Bikesport
Linda Indergand brilliert auch in den Pyrenäen – ein Baum bereitet aber Probleme

Nur eine Woche nach der Top-Ten-Klassierung beim Weltcup in Lenzerheide hat die Urner Weltklassebikerin in Andorra im Short Track Spitzenergebnisse erbracht.

Josef Mulle
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Nur eine Woche nach dem denkwürdigen Heim-Weltcup dislozierte der Biker-Tross vergangenes Wochenende in die Pyrenäenrepublik Andorra. Wie schon auf der Lenzerheide erwartete die Athletinnen und Athleten eine Hitzeschlacht. Dazu stellte auch die hohe Lage von fast 2000 Metern über Meer eine besondere Herausforderung dar. Der Kurs in Vallnord ist zudem bekannt für seinen sehr staubigen Untergrund, mit vielen Steinen und Wurzeln durchsetzt.

So suchte Linda Indergand am Freitag beim Short Track vom Start weg die Flucht an die Spitze und machte sich im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Staub. Zusammen mit der späteren Siegerin und Landsfrau Alessandra Keller war die Urnerin bis kurz vor Rennende auf Podestkurs. Eine Tempoverschärfung von Keller, dazu die Aufholjagd der Holländerin Anne Terpstra und der Australierin Rebecca McConnell, konnte Indergand nicht mehr kontern, verteidigte aber den sehr guten vierten Tagesrang und damit einen Platz in der ersten Startreihe am Rennen vom Sonntag.

Reto Indergand fuhr aus der letzten Startreihe ein horrendes Tempo, was ihm gar bessere Rundenzeiten als dem späteren Sieger Mathias Flückiger (CH) einbrachte. Um Kräfte zu sparen, signalisierte die Teamleitung dem ungestümen Urner aber, Tempo herauszunehmen, da eine Klassierung unter den ersten 24 (dritte Startreihe im Cross-Country) nicht zu realisieren war.

Nicht unbedingt in die Strecke verliebt

Die Verhältnisse am Sonntag präsentierten sich mit erneutem Temperaturanstieg und vermehrter Staubbildung noch einmal extremer als an den vorangegangenen Wettkämpfen. Linda Indergand erwischte wiederum einen Topstart und konnte sich in den vordersten Positionen im Feld der Elite-Frauen einreihen. Der Urnerin, bekannt als eine der besten Technikerinnen im gesamten Frauenweltcup, passierte aber ein Missgeschick, das ihr in der Folge ein mögliches Spitzenresultat vereitelte.

«Es ist bekannt, dass ich in die Strecke von Andorra mit dem endlosen steilen Anstieg nicht unbedingt verliebt bin. Diesmal war es aber ein Baum, der nicht dort stehen sollte, wo ich gefahren bin. Aus dieser Sicht kann ich mit dem 13. Platz zufrieden sein», bilanzierte Linda Indergand den Auftritt in Vallnord mit einem Lachen.

Sturz bringt massive Schürfungen mit sich

Nichts zu lachen hatten die beiden Urner Reto Indergand und Fabio Püntener, die aus den hintersten Positionen des riesigen Männerfeldes das Rennen in Angriff nehmen mussten. «Die Staubentwicklung war so stark, dass sich die Fahrt teilweise wie im dichten Nebel anfühlte, wobei Wurzeln und Steine nicht mehr zu unterscheiden waren», so die Eindrücke von Reto Indergand.

Fabio Püntener hatte zudem einen Sturz zu beklagen, der ihm massive Schürfungen am Rücken und an den Beinen einbrachte. Dennoch zeigten beide mit imposanten Aufholjagden «Urnerische Härte», die mit den Klassierungen 33 für Indergand (Startnummer 65) und 58 für Püntener (Startnummer 100) belohnt wurden.

Fabio Püntener am Rennen in Andorra.

Fabio Püntener am Rennen in Andorra.

Bild: Armin M. Küstenbrück/PD (17. Juli 2022)