BRISTEN: Neues Kraftwerk: Pionierarbeit geleistet

Das neue Kraftwerk ist eingeweiht. Bei der Planung und beim Bau wurden absolute Topleistungen in bautechnischer und energiepolitischer Hinsicht erbracht.

Georg Epp
Drucken
Teilen
Von links: Baudirektor Roger Nager, Korporationspräsident Rolf Infanger, EWA-Chef Werner Jauch und der Silener Gemeindepräsident Hermann Epp im neuen KW Bristen. (Bild: Georg Epp (Bristen, 20. Mai 2017))

Von links: Baudirektor Roger Nager, Korporationspräsident Rolf Infanger, EWA-Chef Werner Jauch und der Silener Gemeindepräsident Hermann Epp im neuen KW Bristen. (Bild: Georg Epp (Bristen, 20. Mai 2017))

Georg Epp

redaktion@urnerzeitung.ch

Nach acht Jahren Planung und eineinhalb Jahren Realisierungszeit freute sich Werner Jauch, Verwaltungsratspräsident der Kraftwerk Bristen AG, rund 50 Personen zur offiziellen Einweihung und Segnung der Zentrale Schattigmatt des neuen Laufwasserkraftwerks in Bristen zu begrüssen.

«Wenn in einem Gebiet, das zum Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung gehört, ein Kraftwerk gebaut wird, dann kann von einer Pionierleistung gesprochen werden», meinte Werner Jauch zu Beginn der ­Eröffnungsfeier. «Das Kraftwerk muss auf der einen Seite den Kräften des Chärstelenbachs standhalten und sich andererseits vollständig in die bestehende Landschaft einbetten.»

Grosser Glaube und Durchhaltewillen

Im KW Bristen, das pro Jahr zirka 14 Gigawattstunden Energie respektive Strom für rund 3100 Haushaltungen produzieren kann, wurden hohe Standards bezüglich Umweltfreundlichkeit und auch bezüglich Restwassermenge umgesetzt. «Ganz wichtige Punkte in der langen Planungsphase waren der Glaube und der Durchhaltewillen der beteiligten Partner», meinte Werner Jauch. «Darum ist die Freude sehr gross, dass wir das Werk endlich einweihen können.» Der Vorsitzende der Geschäftsleitung des EW Altdorf bedankte sich aber auch bei allen, die einen Beitrag zur Realisierung des Kraftwerk Bristen geleistet haben.

80 Prozent an Unternehmen in Uri

Der Urner Regierungsrat Roger Nager freute sich, als ehemaliger Elektriker und heutiger Baudirektor wieder Positives aus Bristen zu berichten – nachdem in jüngster Vergangenheit wegen des Steinschlags und der gesperrten Strasse vor allem negative Schlagzeilen dominiert hatten.

Beim Bau des 18,5 Millionen Franken teuren Kraftwerks Bristen konnten rund 80 Prozent des Investitionsvolumens – das entspricht knapp 15 Millionen Franken – an Unternehmen in Uri vergeben werden. Am Bau waren insgesamt 45 Firmen beteiligt. Das Kraftwerk wird pro Jahr auch 230000 Franken Wasserzinsen abwerfen und so für zusätzliche Steuereinnahmen für die Gemeinde Silenen und den Kanton Uri sorgen.

Silener mit einem absoluten Rekord-Ja

Auch Korporationspräsident Rolf Infanger gratulierte zum gelungenen Werk. Gemeindepräsident Hermann Epp war besonders stolz, dass die Silener Stimmbürge bei der entscheidenden Abstimmung mit einem Rekord-Ja von 93 Prozent für das KW Bristen votiert hatten.

Bei der Einsegnung meinte Diakon Ernst Walker: «Bristen ist dieses Wochenende ein besonderer Kraftort: Heute feiern wir die Nutzung der Wasserkraft des Chärstelenbachs, und an der Firmung vom Sonntag hoffen die jungen Menschen auf die Kraft Gottes.»

Nach der offiziellen Einweihung stand die Zentrale für die Bevölkerung zur Besichtigung ­offen. Mit einem Shuttlebus wurden die Besucher aber auch bequem zur Wasserfassung Lägni hinauftransportiert. Das Interesse der Bevölkerung am neuen Kraftwerk war gross. Für gelungene musikalische Unterhaltung sorgte die MG Bristen.