BUCHVERNISSAGE: «Dr. Dieselherz» hat Halt in Erstfeld gemacht

Mit 57 Jahren tauscht ein Zürcher Herzchirurg das Skalpell mit 460 PS, den weissen Kittel mit einem blauen Overall und fährt nun quer durch Europa. Das Buch zum Spurwechsel ist in Erstfeld vorgestellt worden.

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Markus Studer beim Signieren an der Buchvernissage beim Schwerverkehrszentrum Erstfeld. (Bild pd)

Markus Studer beim Signieren an der Buchvernissage beim Schwerverkehrszentrum Erstfeld. (Bild pd)

«Ein aussergewöhliches Buch verdient eine aussergewöhnliche Buchvernissage», sagte sich die Autorin und Verlegerin Gabriella Baumann-von Arx vom Wörterseh-Verlag. Deshalb präsentierte sie am Donnerstagvormittag das in ihrem Verlag erschienene Buch «Vom Herzchirurgen zum Fernfahrer – Der Spurwechsel des Dr. med. Markus Studer». Und dies sehr authentisch an einem Schau- und Stauplatz: Im Schwerverkehrskontrollzentrum in Erstfeld.

Für einmal keine Polizeikontrolle
Der Schreck der Lastwagenchauffeure, die auf der Gotthardautobahn Richtung Süden fuhren und in Erstfeld von der Polizei herausgepickt wurden, war für einmal aber von kurzer Dauer. Sie mussten mit ihrem Gefährt nicht auf die Waage. Sie mussten weder die Scheibe zeigen noch ihre Ausweise. Es wurde nichts kontrolliert, ganz im Gegenteil, es wurde ihnen etwas offeriert: Gipfeli und Kaffee, beides serviert von ihrem Markus Studer, ihrem Kollegen, dem Fernfahrer, der früher Herzen operierte, und sich vor fünf Jahren zum kompletten beruflichen Neustart entschloss. Er machte den Lastwagenführerschein und ist seither mit einem 40-Tönner in ganz Europa unterwegs. Die Verlegerin wusste: Das ist Stoff für ein spannendes Buch. Selbstverständlich bekam jeder seiner neuen Kollegen ein von Studer persönlich signiertes Buch, dann ging die Reise Richtung Süden weiter.

Auch ehemalige Patienten waren da
Bei der Buchvernissage waren neben dem Fernfahrer mit Doktortitel auch seine Frau anwesend, die den Spurwechsel ihres Mannes immer unterstützte. Und der Autor, Markus Maeder, der für das Buch den neuen Strassenkapitän auf dem Beifahrersitz begleitete und diesem den Namen «Dr. Dieselherz» gab. Am Schluss war schwer zu sagen, was Studer mehr bewegt hatte: Die Freude seiner heutigen Kumpels, über den Event oder seine Rührung darüber, dass auch ein paar seiner früheren Patienten den Weg nach Erstfeld unter die Räder ihrer PWs genommen hatten.

scd