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BILDUNG: Rat stellt sich gegen Unterricht zu Hause

Der Urner Erziehungsrat hält wenig davon, Schüler zu Hause unterrichten zu lassen. Er empfiehlt, dass die Kinder wenn immer möglich in die Schule gehen. Gegen Privatschulen hat das Gremium hingegen nichts.
Matthias Stadler
Beat Jörg, Urner Bildungsdirektor. (Bild: Florian Arnold)

Beat Jörg, Urner Bildungsdirektor. (Bild: Florian Arnold)

Matthias Stadler

matthias.stadler@urnerzeitung.ch

Die meisten Schüler würden kaum Nein dazu sagen: länger ausschlafen, keine strengen Lehrer, mühsame Prüfungen passé. Doch der Unterricht zu Hause hat einen schweren Stand, bis anhin wurde im Kanton Uri laut dem Erziehungsrat noch nie ein entsprechendes Gesuch bewilligt. Ein nun veröffentlichter Bericht greift das Thema auf, weil bis anhin klare Kriterien fehlten. Eine Projektgruppe hat den Bericht erarbeitet, der Erziehungsrat hat ihn gutgeheissen.

Der Unterricht zu Hause – im Jargon «Homeschooling» genannt – soll laut dem Papier auch in Zukunft nicht gestärkt werden. «Homeschooling ist potenziell verbunden mit einer starken Gefährdung der Chancengerechtigkeit und mit weiteren Problemlagen bei der Förderung der Kinder», heisst es im Bericht. Eine Bewilligung für Unterricht zu Hause soll gemäss dem Erziehungsrat nur in Einzelfällen erteilt werden und nur, «wenn das Kindeswohl im Zentrum steht. Auf keinen Fall soll Homeschool­ing auf Druck der Eltern oder aufgrund irgendwelcher ideologischer Begründungen bewilligt werden.»

Der Urner Bildungsdirektor Beat Jörg erklärt, dass es heute ein Trend sei, die Kinder zu Hause zu beschulen, weil die Eltern mit der öffentlichen Schule oft nicht mehr einverstanden seien. «Wir gehen aber davon aus, dass dies nicht der richtige Weg ist, um Probleme der Kinder schulisch aufzufangen.» Er fügt an: «Mit Homeschooling soll die Tür nicht geöffnet werden, wir wollen den Unterricht zu Hause weiterhin restriktiv handhaben.»

25 Urner Schüler besuchen Privatschulen

Der Erziehungsrat hat aber nicht nur den Unterricht zu Hause unter die Lupe genommen, sondern auch Privatschulen. Ähnlich wie beim Unterricht zu Hause seien für Privatschulen bis anhin kaum klare Kriterien für Bewilligungen definiert worden. «Die Handhabung von Privatschulen ist von Kanton zu Kanton unterschiedlich», heisst es im Bericht. Im vergangenen Schuljahr hätten 25 Urner Schüler im Volksschulbereich eine ausserkantonale Privatschule besucht. Und in Kürze nimmt die erste Privatschule im Kanton Uri ihren Betrieb auf (siehe Kasten). Dies und weitere Anfragen waren laut Beat Jörg auch der Grund, weshalb überhaupt ein Bericht verfasst wurde. Der Erziehungsrat schreibt, dass Privatschulen «durchaus eine Bereicherung für die Bildungslandschaft im Kanton Uri» sein können. Deren Gründung soll daher strukturell begünstigt werden. Die Qualität der Schulen müsse aber solid geprüft werden. Bildungsdirektor Beat Jörg ergänzt: «Wir wollen damit signalisieren, dass es im Kanton Uri möglich ist, Privatschulen zu eröffnen, wenn die Vorgaben erfüllt sind.»

Privatschulen sollen vom Kanton nicht finanziell unterstützt werden. Es wird aber vorgeschlagen, dass dieselben Schuldienste kostenlos zur Verfügung stehen wie der öffentlichen Schule, also etwa der schulpsychologische Dienst oder schulärztliche Dienste. Der Bericht ist bis Ende Oktober in der Vernehmlassung.

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