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BILDUNG: Stossrichtung bezüglich Homeschooling: Breite Zustimmung, aber auch Kritik

Homeschooling soll nur in Einzelfällen bewilligt werden. Für Privatschulen gibt es keine finanzielle Unterstützung. Die Stossrichtung der Regierung wird zwar grossmehrheitlich begrüsst, aber nicht ganz von allen.
Bruno Arnold und Markus Zwyssig
In anderen Kantonen – hier in Zürich – ist Homeschooling längst gang und gäbe. (Bild: Keystone/Gaetan Bally (Zürich, 12. Mai 2009))

In anderen Kantonen – hier in Zürich – ist Homeschooling längst gang und gäbe. (Bild: Keystone/Gaetan Bally (Zürich, 12. Mai 2009))

Bruno Arnold und Markus Zwyssig

redaktion@urnerzeitung.ch

Der Erziehungsrat hat im vergangenen Herbst eine Vernehmlassung zur Bewilligungspraxis von Homeschooling und Privatschulen in Uri durchgeführt. Die vorgenommene Auswertung der Stellungnahmen zeigt nun, dass die Vorschläge des Erziehungsrats auf breite Zustimmung stossen. Beim Homeschooling soll die bisher restriktive Bewilligungspraxis, basierend auf Artikel 27 des Schulgesetzes und Artikel 17 der Schulverordnung (siehe Box), weitergeführt werden. Eine Bewilligung soll nur in Einzelfällen erteilt werden und nur, wenn das Kindeswohl im Zen­trum steht.

Es gab in der Vernehmlassung aber auch kritische Stimmen. «Homeschooling stehen wir sehr kritisch gegenüber», schreibt etwa der Schulrat Flüelen. «Der Grat zum Non-Schooling ist zu schmal, und Privatschulen: Ja, aber bitte mit Kon­trolle.» Zudem war auch für die Vereinigung Schulleiterinnen und Schulleiter Uri die Stossrichtung nicht richtig.

Jörg: «Chancengerecht und ohne Ausgrenzung»

Bei den Privatschulen soll die Gründung von Institutionen strukturell begünstigt werden. «Die Qualität einer Privatschule muss aber im Rahmen eines klar definierten Bewilligungsverfahrens solid geprüft werden», schreibt die Regierung in einer am Donnerstag veröffentlichten Medienmitteilung. «Damit die Chancengerechtigkeit gewahrt bleibt und damit keine Ausgrenzung gefördert wird, dürfen die Anforderungen an eine Privatschule nicht zu tief angesetzt werden», sagt Bildungsdirektor Beat Jörg. Das vom Erziehungsrat empfohlene Finanzierungsmodell, wonach Privatschulen keine finanzielle Unterstützung durch den Kanton erhalten, wohl aber dieselben Schuldienste wie die öffentliche Schule kostenlos nutzen dürfen, wird von den Vernehmlassungsteilnehmern klar begrüsst. Dazu zählen etwa der schulpsychologische Dienst oder die Berufswahlvorbereitung auf der Oberstufe.

«Um die vom Erziehungsrat vorgeschlagenen und von der Vernehmlassung gestützten Stossrichtungen zu Privatschulen und Homeschooling konkret umsetzen zu können, ist keine Anpassung von Schulgesetz und Schulverordnung erforderlich», betont die Regierung.

Begriff Homeschooling explizit erwähnen

Gleichwohl habe die Vernehmlassung gezeigt, dass es einige Änderungswünsche gebe, die als Pendenz in eine zu gegebener Zeit noch folgende grundlegendere Revision des Schulgesetzes und der Schulverordnung einfliessen können. So wurde etwa gefordert, den Begriff Homeschooling explizit aufzuführen. Bisher ist dies nicht der Fall. «Das Schulgesetz soll aber so oder so in den nächsten Jahren überarbeitet werden», sagt Jörg. In diesem Zusammenhang werde man auch veraltete Begriffe anpassen. Aufgrund der Vernehmlassung hat der Erziehungsrat das Amt für Volksschulen nun beauftragt, den Leitfaden «Anerkennung von Privatschulen im Volksschulbereich» zu bereinigen und diesen dem Erziehungsrat im Frühling 2018 zum Beschluss vorzulegen.

«In den vergangenen Jahren haben in Uri die Anfragen im Bereich Privatschulen und Homeschooling zugenommen», bestätigt Beat Jörg. In den gesetzlichen Grundlagen wird dieser Bereich zwar mehrmals erwähnt; es sind indes keine genauen Abläufe oder klare Kriterien für eine Bewilligung definiert. Aus diesem Grund hatte der Erziehungsrat eine Projektgruppe beauftragt, die offenen Fragen zu behandeln und einen entsprechenden Bericht zu erarbeiten.

Die Vernehmlassung zum betreffenden Bericht dauerte von August bis Ende Oktober 2017. Eingeladen, eine Stellungnahme abzugeben, wurden Schulräte, Gemeinderäte, der Verband der Schulleiter und der Verein Lehrerin und Lehrer Uri (LUR), die Vereinigung Schulleiterinnen und Schulleiter (VSL) sowie die Urner Parteien. Der grösste Teil der eingeladenen Teilnehmer zur Vernehmlassung hat geantwortet. Eine relativ geringe Beteiligung ist einzig bei den Gemeinden auszumachen. So haben nur zehn Gemeinderäte geantwortet.

Hinweis
Der Bericht zur Auswertung der Vernehmlassung zu Privatschulen und Homeschooling ist auf der Website des Kantons Uri verfügbar:www.ur.ch/ Aktuelles / Vernehmlassungen.

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