BRISTEN: Der Chärstelenbach wird ab jetzt ausgebaut

Am 22. September erfolgte der Spatenstich zum Ausbau des Chärstelenbaches in Hinterbristen. Gleichzeitig wird die Wasserfassung der Kraftwerk Amsteg AG, abgestimmt umgebaut.

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Der Urner Baudirektor Markus Züst (links) und der Silener Gemeindepräsident Wendelin Loretz am Chärstelenbach. (Bild Philipp Arnold/Neue UZ)

Der Urner Baudirektor Markus Züst (links) und der Silener Gemeindepräsident Wendelin Loretz am Chärstelenbach. (Bild Philipp Arnold/Neue UZ)

Beim Hochwasser vom 22./23. August 2005 uferte der Chärstelenbach oberhalb der Wasserfassung und bei der Linkskurve östlich der Seilbahn-Talstation Golzern aus und überflutete den Talboden bis unterhalb der Wasserfassung. Durch die Überschwemmung mit Wasser und Geröll sind grosse Schäden an Gebäuden, Strassen, Wasserfassung und landwirtschaftlich genutztem Boden entstanden, schreibt die Baudirektion Uri in einer Medienmitteilung.

Unmittelbar nach dem Hochwasserereignis wurden ein provisorisches Gerinne mit Ufersicherungen für den Chärstelenbach und Massnahmen zur Ableitung des Wassers aus der linken Talflanke gebaut. Anschliessend wurde das Schutzkonzept im Rahmen eines Vorprojektes entwickelt. Wie die Baudirektion schreibt, wurden verschiedene Varianten zur Linienführung des Baches wie auch zur Wasserfassung untersucht.

Die Bachsohle um 2,5 Meter absenken
Es habe sich gezeigt, dass der Standort der Fassungsanlage des Kraftwerkes Amsteg (KWA) beibehalten werden könne, aber dass die heute bestehende feste Wehrschwelle mit einem beweglichen, absenkbaren Wehr ersetzt werden müsse. Dadurch könne die Bachsohle bei Hochwasser um knapp 2,5 Meter abgesenkt werden, heisst es in der Mitteilung.

Zudem wurde eine neue Linienführung für das Bachbett entlang der rechten Talflanke vorgeschlagen, die sich am Provisorium orientiert. Dies bedeutet laut Baudirektion, dass für das Siedlungsgebiet von Hinterbristen und damit für die Grundeigentümer eine neue Raumordnung mit den entsprechenden Veränderungen der Grundeigentumsverhältnisse entstehen wird.

Im April 2010 soll der Umbau beendet sein
Die Hochwasserschutzmassnahmen wurden laut Mitteilung in Koordination mit den Umbaumassnahmen an der Wasserfassung des KWA abgestimmt. Das im BLN-Gebiet (Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler) liegende Bauprojekt wurde sei in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde Silenen, den Fachstellen des Bundes und des Kantons sowie mit allen betroffenen Grundeigentümern erarbeitet worden, heisst es weiter.

Für den Bau und den Unterhalt der projektierten Massnahmen wurde zwischen der KWA und dem Kanton ein Vertrag abgeschlossen. Wie die Baudirektion schreibt, rechnet der Kostenvoranschlag mit insgesamt 6,8 Millionen Franken. Daran beteiligt sich der Bund voraussichtlich mit rund 3,5 Millionen Franken und das KWA mit rund 1,4 Millionen. Dem Kanton Uri verbleiben somit Restkosten in der Höhe von rund 1,9 Millionen Franken.

Die Hauptarbeiten werden in zwei Niedrigwasserperioden von September 2008 bis April 2009 und September 2009 bis April 2010 ausgeführt.

ana