BÜRGLEN: Archäologen nehmen Dorfkern unter die Lupe

Der Dorfkern von Bürglen wird von Archäologen genauer untersucht. Grund ist die geplante Überbauung der Parzelle Pfarrmätteli. Bürglen war schon vor 3300 Jahren besiedelt und lag am Kreuzungspunkt wichtiger Verkehrswege.

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Luftaufnahme des Pfarrmättelis während der Prospektion mit dem Metalldetektor. Die gelben Punkte markieren die Fundstellen. (Bild: PD)

Luftaufnahme des Pfarrmättelis während der Prospektion mit dem Metalldetektor. Die gelben Punkte markieren die Fundstellen. (Bild: PD)

Bürglen befindet sich am Verbindungsweg des Reuss- und des Linthtals. Der Pass über den Klausen Richtung Linthtal wurde schon im 17. Jahrhundert vor Christus begangen, wie Funde bei der Passhöhe ergeben haben.

Die früheste urkundliche Erwähnung des Dorfes «Burgilla» stammt aus dem Jahr 857. Die ältesten bislang in Bürglen gesicherten Funde gehen auf die späte Bronzezeit zurück. Diese Funde wurden Ende des 19. Jahrhunderts beim Bau der Passstrasse in Bürglen gemacht, unweit des Pfarrmättelis, wo nun wieder gebaut werden soll.

Zwei von über 50 Münzen italienischer Prägung aus der Zeit um 1560, die bei der Begehung des Pfarrmättelis mit dem Metalldetektor zum Vorschein kamen. (Bild: PD)
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Insgesamt wurden bei der Begehung des Pfarrmättelis mit dem Metalldetektor über 50 Münzen italienischer Prägung aus der Zeit um 1560 geborgen. (Bild: PD)
Silberne Schulprämie aus dem 18. Jahrhundert, gefunden bei der Begehung des Pfarrmättelis mit dem Metalldetektor. Die Vorderseite zeigt das Urnerwappen; zu seinen Seiten der hl. Martin und ein Krieger mit Horn. (Bild: PD)
Rückseite mit Apfelschuss-Szene aus der Tellensage (Bild: PD)
Der schön gearbeitete Kruzifixus aus Bronze dürfte einmal an einem Rosenkranz befestigt gewesen sein. Er wurde bei der Begehung des Pfarrmättelis mit dem Metalldetektor gefunden. (Bild: PD)
Luftaufnahme des Pfarrmättelis während der Prospektion mit dem Metalldetektor. Die gelben Punkte markieren die Fundstellen. (Bild: PD)

Zwei von über 50 Münzen italienischer Prägung aus der Zeit um 1560, die bei der Begehung des Pfarrmättelis mit dem Metalldetektor zum Vorschein kamen. (Bild: PD)

Angesichts dieser Fakten stuft der Kanton Uri das Pfarrmätteli als «archäologisches Verdachtsgebiet» ein, wie er am Dienstag mitteilte. Er liess dort deshalb archäologische Vorabklärungen vornehmen.

Bei der Suche mit einem Metalldetektor wurden Gegenstände aus der Zeit zwischen dem 1. Jahrhundert vor Christus bis in die jüngste Zeit gefunden, so eine Gewandnadel (Fibel) aus der spätenen Latène- respektive der frühen römischen Kaiserzeit, 50 italienische Münzen von 1560 und eine Schulprämie (Auszeichnung) aus dem 18. Jahrhundert.

Eine zweite Vorabklärung wurde geophysikalisch durchgeführt. Hier stehen die Auswertungen noch aus. Der Kanton geht davon aus, dass Bürglen archäologisch noch für Überraschungen gut sein wird.

(sda)