Klares Ja zum Tourismusprojekt Brüsti oberhalb Attinghausen

Nachdem die Bergbahnen Disentis AG und die Gemeinde Attinghausen gleichberechtigt investieren wollen, gab es ein klares Ja zum Tourismusprojekt an der GV der Luftseilbahn Attinghausen-Brüsti AG.

Georg Epp
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Die Zukunft des Skilifts Kulmli und des Bergrestaurants Z’graggen auf dem Brüsti oberhalb Attinghausen sind gesichert. Nachdem die Bergbahnen Disentis AG zusammen mit der Gemeinde Attinghausen als gleichberechtigte Investoren die Luftseilbahn Attinghausen-Brüsti unterstützen, gab es ein klares Ja zum Kauf des Skilifts Kulmli und des Bergrestaurants Z’graggen sowie auch zur Aktienkapitalerhöhung von 880'000 Franken.

Marcus Weber erläutert die Motivation der Bergbahnen Disentis AG, auf dem Brüsti zu investieren. Vorne Verwaltungsratspräsident Kari Briker.

Marcus Weber erläutert die Motivation der Bergbahnen Disentis AG, auf dem Brüsti zu investieren. Vorne Verwaltungsratspräsident Kari Briker.

Bild: Georg Epp (Attinghausen, 13. Juli 2020)

Verwaltungsratspräsident Kari Briker konnte am 13. Juli 75 Aktionäre mit 1029 Aktionärsstimmen zur 46. Ordentlichen Generalversammlung der Luftseilbahn Attinghausen-Brüsti AG begrüssen. Die Coronapandemie hatte am 11. Mai die Versammlung verhindert. An der ausserordentlichen Generalversammlung vom 27. Januar war das geplante Strukturprojekt gescheitert, weil ein Überspannrecht für die geplante Verbindungsbahn Brüsti-Skilift Kulmegg nicht eingeholt werden konnte und der geplante Investor Zgraggen Holding AG Schattdorf vom Kaufinteresse zurücktrat. Nun hat die Korporation Uri entschieden, die Brüsti Immobilen AG zu erwerben. Die beiden Liegenschaften Rämseli und Kulmli will man behalten und den gleichen Pächtern zur Verfügung stellen, Skilift und Berggasthaus werden der Luftseilbahn Attinghausen-Brüsti AG weiterverkauft. Dazu brauchte es nun das Ja der Aktionäre.

Investitionen von 2,5 Millionen Franken vorgesehen

Vorgängig zum Haupttraktandum entschied das Aktionariat, die Inhaberaktien in Namensaktien umzuwandeln, dies ist nach neuem Gesetz unumgänglich. Auch die damit nötige Statutenänderung fand ohne Wortmeldungen Zustimmung. Nach dem Ja zur Aktienkapitalerhöhung von 880'000 Franken beträgt das Aktienkapital neu 981'875 Franken.

Auf dem Brüsti fanden auch schon Freestyle-Events statt.

Auf dem Brüsti fanden auch schon Freestyle-Events statt.

Bild: Valentin Luthiger, März 2019

Investieren will man total 2,5 Milionen Franken in zwei Abschnitten. 1,76 Millionen Franken sind für diverse notwendige Investitionen vorgesehen: Kauf Berggasthaus Z’graggen und Skilifts (650'000 Franken), Sanierung Restaurant (600'000 Franken), Spielplatz (250'000 Franken), Sanierung Skilift (180'000 Franken) und Kinderskiland (80'000 Franken). Als erweiterte Investitionen bezeichnet wurden die Erneuerung der Bergstation des Skilifts inklusive WC-Anlage (150'000), die Erweiterung des Pistenangebots (100'000), das Pistenfahrzeug (250'000) und die Garage-Werkstatt (300'000). Als Partner für diese Investitionen nannte Kari Briker den Kanton Uri, die Korporation Uri, die Einwohnergemeinde Attinghausen, das Bergbahnen Disentis, die Anwohner und Grundstückbesitzer sowie Interessengruppen wie Skiklub, Älpler und so weiter.

Abstimmung erfolgt nach über drei Stunden

Gespannt warteten die GV-Besucher auf die Vorstellung des Investors Bergbahnen Disentis. Marcus Weber, Hauptaktionär und Verwaltungsratspräsident, erläuterte die Motivation der Bergbahnen Disentis, in das Naherholungsgebiet Brüsti zu investieren. Marcus Weber ist im Kanton Uri in diversen Sparten stark verwurzelt (Auto Christen, Realp, Schattdorf). Er bezeichnete die geplante Investition als «Sympathieinvestment», man will Brüsti zum Juniorgebiet Sommer und Winter verhelfen und Synergien nutzen. Unter anderem meinte er: «Die Bergbahnen Disentis AG weiss genau, um was es geht, man hat grosse Erfahrung in Sachen Bahn, Lift, Gastro, Sommer, Winter, Berge, Sport und so weiter.»

Auch Anita Zurfluh, die Gemeindepräsidentin, zeigte sich motiviert, zusammen mit den Bergbahnen Disentis AG zu gleichen Teilen das Naherholungsgebiet Brüsti zu unterstützen. Im Kapitalplan ist vorgesehen, mit je 500'000 Franken Darlehen und mit je 40 Prozent der Aktien das Projekt zu ermöglichen. Die Stimmbürgerschaft von Attinghausen entscheidet am 27. September über die nötige Kreditvorlage. Es wurde eifrig diskutiert. Landammann Urban Camenzind freute sich über die Initiative des Verwaltungsrates. Er zeigte sich überzeugt, dass dies über den Kanton Uri hinaus eine gute Sache werden wird. Alt Verwaltungsratspräsident Reto Gisler bezeichnete das Engagement der Bergbahnen Disentis AG als «Geschenk». Verschiedene Unklarheiten wurden präzisiert und erläutert. Es gab auch kritische Stimmen, Anwohner auf dem Brüsti und diverse Versammlungsteilnehmer waren nicht ganz zufrieden mit der Kommunikation im Vorfeld der Generalversammlung. Nach über drei Stunden kam es zur entscheidenden Abstimmung zur Aktienkapitalerhöhung und damit zum klaren Ja zur Erhaltung des Winterbetriebes sowie dem Kauf des Skilifts und des Restaurants Z’graggen. Unabhängig von diesem Entscheid gab Kari Briker bekannt, dass das Berggasthaus Z’graggen am 15. Juli den Betrieb eröffnet, eine kleine Eröffnungsfeier ist am Samstag, 18. Juli, vorgesehen.

Jahresrechnung schliesst ausgeglichen

An der Versammlung genehmigten die Aktionäre auch den Jahresbericht und die Jahresrechnung der Luftseilbahn Attinghausen Brüsti AG. Die Personenfrequenzen lagen leicht unter dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre und die Jahresrechnung schloss mit einem kleinen Gewinn vom 363 Franken. Nach neuen Statuten sind nur noch zwei Personen in der Revisionsstelle zu bestimmen. Fleur Tresch und Egon Arnold wurden in ihrem Amt bestätigt und Bernhard Arnold nach 13 Jahren mit Dank verabschiedet. Ein grosser Dank ging auch an den abgetretenen Betriebsleiter René Zurfluh. Der neue Betriebsleiter Kurt Wyrsch hat im März dieses Jahres die Stelle angetreten.

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