Bürglen
Nach Umfrage und Petition: Die Postleitzahl wird vorerst nicht geändert

Es war eine heisse Diskussion, ob die Postleitzahl in Bürglen vereinheitlicht werden soll. Der Gemeinderat hat nun entschieden, dass die Sonderlösung bestehen bleibt. Zumindest vorerst.

Florian Pfister
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Die Gemeinde Bürglen hat weiterhin zwei Postleitzahlen. Der untere Teil des Dorfes behält die Anschrift 6040 Altdorf, die Postanschrift wird nicht zu 6463 Bürglen vereinheitlicht. Zumindest vorerst, wie der Gemeinderat Bürglen mitteilt. Aufgrund der Coronapandemie sei nun kaum der passende Zeitpunkt, das Vorhaben weiterzuverfolgen. Die Zeiten seien bereits herausfordernd genug.

Die Langmattgasse in Bürglen hat die Anschrift 6460 Altdorf.

Die Langmattgasse in Bürglen hat die Anschrift 6460 Altdorf.

Bild: Urs Hanhart (20. November 2020)

Innerhalb des Gemeindegebiets von Bürglen gibt es hauptsächlich die zwei Anschriften 6463 Bürglen und 6460 Altdorf. Die Sonderlösung existiert seit der Einführung der Postleitzahl im Jahr 1964. Damals bediente der Altdorfer Pöstler den unteren Teil Bürglens. Was damals Sinn gemacht hat, ist heute überholt. Die Änderung könnte der Gemeinderat alleine bestimmen. Eine Abstimmung wäre nicht nötig, weder an der Urne noch an der Versammlung. Rund 1000 Einwohnerinnen und Einwohner sowie 75 Gewerbebetriebe wären betroffen. Der Gemeinderat führte daher eine Umfrage durch.

Gewerbeverein begrüsst den Entscheid

Insgesamt haben fast 700 Personen an der Umfrage teilgenommen. Rund zwei Drittel befürworten, dass die Postleitzahl vereinheitlicht werden soll. Von den betroffenen Bewohnern im «Neuland» und «Gotthardstrasse/Bürglergrund» sind jedoch nur knapp die Hälfte derselben Meinung. Wie aus der Umfrage hervorgeht, sind die Vorteile für die Bevölkerung, Verwechslungen zu vermeiden und die Adresse und die Wohngemeinde in Übereinstimmung zu bringen. Dagegen sprechen der Aufwand für Adressänderungen sowie der Aufwand für Änderungen von Anschriften und Drucksachen.

Gewerbebetriebe, welche betroffen sind, lehnen das Vorhaben deutlich ab. Sie nennen kaum Gründe, welche für eine Vereinheitlichung der Postleitzahl sprechen und sehen dieselben Nachteile wie die Bevölkerung. Ausserdem befürchten sie administrative Kosten und fehlende positive Auswirkungen.

Für Mario Schuler, Präsident des Gewerbevereins Bürglen, ist es keine Überraschung, dass sich die Betriebe so sehr gegen das Vorhaben ausgesprochen haben. Schuler selbst wäre von der Änderung betroffen gewesen. Er besitzt den Malerbetrieb R. & M. Schuler GmbH am Bürglergrund 18 in 6460 Altdorf. Er befürchtete insbesondere einen Imageschaden. Dass das Geschäft in Altdorf in der Nähe vom Strassenverkehrsamt ist, sei so in den Köpfen der Leute. «Ich bin erleichtert, dass die Adresse bestehen bleibt», sagt er.

«Ich denke, der Gemeinderat hat nun erkannt, dass der Widerstand gross ist.»

Der Widerstand zeigt sich auch in einer Petition, welche rund 300 Personen unterschrieben haben. Die Petitionäre haben die gesammelten Unterschriften am vergangenen Freitag persönlich der Gemeindepräsidentin eingereicht. Der Entscheid des Gemeinderats berücksichtigte die Petition. Er verfolgt sein Vorhaben also vorerst nicht weiter, ganz vom Tisch ist die Diskussion aber nicht. Der Gemeinderat will «zu gegebener Zeit» mit dem betroffenen Gewerbe und den betroffenen Einwohnerinnen und Einwohnern in Kontakt treten.

Die ausführliche Mitteilung des Gemeinderats finden Sie unter www.buerglen.ch.