Bündner Nationalrätin politisiert bei der SP Uri 

Beim Neujahrsanlass der SP Uri mit Silva Semadeni standen Verkehrspolitik und Service Public im Zentrum. Zu reden gaben aber auch die geplanten Filialschliessungen bei der Urner Kantonalbank und Fragen zum Weiterbestand des Poststellennetzes.

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Silva Semadeni zeigte sich bei ihrem Besuch in Altdorf als engagierte Politikerin. (Bild: PD, Altdorf, 4. Januar 2019)

Silva Semadeni zeigte sich bei ihrem Besuch in Altdorf als engagierte Politikerin. (Bild: PD, Altdorf, 4. Januar 2019)

Zum inzwischen traditionellen Neujahrsanlass der SP Uri durfte die Partei die Bündner Nationalrätin Silva Semadeni am Freitag, 4. Januar, im Café Central in Altdorf begrüssen. Die Historikerin Silva Semadeni ist in Poschiavo aufgewachsen. Neben Deutsch und Italienisch spricht sie auch fliessend Rätoromanisch, die Muttersprache ihres Mannes. 1995 bis 1999 vertrat sie ein erstes Mal den Kanton Graubünden im Nationalrat, ebenso seit 2011.

Die Schwerpunktthemen von Silva Semadeni liegen in den Bereichen Umwelt, Energie, Verkehr und Raumplanung, mit einem besonderen Schwerpunkt bei den Anliegen der Berggebiete und Randregionen. Von 2002 bis 2018 war sie Präsidentin von Pro Natura Schweiz.

Ja zu Service public, aber mit flexiblen und zeitgemässen Lösungen

Gegen 40 Mitglieder der SP Uri und Interessierte hörten gespannt zu, wie Silvia Semadeni von ihren Erfahrungen in Bundesbern berichtete. Dazu gehören die aktuellen Diskussionen über die Höhe der Wasserzinsen ebenso wie der auch in Uri umstrittene Schutzstatus von Grossraubtieren. Die Anwesenden brachten weiter die geplanten Filialschliessungen der Urner Kantonalbank und den Weiterbestand des Poststellennetzes zur Sprache. Silva Semadeni setzt sich für gute Infrastrukturen und den Service public im Berggebiet ein, rief jedoch auch zu flexiblen und zeitgemässen Lösungen auf.

Was den Transitverkehr angeht, hofft sie weiterhin, dass die Vorgaben der Alpeninitiative umgesetzt werden. Die Verlagerung von der Strasse auf die Schiene müsse endlich Realität werden, dies nicht zuletzt im Interesse der Umwelt und der betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner.

Silva Semadeni ist bekannt für ihren Kampf gegen die Olympischen Spiele im Kanton Graubünden. In Bern erreichte sie, dass die Ausgaben des Bundes für Olympia zwingend dem Stimmvolk vorgelegt werden müssen. Die Anwesenden stellten Fragen zum Nutzen anderer Grossprojekten im Berggebiet, beispielsweise in Andermatt. Wichtig sei vor allem, dass diese Vorhaben in geregelten Bahnen verlaufen, so die Nationalrätin.

Ein besonderes Label für Produkte aus dem Tal

Der Wegzug jüngerer, gut ausgebildeter Leute sowie der Verlust von Arbeitsplätzen im öffentlichen Sektor beschäftigen im Puschlav ebenso wie im Kanton Uri. Lokale Bauern- und Gewerbeverbände haben deshalb zusammen mit der regionalen Tourismusorganisation das Label «100% Valposchiavo» lanciert, mit dem Produkte aus dem Tal ausgezeichnet werden. Auch zahlreiche Restaurants mit lokalen Spezialitäten sind dem preisgekrönten Projekt angeschlossen. Die Bündner Nationalrätin warf die Frage auf, ob dies auch in Uri möglich wäre.

Silva Semadeni nannte mit «Origen» ausserdem ein Beispiel für ein spannendes Kulturprojekt im Oberhalbstein, das Besucherinnen und Besucher von nah und fern anzieht. Auch regionale Naturpärke sind eine gute Möglichkeit, den Tourismus zu fördern und Arbeitsplätze vor Ort zu schaffen.  (pd/MZ)