BÜRGLEN: Die Sennen trotzen der Schwerkraft

An der traditionellen Bürgler Sennenkilbi haben die Fahnenschwinger ihre Banner wirbeln lassen. Einer lernte das Handwerk an einer WM im fernen Australien.

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Sennenvater Sepp Baumann hatte die Fahne trotz nur dreimaligem Üben gut im Griff. (Bild Urs Hanhart/Neue UZ)

Sennenvater Sepp Baumann hatte die Fahne trotz nur dreimaligem Üben gut im Griff. (Bild Urs Hanhart/Neue UZ)

Für jene, die den ersten Höhepunkt nicht verpassen wollten, war gestern nichts mit Ausschlafen. Denn die festlich gekleidete Sennenfamilie machte sich bereits kurz vor 9 Uhr auf den Weg zur Bürgler Kirche, um dem von Pfarrer Urs Zihlmann gehaltenen Festgottesdienst beizuwohnen. Während der Einzug nur vereinzelt Zuschauer anzulocken vermochte, waren es nach der Messe umso mehr, die sich aus gutem Grund auf dem Kirchplatz versammelten. Zu bestaunen gab es dort nämlich das traditionelle Fahnenschwingen. Dabei zeigte sich, dass auch in dieser Disziplin noch kein Meister vom Himmel gefallen ist.

Heuer wurde erstmals auf die alte Tradition verzichtet, zufällig ausgewählten Zuschauern eine Fahne in die Hand zu drücken. Dafür demonstrierten zwei absolute Könner, wie man ein Banner richtig wirbeln lässt. Einer von ihnen war Franz Zihlmann, der mit seiner schwungvollen Einlage allen die Show stahl. Allerdings war auch der Luzerner nicht vor den Tücken der Schwerkraft gefeit. Kurz vor dem Ende seiner fast perfekten Vorführung glitt ihm die Fahne aus der Hand.

Mit 65 Jahren hat Sepp Imhof das Fahnenschwingen erlernt
Viel Beifall gab es auch für Sepp Imhof. Der 85-jährige gebürtige Bürgler, der seit vier Jahren in Oberarth wohnt, lässt es sich jeweils nicht nehmen, für die Sennenkilbi in seine alte Heimat zurückzukehren. Zum Fahnenschwingen kam Imhof, seines Zeichens ein ehemaliger Langstreckenläufer, durch einen Zufall, und zwar im fernen Australien: «An der Leichtathletik-WM der Senioren, die vor 20 Jahren in Melbourne ausgetragen wurde, brauchte die Schweizer Delegation für den Einmarsch dringend einen Fahnenschwinger. Da habe ich das Ganze halt kurzerhand erlernt.»

Neben den Fahnenschwingern hatten unter anderem auch Trychler und Alphornbläser ihren Auftritt. Ein Unterhaltungsprogramm mit zahlreichen Attraktionen rundete die Sennenkilbi ab.

Urs Hanhart

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Urner Zeitung.