BIOTOP WEIDBACH: Firma setzt den Kanton Uri unter Druck

Die Seedorfer Emil Gisler AG macht Druck. Sie fordert von der Regierung verbindliche Zusagen. Andernfalls denkt sie an eine Verlegung des Produktionsstandorts.

Drucken
Teilen
Die Firma Gisler AG möchte auf dem Gebiet des Biotops Weid in Seedorf (graue Fläche) zusätzliche Infrastrukturanlagen bauen. (Bild pd)

Die Firma Gisler AG möchte auf dem Gebiet des Biotops Weid in Seedorf (graue Fläche) zusätzliche Infrastrukturanlagen bauen. (Bild pd)

Die SVP Seedorf fährt mit der Regierung hart ins Gericht: «Seit einem Jahr ersucht die Firma Emil Gisler AG (Gipo-Produkte) den Kanton, das Biotop Weidbach in Seedorf zu verlegen, um das Werkareal erweitern zu können. Leider bis heute ohne Erfolg!» schreibt die Ortspartei.

Und: «Zeichnet sich nicht in Kürze eine Lösung ab, wird die Firma einen Produktionsstandort ausserhalb des Kantons suchen.» Die Emil Gisler AG stellt Steinbrechanlagen her und beschäftigt aktuell knapp 140 Mitarbeiter, unter ihnen 15 Lehrlinge.

«Sind sofort auf zusätzliche Flächen angewiesen»
«Um längerfristig planen und um konkurrenzfähig bleiben zu können, sind wir sofort auf zusätzliche Flächen für die Erstellung von Infrastrukturbauten angewiesen», erklärt Bruno Arnold-Gisler, Mitglied der Geschäftsleitung der Emil Gisler AG.

Die Emil Gisler AG möchte deshalb rund 9000 Quadratmeter östlich des heutigen Firmenareals erwerben, respektive jenes Gebiet überbauen, auf dem sich heute das Biotop Weidbach befindet. Verhandlungen mit dem Grundstückeigentümer (Kanton Uri) und der Trägerschaft des Biotops (Pro Natura Uri) sind seit knapp einem Jahr im Gange.

Umzonung und Ersatz
Damit die Firma bauen kann, muss die Fläche aber von der kommunalen Naturschutz- in die Gewerbezone umgezont werden. Die Umzonung ruft aber nach einer Totalverlegung des Biotops Weid. Justizdirektorin Heidi Z?graggen: «Eine Aufhebung des Biotops Weid oder ein weiterer Eingriff ist aus rechtlichen Gründen nur dann möglich, wenn wir gleichwertigen Ersatz schaffen.»

Der Regierungsrat sei «grundsätzlich für eine Totalverlegung» und deshalb auch beim zuständigen Bundesamt für Umwelt (Bafu) vorstellig geworden. Das Bafu hat sich in der Folge mit der von der Justizdirektion vorgeschlagenen Aufteilung der Ersatzflächen auf mehrere kleinere Biotope und mit der Beanspruchung von Waldflächen einverstanden erklärt.

Entscheid frühestens Ende Mai
«Obwohl unser Gesuch seit Mai 2007 bei der Regierung liegt, hat sie es nicht geschafft, innerhalb eines Jahres die nötigen Abklärungen für definitive Entscheide zu treffen, obwohl es dabei um die Sicherstellung von knapp 140 Arbeitsstellen geht», so Arnold. 

Nun sehe es so aus, als ob frühestens Ende Mai mit einem Entscheid zu rechnen sei. «Deswegen sind wir zum Handeln gezwungen. Die Firma trifft deshalb Abklärungen an anderen Standorten.»

Bruno Arnold

Den ausführlichen Bericht lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Urner Zeitung.