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«Bildmaschine» gewährt im Sasso San Gottardo einen einzigartigen Einblick

Im Sasso San Gottardo erhalten Gäste derzeit noch nie gesehene Eindrücke ins tiefste Innere des Urgebirges der Schweiz. Möglich macht dies eine 1,5 Tonnen schwere Kunstinstallation, die ihresgleichen sucht.
Paul Gwerder
Die Ausstellung «Reduit – die singende Bildmaschine» im Sasso San Gottardo thematisiert Geschichten und Mythen des Gotthards. (Bild: Paul Gwerder (30. Juni 2018))

Die Ausstellung «Reduit – die singende Bildmaschine» im Sasso San Gottardo thematisiert Geschichten und Mythen des Gotthards. (Bild: Paul Gwerder (30. Juni 2018))

«Reduit – die singende Bildmaschine», die im Sasso San Gottardo zu sehen ist, ist mit 4,5 Meter Höhe, 7 Meter Breite und 1,5 Tonnen Gewicht gewaltig. Sieben Bildflügel verschiedener Grösse und lebensgrosse Statuen erzählen die Geschichte, die vom Zürcher Künstler Tullio Zanovello kreiert und gemalt wurde.

Angetrieben von zwölf Motoren bewegt die «Bildmaschine» wie von Geisterhand Gemälde mit Szenen von Geschichten des Gotthards, von der Teufelssage bis zum legendären Reduit. Das weltweit einzigartige Werk wird von Musik begleitet, die der Künstler selbst komponiert hat und von der Sing Akademie Zürich mit dem Berner Kammerorchester aufgenommen wurde.

Gastarbeitersohn sieht Parallelen zur Teufelssage

«Nach der ersten Anfrage zu einer Ausstellung an diesem Platz sagte ich Nein», hielt Zanovello an der Vernissage vom Samstag, 30. Juni, fest. Danach habe er aber trotzdem zugesagt. «Weil ich verliebt war in die Schweiz.» Hier seien die Wiesen und Wälder immer saftig grün gewesen im Gegensatz zu Italien mit seinen sonnenverbrannten Feldern. Dies sei im aufgefallen, wenn er von seinen Grosseltern aus Bergamo zurückkam. «Als Sohn eines Gastarbeiters musste ich mich demselben Konflikt stellen, wie einst die Urner in der Sage von der Teufelsbrücke: Was bin ich bereit, für die Erreichung meiner Ziele zu bezahlen?», so Zanovello. Dieser Frage geht die singende Bildmaschine nach und lässt die Betrachter die Bilder nicht nur bestaunen, sondern auch hören. Insgesamt drei Jahre brauchte Zanovello, um das Werk so zu gestalten, wie die Menschen es jetzt sehen können. Entstanden ist eine faszinierende Inszenierung rund um die Geschichten und Mythen des Gotthards, die neben der berühmtesten Sage der Schweiz auch die Beziehung des Menschen zum Teufel und sich selbst thematisiert.

Regierungsrat Beat Jörg stellte in seiner Rede fest, dass Urner mit der Verkehrsgeschichte eng geprägt sind. Aus Sicht des Bildungsdirektors thematisiert der Künstler hier eine der grössten Geschichten, die der Kanton Uri zu erzählen hat.

«Innerlich aufgewühlt und gefangen gehalten»

«Ich bin zutiefst beeindruckt von dem, was ich hier soeben gesehen habe», sagte Ständerat Josef Dittli nach der Vernissage. «Es hat mich irgendwie innerlich aufgewühlt und gefangen gehalten.»

Begeistert zeigte sich auch der Tessiner Nationalrat Norman Gobbi. In der ehemaligen Gotthardfestung fänden sowohl die Tessiner als auch die Urner die Wurzeln ihres Landes. «Dank den Urnern, die immer über den Pass zu uns kamen, haben wir heute den Schweizerpass und nicht den Italienischen», fügte Gobbi schmunzelnd hinzu.

Ständerat Filippo Lombardi stimmte zu: «Der Gotthard hat immer eine zentrale Rolle gespielt. Zuerst kam der Eisenbahntunnel, dann der Strassentunnel, dem bald die zweite Röhre folgen wird und danach die Neat.» Damit die Vernissage nicht so langweilig und wortlastig wird wie andere, stimmte Lombardi kurzerhand in die Ambri-Hymne, «La Montanara» ein.

Weitere Informationen zur Ausstellung gibt es unter www.sasso-sangottardo.ch

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