BIKE: Walker gewinnt Silber

Nadia Walker holt zum dritten Mal Edelmetall an der Schweizer Meisterschaft. Auf der Marathon-Strecke in Evolène blieb sie nur hinter Ariane Kleinhans.

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Nadia Walker: «Es war eines meiner besten Rennen überhaupt.» (Bild Martin Platter)

Nadia Walker: «Es war eines meiner besten Rennen überhaupt.» (Bild Martin Platter)

red. Die Konkurrenz am Raid Evolénard, das gleichzeitig als Schweizer Meisterschaft galt, war beachtlich: Mit Esther Süss (Marathonweltmeisterin 2010, siebenfache Schweizermeisterin und Titelverteidigerin) und Ariane Kleinhans (Schweizer Meisterin 2013 und WM-Vierte 2015) starteten gleich zwei renommierte Profiathletinnen. Der Kampf um den Titel würde zweifelsfrei an ihnen beiden vorbeiführen. Umso ehrgeiziger tönte das Ziel der Urnerin Nadia Walker: ein Top-3-Platz.

Leaderin setzt sich früh ab

Die anspruchsvolle Strecke führte über 62,5 Kilometer und 2600 Höhenmeter. Unmittelbar nach dem Start (1370 Meter über Meer) folgte der rund sechs Kilometer lange Aufstieg zur Alp Arbey (2000 Meter). Nadia Walker startete fulminant und passierte den Kulminationspunkt nach rund 45 Minuten in der Spitzengruppe mit Ariane Kleinhans und Esther Süss. In der anschliessenden technisch anspruchsvollen Abfahrt setzte sich Kleinhans von ihren Konkurrentinnen ab. Im darauffolgenden Aufstieg nach L’Etoile (2250 Meter) distanzierte Nadia Walker die favorisierte Esther Süss und machte sich allein auf die Verfolgung der Leaderin. Die erste Zieldurchfahrt in Les Hauderes passierte Nadia Walker mit einem Rückstand von rund 2,5 Minuten auf Ariane Kleinhans. Esther Süss und die weiteren Verfolgerinnen Cornelia Hug und Florence Darbellay wiesen bereits einen Rückstand von mindestens drei Minuten auf.

Mental gut vorbereitet

In der zweiten Rennhälfte führte die Strecke auf die andere Talseite des Val d’Hérens, wo es innerhalb von 17 Kilometern rund 1500 Höhenmeter zu überwinden galt. Nadia Walker kannte die spezielle Topografie aus dem Vorjahr sowie vom Training. «Ich hatte mich mental gut auf diesen Streckenabschnitt eingestellt», so Walker. «Klar musste ich im obersten Teil richtig auf die Zähne beissen, kam aber zum Glück ohne grössere Krise durch.» Den Kulminationspunkt auf 2500 Metern über Meer passierte die Urnerin als Zweite. Der letzte Streckenteil mit der kniffligen Schlussabfahrt nach Les Haudères brachte im Klassement keine Veränderungen mehr mit sich. Ariane Kleinhans überquerte die Ziellinie als Erste. Nadia Walker folgte als Zweite und sicherte sich mit einem Vorsprung von 6 Minuten auf die Drittplatzierte Esther Süss ihre dritte Silbermedaille. Die weiteren Ränge belegten Cornelia Hug, Florence Darbellay und Andrea Ming.

«Die Schweizer Meisterschaft ist immer etwas Besonderes und dementsprechend ein Saisonhöhepunkt», sagt Walker. «Umso mehr freue ich mich über den Gewinn meiner dritten Medaille.» Sie habe einen hervorragenden Tag erwischt. «Es war eines meiner besten Rennen überhaupt.» Nun versuche sie sich möglichst gut zu erholen. «Dies geht mit der Silbermedaille in der Tasche um einiges leichter.» Bereits am kommenden Wochenende folgt das nächste Rennen der nationalen Bike-Marathonserie in Fribourg.