BRUNNEN: Am Axen geben die Gegner nicht klein bei

Das Bundesverwaltungsgericht lehnt Beschwerden gegen zwei temporäre Bauwerke am Axen ab. Ein Weiterzug vor Bundesgericht ist absehbar. Die Gegner wollen in den nächsten Tagen einen Entscheid fällen.

Jürg Auf der Maur
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Noch fahren die Baumaschinen auf der Axenstrasse nicht auf. (Bild: PD)

Noch fahren die Baumaschinen auf der Axenstrasse nicht auf. (Bild: PD)

Es zeichnet sich im wahrsten Sinne «Treten am Ort» ab. Zwar teilten die beiden Regierungen Uri und Schwyz gestern mit, dass das Bundesverwaltungsgericht zwei Beschwerden gegen eine Strassenüberführung im Bereich Ort an der Axenstrasse ablehnt. Doch es zeichnet sich ab, dass das Urteil weitergezogen respektive der Gang vor Bundesgericht gewählt wird. In den nächsten Tagen wollen jedenfalls die einsprechenden Gremien aus VCS, Alpen-Initiative und Ärzten für den Umweltschutz die Köpfe zusammen­stecken und an einer Sitzung das weitere Vorgehen bestimmen.

«Die Hauptsache wurde nicht geklärt», kommentiert etwa der Schwyzer SP-Präsident Andreas Marty das jetzt publizierte Urteil. Kritisiert wird von Seiten des Verkehrs-Clubs etwa, dass nicht geklärt sei, ob zwei Verkehrsachsen nicht doch zu mehr Durchgangsverkehr führten und somit mit dem Alpenschutz in Konflikt geraten würden. Bei einer Begehung sei vom Bundesgericht auch mit deutlichen Worten eine mangelnde Koordination durch die Behörden gerügt worden. Es sei nicht klar, wie das Neat-Trassee für die neue Axenstrasse genutzt und wie das mit dem Ziel in Einklang gebracht werden solle, die alte Strasse als touristisches Highlight und für den Langsamverkehr zu nutzen.

Schwyz und Uri wollen mit dem Bau beginnen

Mit der Abweisung der Beschwerde gegen zwei temporäre Bauwerke könnten diese nun realisiert werden. Der Baustopp wurde durch das Bundesverwaltungsgericht aufgehoben, die Projekte könnten umgesetzt werden, obwohl das Gesamtprojekt am Axen noch nicht bewilligt ist.

Wie die zuständigen Baudepartemente von Uri und Schwyz mitteilten, halte das Gericht fest, dass die für die neue Axen­strasse zwingend notwendigen Schutzbauten während der laufenden Totalsperrung eines angrenzenden SBB-Gleises deutlich einfacher und schneller errichtet ­werden könnten als später unter laufendem Bahnbetrieb. Laut Gericht liegt dabei keine unzulässige raumplanungs- oder umweltrechtliche Präjudizwirkung für das Gesamtprojekt vor. Die temporäre Strassenüberführung und der Schutztunnel seien für einen zeitlich befristeten Gebrauch bestimmt und würden nachher vollständig abgebaut. Weil die SBB ein Gleis sanierten, sei bereits jetzt eine Baustelle vor Ort anzutreffen. Die Bauherrschaft will nun möglichst rasch die beiden temporären Bauwerke realisieren, wie es in der Mitteilung heisst.

Volksinitiative gegen das Projekt abgelehnt

Die vorgesehenen Hilfsbauten sollen im Gebiet Ort zwischen den geplanten neuen Strassentunneln Morschach und Sisikon zu stehen kommen. Die Eröffnung des 1,2 Milliarden Franken teuren Vorhabens ist für 2025 vorgesehen. Der Bund bezahlt rund 94 Prozent des Neubauprojekts, die beiden Kantone Uri und Schwyz übernehmen den Rest. Im Juni 2016 hatte sich das Schwyzer Stimmvolk grundsätzlich hinter das Projekt gestellt. Es lehnte eine Volksinitiative gegen das Projekt mit 63 Prozent Nein-Stimmen ab.

Jürg Auf der Maur

redaktion@urnerzeitung.ch