Buchvernissage
Eine Reise durch die Urner Fotografiegeschichte

Ruedi Gisler-Pfrunder ist der Autor des neuen Fotobands «Fotografie in Uri», welcher am 17. Oktober in Amsteg vorgestellt wird.

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Ruedi Gisler-Pfrunder ist ein leidenschaftlicher Sammler von historischen Fotografien aus dem Kanton Uri. Sein Wissen, das er sich über viele Jahre angeeignet hat, gibt er gerne weiter. So hat der 73-Jährige für die Urner Presse in den vergangenen Jahren zahlreiche Artikel zur Geschichte der Fotografie in Uri geschrieben.

Das Werk von Ruedi Gisler-Pfrunder zeigt historische Fotografien, wie diese, aus dem Kanton Uri.

Das Werk von Ruedi Gisler-Pfrunder zeigt historische Fotografien, wie diese, aus dem Kanton Uri.

Bild: PD

Seit über 50 Jahren lebt der gebürtige Bürgler in Basel. Vor ein paar Jahren kam bei ihm der Wunsch auf, seine inzwischen zahlreichen Texte zur Geschichte der Fotografie im Kanton Uri in einem Buch zu veröffentlichen. Nun erscheint das Buch im Bildfluss-Verlag von Christof Hirtler.

Aufschwung der Fotografie dank Tourismus und Verkehrswege

Das Buch «Fotografie in Uri» erzählt und belegt ein Stück Fotografiegeschichte von ihrem Anfang bis heute. Die ersten Bilder in Uri stammen von Wanderfotografen aus Deutschland, England oder Frankreich und datieren um 1850. 1860 empfahl sich Anton Gamma, Bäcker auf der Spitalmühle in Altdorf, mit einem Inserat im «Urner Amtsblatt» als erster Fotograf mit eigenem Atelier im Kanton Uri. Der aufkommende Tourismus in den 1870er-Jahren, der Ausbau der Verkehrswege und der Bau der Gotthardfestung befeuerten die Geschichte der Fotografie in Uri stark und nachhaltig. 1898 kaufte Michael Aschwanden seine erste Kamera und begründete damit die Ära der Fotografenfamilie Aschwanden, die 112 Jahre andauern sollte.

Der gebürtige Urner Ruedi Gisler-Pfrunder forscht oft im Staatsarchiv.

Der gebürtige Urner Ruedi Gisler-Pfrunder forscht oft im Staatsarchiv.

Bild: Archiv Urner Zeitung

Die chronologische Reise durch Urner Bildwelten bietet zahlreiche Entdeckungen von weniger bekannten Fotografinnen und Fotografen wie Gottfried Gassler, Jean Haemisegger, Tscheslaus Krupski, Hedy Bumbacher oder Leo Wehrli. Die jüngere Geschichte ist unter anderem mit dem Bau der Gotthardautobahn oder mit den Veränderungen im Urserntal dokumentiert. Diese Landschaft inspirierte den aus Realp stammenden und in Zürich tätigen Fotografen Tres Camenzind zu einer intensiven Recherche – er nennt sie «Heimgeborenland».

Vorwort von bekanntem Kunsthistoriker

Zudem enthält das Buch ein ausführliches Register von Fotografinnen und Fotografen, die Uri bereisten, von Urner Fotoateliers und Ansichtskartenverlagen sowie ein Glossar zu den wichtigsten fotografischen Verfahren und Kameras. Das Vorwort zum Buch stammt vom bekannten Berner Kunst- und Fotohistoriker Markus Schürpf, Fotobüro Bern. Er hat eine umfassende Datenbank mit Schweizer Fotografinnen und Fotografen aufgebaut. (pd/RIN)

Buchpräsentation im Kraftwerk Amsteg

Die Vernissage findet am 17. Oktober um 17 Uhr im Dachgeschoss des Kraftwerks Amsteg statt. Eintritt nur mit Covid-Zertifikat und Ausweis. Einführung ins Werk durch Historiker Hans Stadler. Nach der Vernissage sind alle herzlich zum Apéro eingeladen. (pd/RIN)

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