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BRISTEN: Das Rezept heisst: Klein, aber fein

Der Strahlerverein Bristen-Maderanertal freute sich, erneut rund 300 kaufwillige Besucher an der Mineralienbörse zu begrüssen. Die Nachfrage sinke jedoch, wissen langjährige Aussteller zu berichten.
Georg Epp
Sepp Tresch (rechts) bringt seine Kristalle an den Mann. (Bild: Georg Epp (Bristen, 20. August 2017))

Sepp Tresch (rechts) bringt seine Kristalle an den Mann. (Bild: Georg Epp (Bristen, 20. August 2017))

Der Mineralienreichtum im ­Maderanertal ist schon seit Jahrhunderten bekannt. Zahlreiche Fundbezeichnungen der Seitentäler wie Griesserental, Staldental oder Etzlital tauchen weltweit in der Fachliteratur auf. Einige Fundstücke aus dieser Region haben vergangenes Wochenende an der Mineralienbörse im Schulhaus Bristen die Besitzer gewechselt.

Die Bristner Strahler zeigten sich zufrieden mit der Börse, auch wenn die Nachfrage kleiner wurde. «Früher wurde man bereits beim Heimweg angehalten. Spätestens daheim angekommen, waren die gefundenen Mineralien noch am gleichen Tag verkauft», erzählt Kurt Fedier, Präsident des Strahlervereins Bristen. «Heute sind wir rundum zufrieden, wenn wir 20 bis 30 Prozent der mitgebrachten Mineralien verkaufen können.»

Trotzdem zeigen immer noch viele Leute Interesse an den Mineralien. So standen schon vor der Türöffnung über 100 kaufwillige und fachkundige Mineralienfreunde aus der Schweiz, aber auch aus den Nachbarländern Italien, Deutschland und Österreich an, um besonders interessante Kristalle ja nicht zu verpassen. Den Tag über waren es über 300 Besucher.

Wieder mehr Zeit für das Hobby

Seit rund 50 Jahren dabei ist Sepp Tresch, genannt «Fleugi», aus Schattdorf. Der 64-jährige «Schächenwäldler» ging vor zwei Jahren in Frühpension und hat seither mehr Zeit für sein grosses Hobby. Seit vielen Jahren ist er ein Stammaussteller an der Mineralienbörse Bristen, früher mit Vater Hans Tresch («Hänsi»). Es macht ihm nach wie vor grossen Spass, alle Jahre wieder dabei zu sein. Seine Gemahlin Heidi betreut seit über 15 Jahren auch die Eintrittskasse.

Dass es früher einfacher war, grosse Kristallgruppen zu verkaufen, bestätigt Tresch. Sein Vater habe 1983 eine wunderschöne Quarz-Kristall-Gruppe gefunden, die er jahrelang als unverkäuflich anpries. «Damals gab es viele Interessenten, heute will sie niemand mehr», so Tresch. Die Kristallgruppe sei aber nach wie vor eine schöne Erinnerung an seinen Vater.

Doch nicht nur die Nachfrage hat sich verändert: «Heute muss man viel mehr arbeiten, um Strahlen zu finden, als in früheren Zeiten», weiss Tresch. «Um einen grösseren Fund zu tätigen, muss man länger leiden und Geduld haben.» Tresch ist mit seinem Cousin Josef Tresch-Achermann aus Attinghausen unterwegs. «Allein macht es erstens keinen Spass und wäre auch in unweg­samem Gelände zu gefährlich», erzählt Tresch. «Ein Strahler muss mindestens ein sehr guter Bergsteiger sein, und oft wird auch Klettern verlangt, um an neue Klüfte heranzukommen.»

Verein steuert auf Jubiläum zu

Neben Mineralien von 19 Ausstellern wurde am Sonntag die Sonderausstellung mit Mineralien aus den Privatsammlungen von Sepp Zgraggen, Erstfeld, Kurt Epp, Bristen, und Hansruedi Dittli, Erstfeld, besonders beachtet. «Wir wollen bewusst nicht wachsen», sagte Vereinspräsident Kurt Fedier. «Die Mineralienbörse Bristen bleibt klein, aber fein.» So auch 2018 , wenn der Strahlerverein Bristen sein 90-jähriges Bestehen feiert. Gleichzeitig wird Fedier 10 Jahre Präsident sein. «Im Vorstand werden wir uns unterhalten, ob wir das Jubiläum etwas speziell feiern werden», verriet er.

Georg Epp

redaktion@urnerzeitung.ch

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