BIOMASSE-KRAFTWERK: Die Gemeindewerke steigen definitiv aus

Die Gemeindewerke Erstfeld beteiligen sich nicht am Biomasse-Kraftwerk Altdorf. Dafür werden alternative Heizsystem und erneuerbare Energieträger gefördert.

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Strampeln zum Jubiläum: Das Elektrizitätswerk Erstfeld feierte 2006 sein 75-Jahr-Jubiläum und setzt weiterhin auf erneuerbare Energie. (Archivbild Bruno Arnold/Neue UZ)

Strampeln zum Jubiläum: Das Elektrizitätswerk Erstfeld feierte 2006 sein 75-Jahr-Jubiläum und setzt weiterhin auf erneuerbare Energie. (Archivbild Bruno Arnold/Neue UZ)

Die Green Power Uri AG (Hauptaktionär: EW Altdorf) realisiert in Altdorf das erste Urner Biomasse-Kraftwerk. Das EWA investiert dafür zusammen mit seinen Partnern rund 5 Millionen Franken. Pro Jahr soll das Werk aus rund 5000 Tonnen Küchen- und Gartenabfällen Strom, Wärme und Dünger produzieren.

Zu wenig Grüngut für die Anlage
Am 30. November 2006 hatten die Gemeindewerke Erstfeld, das EW Ursern und das EW Altdorf AG eine Absichtserklärung für die Realisierung eines gemeinsamen Projektes zur Verwertung des Grüngutes der Einwohner und von Speiseabfällen der Gastrobetriebe unterzeichnet. Damit wollten die drei Unternehmen vermeiden, dass einzelne Projekte parallel vorangetrieben würden.

Die Gemeindewerke Erstfeld beteiligen sich nun aber definitiv nicht an der Green Power Uri AG. «Seit 2006 hat sich die Sachlage in Sachen Grüngut derart verändert, dass die Wirtschaftlichkeit aus Sicht des Elektrizitätswerks Erstfeld nicht mehr gegeben ist», schreibt der Verwaltungsrat in einer Medienmitteilung. Ursprünglich sei von einer 4000-Tonnen-Anlage als minimale Grösse die Rede gewesen, um noch eine Wirtschaftlichkeit zu erzielen. Nun werde eine 5000-Tonnen-Anlage realisiert. Aktuelle Zahlen der Grüngutsammlungen ergäben, dass im Kanton Uri jährlich eine Menge von 1500 bis maximal 2500 Tonnen anfallen werde.

Alternative Heizsysteme und erneuerbare Energieträger
Erstfeld sei seit acht Jahren Energiestadt und verfolge seit jeher eine effiziente und nachhaltige Energiepolitik. «Der Entscheid der Werksverantwortlichen mag zwar auf den ersten Blick eine andere Sprache sprechen», heisst es in der Mitteilung weiter. «Aber auch wenn sich das EW Erstfeld dem Grundsatz einer nachhaltigen ökologischen Energiepolitik verschrieben hat, soll dies nicht um jeden Preis geschehen.»

Statt sich an der Green Power Uri AG zu beteiligen, will das Elektrizitätswerk Erstfeld vermehrt die Nutzung alternativer Heizsysteme und erneuerbarer Energieträger fördern.

Bruno Arnold

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Urner Zeitung.