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BLASMUSIK: Der Sieger dirigiert im Lager

Sandro Blank hat den diesjährigen Schweizerischen Dirigentenwettbewerb gewonnen. In wenigen Wochen wird er rund 60 Urner Musikanten auf ein Abschlusskonzert vorbereiten.
Bruno Arnold
Sandro Blank anlässlich seines Auftritts beim Final des Schweizerischen Dirigentenwettbewerbs. Bild: Valentin Luthiger (Baden, 10. September 2016)

Sandro Blank anlässlich seines Auftritts beim Final des Schweizerischen Dirigentenwettbewerbs. Bild: Valentin Luthiger (Baden, 10. September 2016)

Vom 10. bis 15. Oktober 2016 geht ein weiteres Urner Kantonales Blasorchesterlager über die Bühne. Vieles wird gleich sein wie 2012 und 2014: die Philosophie der Ausbildungswoche, die Zusammensetzung des OKs, der Lagerort Näfels, aber auch ein Grossteil der Registerleiter und der Lagerteilnehmer. Erstmals wird aber Sandro Blank aus Luzern das Lagerorchester dirigieren. Der 29-jährige Musiker hat in Luzern und Basel Saxofon und Blasorchesterdirektion studiert. In den Urner Blasorchesterlagern 2012 und 2014 war er als Saxofon-Registerleiter mit dabei, beim Abschlusskonzert 2014 zusätzlich als Saxofonsolist.

Sandro Bank überzeugt hochkarätige Jury

Nach den beiden Urnern Michel Truniger und Philipp Gisler (2012 und 2014) wird mit Sandro Blank erneut ein Topmusiker das Lager in Näfels leiten. Vor wenigen Tagen hat Blank den Schweizerischen Dirigentenwettbewerb in Baden gewonnen (unsere Zeitung berichtete). Er überzeugte die hochkarätige Jury mit den beiden Schweizern Franco Cesarini und Rolf Schumacher sowie dem Holländer Jan de Haan «mit seinem eleganten Dirigierstil, einer ausgefeilten Probenmethodik und einer natürlichen Autorität». Jury-Präsident Franco Cesarini war nach dem Final voll des Lobes: «Sandro Blank hatte seine Auftritte jederzeit im Griff.» Insgesamt sei er etwas besser gewesen als seine beiden ebenfalls sehr qualifizierten Finalkonkurrenten, Daniele Giovannini und Boris Oppliger. Cesarini beschrieb Blank als «Persönlichkeit, die sich in natürlicher Weise durchsetzt». So sei ihm gelungen, in der Probe eine hundertprozentige Aufmerksamkeit des Orchesters zu erreichen. «Die Musikantinnen und Musikanten haben sofort auf seine Anweisungen reagiert», betonte Cesarini.

Sandro Blank, Sie sind der beste Schweizer Nachwuchsdirigent. Was bedeutet Ihnen dieser Titel?

Sehr viel, zumal er mit sehr hohem Aufwand verbunden war. Ich stand die letzten zwei, drei Wochen vor dem Wettbewerb total unter Strom, denn ich wollte die Vorbereitung so optimal und seriös wie nur möglich machen (siehe auch Box). Das ist das A und O für eine erfolgreiche Teilnahme am Schweizerischen Dirigentenwettbewerb. Nach einem 12- bis 13-Stunden-Arbeitstag mit Proben und Lektionen mit Schülern nochmals die Motivation aufzubringen, den Kopf während ein paar Stunden in die Partituren der möglichen Wettbewerbswerke zu stecken und alles detailliert durchzuarbeiten, das war wirklich nicht immer ganz einfach. Im Gegenteil: Es war eine grosse Herausforderung. Wenn man aber am Schluss siegt, ist dies natürlich ein sehr schöner Lohn.

Was bringt die Teilnahme an einem solchen Wettbewerb?

Ich habe im Verlaufe des Wettbewerbs Extremsituationen erlebt und dabei wahnsinnig viel gelernt. Du kennst kein einziges Orchester, und die Orchester kennen dich nicht. Im Halbfinal hat man zum Beispiel gerade mal 8 Minuten Zeit zum Proben vor Publikum, um eine Komposition mit dem unbekannten Korps einzustudieren. Das sind Situationen, die man sonst nie erlebt. Im Nachhinein muss ich sagen: Das waren wohl die 8 wichtigsten Minuten des Wettbewerbs. Es gilt hinzustehen und einfach im richtigen Moment das Richtige zu machen, auf die Musiker einzugehen, auf alle möglichen Situationen vorbereitet zu sein und gut hinzuhören, um etwas Tolles zu kreieren. Im Konzert in Echtzeit gilt es dann alles abzurufen, was du im Kopf hast. Das ist schon sehr speziell. Wenn man eine solche Situation übersteht, dann hilft einem das natürlich massiv weiter. Man weiss dann, dass man bereit ist.

