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BÜRGLEN: Erdbebensicherheit macht Projekt teurer

Das Oberstufenschulhaus, die Sporthalle und das Gemeindehaus müssen saniert werden. Rechnete man vor einem Jahr noch mit Kosten von 4,1 Millionen Franken, kommt die Sanierung nun 1 Million Franken teurer. Das letzte Wort hat das Stimmvolk.
Carmen Epp
Das Oberstufenschulhaus Schiesshausmatt muss dringend saniert werden. (Bild: Archiv UZ (Bürglen, 13. April 2016))

Das Oberstufenschulhaus Schiesshausmatt muss dringend saniert werden. (Bild: Archiv UZ (Bürglen, 13. April 2016))

Carmen Epp

carmen.epp

@urnerzeitung.ch

Das Schulhaus Schiesshausmatt in Bürglen ist in die Jahre gekommen. Seit der Bauzeit in den Jahren 1976/77 wurde nur wenig ­renoviert. Nun wird eine um­fassende Sanierung notwendig. Gleichzeitig sollen auch Sanierungsmassnahmen an der Sporthalle sowie am Gemeindehaus vorgenommen werden.

Die Bürgler Bevölkerung wurde bereits über das Vorhaben informiert und hat an der Offenen Dorfgemeinde vom April 2016 einen Planungskredit in der Höhe von 140000 Franken angenommen. Am Sonntag, 24. September, folgt nun der nächste Schritt: Das Bürgler Stimmvolk entscheidet an der Urne über ein Kreditbegehren von 5,17 Millionen Franken für die anstehenden ­Sanierungsarbeiten.

Erdbebensicherheit und Brandschutz werden teurer

Damit kommt die Sanierung rund 1 Million Franken teurer zu stehen als noch an der Offenen Dorfgemeinde im April 2016 angenommen wurde. Peter Gisler, Leiter der Bauabteilung der Gemeinde Bürglen, erklärt die Abweichung wie folgt: Am Vorprojekt, das an der Offenen Dorfgemeinde präsentiert wurde, habe sich grundsätzlich nichts verändert. Im Rahmen der Detailplanung habe man das Vorprojekt vertiefter angeschaut und mit den gesetzlichen Rahmenbedingungen verglichen. Dabei sei man unter anderem auch auf das Thema Erdbebensicherheit gekommen. Zwar seien die betroffenen Gebäude nicht etwa unsicher oder gefährdet. «Die vertiefte Überprüfung des Vorprojekts durch einen Ingenieur hat aber gezeigt, dass zusätzliche Massnahmen nötig sind, um die gesetzlichen Bestimmungen erfüllen zu können», sagt Peter Gisler. Konkret muss neu stellenweise ein Stahlfachwerk eingebaut werden, um die Erdbebensicherheit zu gewährleisten. Das bringt Kosten von rund 200000 Franken mit sich, mit denen man beim Vorprojekt noch nicht gerechnet hatte.

Bei der Vorprüfung des Projekts beim Kanton seien ausserdem noch Auflagen bezüglich Brandschutz hinzugekommen, erklärt Peter Gisler weiter. So müssen gewisse Türen verstärkt oder ersetzt werden, was ebenfalls nicht Bestandteil des Vorprojekts gewesen wäre. Zusätzlich entsteht im Dachgeschoss aber mehr Raum als noch im Vorprojekt vorgesehen. Peter Gisler gibt ausserdem zu bedenken, dass das Vorprojekt mit einer Kostengenauigkeit von plus/minus 20 Prozent behaftet war. Mit der vertieften Ausarbeitung des Bauprojekts sei der Detaillierungsgrad gestiegen, die Kostengenauigkeit auf plus/minus 10 Prozent gesunken. Ausserdem sei aufgrund der Wärmedämmung mit einem Kantonsbeitrag von 96000 Franken zu rechnen.

Im Zentrum der geplanten Sanierungsmassnahmen steht das Schulhaus Schiesshausmatt. Dieses weise heute vor allem an der Gebäudehülle erhebliche Schäden auf, hinzu kommen Schäden durch Abnutzung und die technische Überalterung des Gebäudes, wie es in der Abstimmungsbotschaft heisst. Neben Sanierungsmassnahmen im Innern des Schulhauses erfährt das Gebäude auch äusserlich eine Veränderung. So wird etwa das Dachgeschoss ausgebaut und die Fassade saniert. Dadurch erhält das Oberstufenschulhaus ein neues Erscheinungsbild. «Der Charakter und der bisherige Nutzungszweck werden aber beibehalten», schreibt der Schulrat in der Abstimmungsbotschaft.

An der Sporthalle sind keine wesentlichen räumlichen Veränderungen geplant. Lediglich ein hindernisfreier und gedeckter Zugang, der Ersatz von Fenstern und weitere Arbeiten sind hier vorgesehen. Im Gemeindehaus schliesslich sollen unter anderem ein behindertengerechter Lift sowie ein hindernisfreies WC eingebaut werden.

«Auf jeglichen Luxus verzichtet»

Das Projekt beruhe auf Grundlagen, «die dem technischen Standard und den Anforderungen unserer Zeit entsprechen», heisst es in der Botschaft. «Auf wünschbare Ausrüstungen und jeglichen Luxus wurde verzichtet.» Das Kreditbegehren ist im Finanzplan 2016 bis 2022 der Gemeinde Bürglen enthalten, die Investition für die Gemeinde gemäss Abstimmungsbotschaft «finanziell verkraftbar und tragbar». Mit den Sanierungsmassnahmen wolle der Schulrat sicherstellen, dass insbesondere am Oberstufenschulhaus in den nächsten 20 bis 30 Jahren keine grösseren Investitionen mehr notwendig werden.

Nimmt das Bürgler Stimmvolk den Kredit am 24. September an, soll im Winter mit der Sanierung begonnen werden. Die Bauarbeiten dauern ungefähr anderthalb Jahre, wobei bei lärm- und staubintensiven Arbeiten auf die schulfreie Zeit Rücksicht genommen wird.

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