Bogenparcours soll Gäste nach Seelisberg locken

Die Zusammenarbeit in der Tourismusregion Klewenalp erfordert neue Angebote. Seelisberg setzt dabei auf die Trendsportart Bogenschiessen. Doch der Bogenparcours kommt nicht bei allen im Dorf gut an.

Christoph Näpflin
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Bald soll auch in Seelisberg ein Bogenparcours für Gäste entstehen. (Bild: Christoph Näpflin, 3. September 2018)

Bald soll auch in Seelisberg ein Bogenparcours für Gäste entstehen. (Bild: Christoph Näpflin, 3. September 2018)

Ab dem 1. Januar 2019 arbeiten die Tourismusorte rund um die Klewenalp zusammen. Es entsteht ein gemeinsames Dienstleistungszentrum und die Kräfte werden auch personell gebündelt. Vor allem im Verkauf und dem Onlinemarketing werden damit neue Massstäbe gesetzt. Die überkantonale Zusammenarbeit soll in allen Orten und somit auch in Seelisberg mittelfristig mehr Wertschöpfung bringen und helfen, die Angebote und Dienstleistungen über die Landesgrenzen hinaus verkaufen zu können.

Nebst den bestehenden Angeboten beim Übernachten, Essen und Trinken sowie der Freizeitgestaltung sind neue verkaufbare Angebote gefragt. Der Vorstand von Seelisberg arbeitet dazu seit längerer Zeit an einer Geschichtsreise durch Seelisberg, welche jedoch noch einige finanzielle Hürden zu nehmen hat. Einfacher und schneller realisieren lässt sich ein Bogenparcours im Breitlohnwald, unmittelbar unterhalb der Bergbahnstation. «Der Bogensport nimmt europaweit auch im Breitensport immer mehr an Bedeutung zu», weiss Ursi Aschwanden, Präsidentin von Seelisberg Tourismus. Der Bogenparcours in Seelisberg ist als Ergänzung zum Bogenpark auf der Stockhütte oberhalb von Emmetten gedacht. Im benachbarten Ausland gibt es bereits viele solcher Parcours mit regem Zulauf. «Mit einem weiteren Bogenparcours in der Region Klewenalp werden die Bogenschützen aus dem In- und Ausland mehr als nur einen Tag in unserer Region verbringen. Sie übernachten, essen, trinken und benützen unsere Angebote. Somit entsteht ein Mehrwert für uns», argumentiert die Tourismuspräsidentin.

Angst vor dem Verlust der Biodiversität

Seelisberg Tourismus hat in den letzten Monaten mit den zuständigen Behörden, Waldbesitzern und Umweltorganisationen die Voraussetzungen für einen sicheren Bogenparcours geschaffen und die Baubewilligung bei der Gemeinde Seelisberg eingereicht. Die Investitionen für den Parcours mit 28 Stationen, welche auf einem vorgegeben Weg angelaufen werden, kann mit dem Eintrittspreis der Benutzer in kurzer Zeit amortisiert und die laufenden Kosten finanziert werden.

Einige Anwohner befürchten Lärmemissionen und den Verlust der Biodiversität im Waldabschnitt zwischen Wanderweg und Treibstrasse. «Wir hoffen im Gespräch die Bedenken ausräumen zu können», sagt Ursi Aschwanden von Seelisberg Tourismus. Man habe bis anhin bei den touristischen Projekten immer auf das Verständnis und die Unterstützung im Dorf zählen dürfen.

Für den neuen Bogenparcours entstehen keine festen Bauten oder Wege im betroffenen Waldabschnitt. Sollte der Park die Erwartungen dennoch nicht erfüllen, kann dieser rasch und ohne bleibende Spuren jederzeit wieder entfernt werden.