BRÜSTI: Thomas Schuler holt Tagessieg

Die Urner Pistenpatrouilleure sind ihren Kollegen aus der Innerschweiz an den SOS-Meisterschaften um die Ohren gefahren. Und das trotz schlechter Sicht.

Georg Epp
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Thomas Schuler hängt die Konkurrenten locker ab. (Bild: pd)

Thomas Schuler hängt die Konkurrenten locker ab. (Bild: pd)

An den 46. Zentralschweizer SOS-Meisterschaften auf dem Brüsti erzielten die Pistenpatrouilleure aus Uri mehrere Siege. Der Bürgler Thomas Schuler sicherte sich den Tagessieg, und in der Mannschaftswertung gab es einen Urner Doppelsieg durch die Teams der Bahnen Brüsti-Attinghausen und Biel-Kinzig. Normalerweise sind die Pisten- und Rettungsdienste für die Sicherheit der Skifahrer verantwortlich. Am vergangenen Dienstag, 21. Januar, traf man sich zum 46. Mal, um sich sportlich zu messen, aber auch Kameradschaft und Geselligkeit zu geniessen.

0,82 Sekunden Vorsprung

Bei leichtem Schneefall und Nebel entschieden die Organisatoren mit Edy Arnold und Andreas Z’graggen an der Spitze, eine verkürzte Version des traditionellen Brüsti-Riesenslaloms anzubieten. Die Piste war ausgezeichnet präpariert, dies bestätigten auch die gestarteten Fahrer. Mit Startnummer 73 distanzierte Tagessieger Thomas Schuler (Biel-Kinzig) seine engsten Konkurrenten um mindestens 0,82 Sekunden. Mit einer Zeit von 35,72 Sekunden wiederholte er damit auch seinen Sieg in der Kategorie Herren Senioren (1974–1983) vor Pius Reichmuth (Sattel-Hochstuckli), Kornel Holdener (Brüsti-Attinghausen) und Toni Schuler (Biel-Kinzig). Dieses Quartett erzielte auch die besten Zeiten auf dem fairen Kurs. Nur wenige Hundertstel zurück sicherte sich Lokalmatador und Rennleiter Tino Bissig den Kategoriensieg Veteranen 1 (1964–1973). Mit 37,31 Sekunden distanzierte er in seiner Kategorie Vereinskamerad Peter Scheiber (Brüsti-Attinghausen) bereits um 1,71 Sekunden, Heiri Gisler (Biel Kinzig) um 2,07 Sekunden und Oswald Tschümperlin (Andermatt) um 2,13 Sekunden. Die Kategorie Herren Elite (1984 und jünger) meisterte Joe Inderbitzin (Sattel-Hochstuckli) vor René Zurfluh (Brüsti-Attinghausen) und Walter Betschart (Mythen). Den Wanderpreis Veteranen 2 (1963 und älter) holte sich Josef Dittli (Hoch-Ybrig) vor Richi Hurschler (Titlis) und Erich Tschümperlin (Mythen). Schliesslich gab es Siege für Maria Krummenacher (Marbach) in der Damenkategorie, sowie Monika Arnold (Sörenberg) und Dominik Diener (Stoos) in den Gästekategorien.

Urner Doppelsieg

Ein Mannschaftssieg wird bei den Zentralschweizer SOS-Meisterschaften speziell gefeiert. In die Wertung kommen die drei besten Ereignisse einer SOS-Station. Das Team Brüsti-Attinghausen nutzte den Heimvorteil und siegte in der Besetzung mit Kornel Holdener, Tino Bissig und René Zurfluh relativ klar. Brüsti distanzierte Biel-Kinzig mit Thomas Schuler, Toni Schuler und Heiri Gisler um 0,76 Sekunden. Rang drei ging an Sattel-Hochstuckli, insgesamt 14 SOS-Stationen waren am Start.

Nebst dem sportlichen Wettkampf zählen Kameradschaft und Geselligkeit an den Meisterschaften fast mehr. Beim Absenden sorgte die Bürgler Ländlerkapelle Echo vom Sunnähalb für gute Stimmung im Berggasthaus Z’graggen. OK-Präsident Edy Arnold und Andreas Z’graggen bedankten sich beim SC Attinghausen und dem lokalen Pisten- und Rettungsdienst Brüsti für die ausgezeichnete Organisation, aber auch bei den Sponsoren für die gewährte Unterstützung. Werner Arnold feierte ein seltenes Jubiläum. Seit 50 Jahren ist er Pistenpatrouilleur auf dem Brüsti. Hanspeter Lips, ein Patrouilleur vom Brüsti, sponserte dem SC Attinghausen neue Startnummern. Er benutzte aber auch die Gelegenheit, für Eurasia Heart Foundation zu werben. Die Schweizerische Stiftung mit alt Bundesrat Adolf Ogi und Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder an der Spitze hat in Osteuropa und Asien ein Netzwerk etabliert, das sich mit Herz- und Kreislauferkrankungen befasst und Hilfe leistet. Hanspeter Lips hat an mehreren Einsätzen der Stiftung in Myanmar als Medizin-Techniker teilgenommen. Die SOS-Meisterschaften wurden von Sepp Inderkum, Bergführer und ehemaliger Pistenchef am Gemsstock vor 46 Jahren in Andermatt ins Leben gerufen. Nächstes Jahr finden die Meisterschaften auf dem Wirzweli statt.