereits in Musicals, TV-Werbungen oder bei der Eröffnungszeremonie der Olympischen Sommerspiele in London ihr tänzerisches Können unter Beweis stellte. Das Bühnenbild übernimmt Josephine Enders aus Berlin und Karin Bulgheroni schaut als Kostümbildnerin, dass alle passend gekleidet sind. Für die musikalische Leitung ist Michel Truniger verantwortlich.

«Da das Stück in verschiedenen Zeitebenen spielt und einige Rollen deshalb in älteren und jüngeren Versionen zu sehen sind, gibt es Doppelbesetzungen», verrät Sommer. «Das stellt inszenatorisch eine spezielle Herausforderung dar, besonders für das Bühnen- und Maskenteam.» Man darf also gespannt sein, wenn es am 11. Januar nächsten Jahres heisst: «Bühne frei für ‹Big Fish›!»

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