BRISTEN: Wolf: Die DNA gibt Rätsel auf

Die DNA-Analyse einer gerissenen Gämse hat keine Wolfsspuren ergeben. Trotzdem ist ein neuer Wolf in Uri nicht auszuschliessen.

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Im Etzlital hat der Wolf im vergangenen September 21 Schafe gerissen. (Bild: PD)

Im Etzlital hat der Wolf im vergangenen September 21 Schafe gerissen. (Bild: PD)

Die DNA-Analyse des Gämsenkadavers aus Bristen hat keine Wolfsspuren ergeben. Anfang Mai hatten Einheimische einen gerissenen Gämsenkadaver im Gebiet Steinmatte, nur rund 200 Meter vom Dorf entfernt, gemeldet. «Trotz der negativen Analyse könnte ein Wolf die Gämse gerissen haben», sagte Jagdverwalter Josef Walker auf Anfrage. Es ist denkbar, dass die Spuren des Wolfs verwischt worden sind. «In manchen Fällen schlägt die Analyse fehl», so Walker. Nachnutzer wie Füchse könnten die Proben verunreinigt haben. Denn sobald ein anderes Tier vom Kadaver frisst, kann die DNA des ursprünglichen Räubers überdeckt werden.
Die Bissspuren am Kadaver weisen auf ein grosses Raubtier hin. Nach dem Fund untersuchte Jagdaufseher Urs Herger den Gämsenkadaver. Anhand des Rissbildes hatte er einen Luchs ausgeschlossen. Gleichzeitig untermauert ein Foto von Hüttenwart René Bättig die Wolfs-These. Bättig hatte Ende März in unmittelbarer Nähe der Etzlihütte vermutlich einen Wolf fotografiert.

Anian Heierli