Was ist eigentlich für Sie ein guter Dirigent?

Damit die Chemie stimmt, braucht es neben dem nötigen Fachwissen vor allem grosse Leidenschaft, Vertrauen zu den Musikern und Erfahrung. Trotz des in Baden gewonnenen Titels bin ich noch immer ein junger und unerfahrener Dirigent. Denn Fakt ist: Man hat nie ausgelernt. Man muss immer wieder versuchen, Neues zu lernen, von andern Musikern und Dirigenten zu lernen und einfach immer einen Schritt weiterzukommen.

Was können die Teilnehmer am Urner Blasorchesterlager 2016 von Preisträger Sandro Blank erwarten?

Ich bin der gleiche Sandro Blank wie im Lager 2014. Das heisst, ich werde mich auch auf das Lager 2016 vom 10. bis 15. Oktober in Näfels seriös vorbereiten und versuchen, das Optimum zu erreichen sowie meine besonderen Stärken auszuspielen.

Welches sind diese besonderen Stärken?

Ich kann Feuer entfachen, ob ich nun mit Profis oder mit ambitionierten Amateuren arbeite. Ein Musiklager ist diesbezüglich natürlich etwas ganz Besonderes. Die Teilnehmer kommen freiwillig, wollen möglichst viel lernen und bringen so einiges an Energie mit, die ich als Dirigent nutzen kann. Das sind wirklich optimale Voraussetzungen, um innert kurzer Zeit etwas Tolles zu kreieren.

Und dass nicht Profis, sondern Laien im Alter zwischen 15 und 69 Jahren mit sehr unterschiedlichem Können vor Ihnen sitzen, stellt kein Problem dar?

Nein, das ist mein tägliches Brot als Musiklehrer. Ich darf immer wieder – wie zuletzt am Dirigentenwettbewerb in Baden – mit sehr guten Musikern arbeiten, habe aber auch viel Erfahrung im Umgang mit jungen und eher unerfahrenen Musikanten. Deshalb kann ich auch relativ gut abschätzen, was innerhalb einer Woche möglich ist und was nicht, was man herausholen kann und wo die Grenzen sind. Wenn es mir gelingt, dass jeder in der Lagerwoche sein maximales Potenzial ausschöpft und vielleicht sogar über sich hinauswächst, dann habe ich mein Ziel erreicht.

Was heisst das genau?

Auch der beste Musikant darf im Lager nicht denken, er könne sich zurücklehnen und nach der Devise leben: «Bis dieser und jener einigermassen sattelfest ist, kann ich das Ganze längstens.» Auch der Profi soll von Anfang an versuchen, sein persönliches Maximum zu bringen. Das heisst: Von meinen Berufskollegen, die als Registerleiter tätig sind und am Abschlusskonzert in Seedorf mitspielen werden, erwarte ich professionellen Einsatz. Denn gerade sie sind als sehr gute Bläser und Perkussionisten äusserst wichtig. Sie können ihre Kollegen im Korps tragen, die Laien können sich an diesen Profis orientieren, wenn sie rhythmische oder technische Probleme haben. Tatsache ist: Ich freue mich schon jetzt riesig auf das Lager in Näfels – nicht nur, weil ich bereits sehr viele Teilnehmer kenne, sondern auch, weil ich weiss, dass die organisatorischen Abläufe klappen werden und alles bestens funktionieren wird. Die Besetzung ist nahezu optimal, uns fehlen höchstens noch zusätzliche Perkussionisten. Nicht zuletzt ehrt es mich natürlich, dass mich das OK bereits vor mehr als einem Jahr als musikalischen Leiter angefragt hat.

Hinweis

Das Abschlusskonzert des Urner Kantonalen Blasorchesterlagers mit Gastdirigent Sandro Blank findet am Samstag, 15. Oktober, 20 Uhr in der Mehrzweckhalle in Seedorf statt.

Bruno Arnold

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