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BILDUNG: Urner Erziehungsrat will neues Schulfach Medien und Informatik

Ab dem Schuljahr 2019/20 soll an den 5. und 6. Primarklassen in Uri das neue Fach Medien und Informatik unterrichtet werden. Jetzt ist die Vernehmlassung angelaufen.
Bruno Arnold
Digitale Hilfsmittel sind auch aus dem heutigen Schulalltag kaum mehr wegzudenken. (Bild: Philipp Schmidli (Meggen, 31. August 2017))

Digitale Hilfsmittel sind auch aus dem heutigen Schulalltag kaum mehr wegzudenken. (Bild: Philipp Schmidli (Meggen, 31. August 2017))

Bruno Arnold

bruno.arnold@urnerzeitung.ch

Medien und Informatik wird in vielen Kantonen heute schon ab der 5. Primarklasse als eigenes Fach unterrichtet. Nun will Uri nachziehen. An der Sitzung vom 31. Mai hat der Erziehungsrat beschlossen, ab dem Schuljahr 2019/2020 in der 5. und 6. Klasse je eine Wochenlektion für Medien und Informatik in der Stundentafel vorzusehen.

Aufgrund dieses Beschlusses hat das Amt für Volksschulen Uri den Bericht «Medien und Informatik – Fach ab der 5. Klasse» erarbeitet. An der Sitzung vom 27. September wurde er vom Erziehungsrat zustimmend zur Kenntnis genommen. Jetzt hat die Bildungsdirektion im Auftrag des Erziehungsrats die Vernehmlassung zum geplanten Vorhaben eröffnet. Sie dauert bis am 17. November 2017. Danach wird die Bildungsdirektion die Stellungnahmen auswerten, damit der Erziehungsrat anschliessend über die Einführung des Fachs Medien und Informatik beschliessen kann.

Auf gesellschaftliche Bedürfnisse reagieren

Digitale Hilfsmittel wie Computer, Laptop, Notebook, Tablet, Mobiltelefon et cetera sind aus dem heutigen Alltag kaum mehr wegzudenken. «Ein kompetenter Umgang ist längst nicht mehr nur im beruflichen Umfeld eine wichtige Voraussetzung», schreibt die Bildungsdirektion Uri in einer gestern veröffentlichten Medienmitteilung. «Auch im Verein, in der Familie und mit Freunden – überall wird digital kommuniziert und kooperiert.»

Zwar sei die Volksschule zur Vermittlung des Wissens nicht auf die digitalen Medien angewiesen. Sie müsse aber auf die Bedürfnisse der Gesellschaft reagieren. «Die Volksschule hat den Auftrag, die Schülerinnen und Schüler auch auf diesen Lebensbereich vorzubereiten und einen zweckmässigen und verantwortungsvollen Umgang mit den neuen Medien aufzuzeigen», heisst es in der Mitteilung.

Die Schüler im Kanton Uri besuchen im Vergleich zu den umliegenden Kantonen insgesamt weniger Wochenlektionen. Der Erziehungsrat sei nun zur Überzeugung gelangt, dass es auch in Uri bereits ab der 5. Klasse ein Zeitgefäss für die Umsetzung des Modullehrplans Medien und Informatik brauche. Zu diesem Zweck soll die Stundentafel in der 5. und 6. Klasse ab 2019/20 von 29 auf 30 Wochenlektionen erhöht werden (siehe auch Box).

«Da viele der im Modullehrplan beschriebenen Kompetenzen komplett neu sind, ergibt sich bei den Lehrpersonen ein beachtlicher Weiterbildungsbedarf», heisst es im Vernehmlassungsbericht. «Die Weiterbildung soll aber nicht im Giesskannenprinzip über die ganze Lehrerschaft erfolgen, sondern bedarfsgerecht gemäss den Vorkenntnissen der Lehrperson.» Bei einer Lösung mit einem eigenen Fach Medien und Informatik könnten die Weiterbildungsressourcen noch gezielter eingesetzt werden, da nicht alle auf dieser Stufe unterrichtenden Lehrpersonen die komplette Nachqualifikation machen müssten.

Zusätzliche Kosten von 200 000 Franken

Gemäss Vernehmlassungsbericht und basierend auf einer Berechnung mit total 42 Abteilungen würden sich die zusätzlichen Kosten auf knapp 200 000 Franken pro Jahr belaufen. Bei den Gemeinden dürften logischerweise unterschiedlich hohe Kosten pro Jahr anfallen. Um einige Beispiele zu nennen: In Spiringen, Unterschächen, Seelisberg oder Isenthal (je eine Abteilung) müsste man mit zusätzlichen Kosten von rund 4750 Franken rechnen. In Altdorf mit neun Abteilungen wären es 42750 Franken, in Schattdorf mit fünf Abteilungen 23750 Franken, in Bürglen, Erstfeld und an der Kreisprimarschule Seedorf mit je vier Abteilungen 19000 Franken.

«Gemäss der aktuellen Finanzierung der Bildungskosten im Volksschulbereich übernimmt der Kanton Uri rund ein Drittel via Schülerpauschale. Diese passt sich den Kosten der Vorjahre an. Hier sind die Kosten für das Fach Medien und Informatik eingeschlossen», heisst es im Vernehmlassungsbericht weiter.

Hinweis

Der Vernehmlassungsbericht zu Medien und Informatik ist auf www.ur.ch/Aktuelles/Vernehmlassungen verfügbar.

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