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BÜRGLEN: Bürglen feiert seine neue Kirchenorgel

Drei Organisten entlockten der neuen Orgel vielseitige Klänge. Die Konzertbesucher zeigten sich begeistert vom neuen Instrument.
Georg Epp
Die drei Organisten Karl Arnold, Erwin Mattmann und Daniel Vetter (von links) ernteten viel Applaus für das Konzertprogramm. (Bild Georg Epp)

Die drei Organisten Karl Arnold, Erwin Mattmann und Daniel Vetter (von links) ernteten viel Applaus für das Konzertprogramm. (Bild Georg Epp)

Georg Epp

«Eine neue Hauptorgel einzuweihen ist ein Jahrhundertereignis, das längst nicht jede Generation erleben darf», sagte Susanne Bätscher-Planzer, Präsidentin des Kirchenrates Bürglen, am Sonntagabend. Sie konnte zahlreiche Konzertbesucher zur Orgel-Kollaudation begrüssen.

1810 Pfeifen – 6000 Arbeitsstunden

An der Kirchgemeindeversammlung im November 2013 startete das Vorhaben für eine neue Orgel. Eine Kommission erfasste die Bedürfnisse an ein neues Instrument und tätigte alle notwendigen Vorabklärungen. An der ausserordentlichen Kirchgemeindeversammlung im Juni 2015 wurde die Kreditvorlage genehmigt und die Orgelbaufirma Mathis aus Näfels beauftragt.

Ziemlich genau ein Jahr später konnte nun die neue Orgel gefeiert werden. Susanne Bätscher bedankte sich beim Orgelbauer Herrmann Mathis und seinem Team für die fantastische Zusammenarbeit. Ein grosser Dank ging auch an Orgelexperte Erwin Mattmann, der das ganze Projekt mit viel Fachwissen betreut und begleitet hat.

Das neue Orgelwerk besteht aus 1810 Pfeifen, davon 169 in Holz, die restlichen 1641 aus einer Zinn-Blei-Legierung. Zur Herstellung der rund 800 000 Franken teuren Orgel wurden nahezu 6000 Arbeitsstunden aufgewendet, das Gewicht beträgt rund 4,5 Tonnen. Hermann Mathis meinte: «Jede neue Orgel ist ein Meilenstein in der Geschichte einer Pfarrei. Sie ist gleichsam ein äusseres Zeichen für das unsichtbare pulsierende Leben einer Gemeinde.»

Vielseitiges Konzertprogramm

Kommissionsmitglied Armin Wyrsch hat den Ausbau der alten Orgel und den Aufbau der neuen Orgel mit der Kamera begleitet und festgehalten. In einem Zeitraffer konnten die Konzertbesucher die aufwendigen Bauarbeiten nochmals verfolgen.

Für Karl Arnold war es ein besonderes Erlebnis, das Konzert zu eröffnen. Seit 15 Jahren begleitet er den Kirchenchor Bürglen, und im nächsten Jahr feiert er sein 30-Jahr-Orgel-Jubiläum. Mit Johann Sebastian Bachs Präludium und Fuge in e-Moll hat Karl Arnold einen Bogen geschlagen zum Konzert, das zur Verabschiedung der alten Orgel gespielt worden war. Damit hat die neue Orgel mit ihrem für Bach typischen Plenium gezeigt, dass sie jetzt da ist und hoffentlich der Gemeinde viel Freude bereiten wird. Ins Konzert einbezogen wurde auch Daniel Vetter. Er wohnt in Bürglen und studiert zurzeit Kirchenmusik mit Hauptfach Orgel und Chorleitung an der Musikhochschule Luzern. Zusammen mit Orgelexperte Erwin Mattmann präsentierte er das Werk «Aria Sebaldina» von Johann Pachelbel. Mit diesem Werk wurde ausschliesslich das wieder zum Klingen gebrachte Rückpositiv verwendet, das mit der Chororgel klanglich am nahesten verwandt ist.

Im kammermusikalischen Werk «Wie schön leuchtet der Morgenstern» von Dieterich Buxtehude kam die Farbigkeit des Inneninstruments im Kleinen und die Möglichkeiten der Echowirkung speziell zur Geltung. Mit den Werken «Nun komm, der Heiden Heiland» und «Wer nur den lieben Gott lässt walten», beide von Johann Sebastian Bach brachte Erwin Mattmann verschiedene Solostimmen unter anderem auch Violine und Viola zum Klingen. Im Präludium und Fuge in d-Moll von Felix Mendelssohn erfüllte kraftvolle, energisch, stets vorwärtsdrängende Musik den Kirchenraum voll aus.

Lange anhaltender Applaus

Im letzten Werk «Singt dem Herrn ein neues Lied – Kantate für Chor, Gemeinde und Orgel» erlebte die Bürgler Kirchgemeindefamilie den Komponisten und Orgelexperten Erwin Mattmann zusammen mit dem Kirchenchor Bürglen unter der Leitung von Armin Wyrsch. Mattmann und Wyrsch zeigten hier auf eindrückliche Weise auf, dass die Orgel vor allem ein liturgisches Instrument ist, das sich für das gemeinsame Musizieren mit der Gemeinde und dem Chor bestens eignet.

Das fachkundige Publikum bedankte sich mit lange anhaltendem Applaus, mit einer Rose bedankte sich der Kirchenrat bei allen Beteiligten. Beim Apéro bot sich nochmals Gelegenheit, über das neue Jahrhundertwerk zu diskutieren, überall war Freude und grosse Begeisterung zu spüren.

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