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BÜRGLEN: Kirchenrat kritisiert Verlautbarungen des Bistums Chur

Der Kirchenrat von Bürglen wirft dem Bistum Chur vor, das Ansehen seines Dorfpfarrers öffentlich infrage zu stellen, um sein eigenes, in der Öffentlichkeit ramponierte Image wieder herzurichten. Er bekräftigte, den Konflikt im Gespräch klären zu wollen.
Pfarrer Wendelin Bucheli (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Pfarrer Wendelin Bucheli (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Für den Kirchenrat Bürglen sei der Verdacht nicht von der Hand zu weisen, dass es sich beim «Fact sheet» um eine kommunikative Offensive handle, um das angeschlagene öffentliche Ansehen des Bistums Chur wieder herzurichten.

Das Bistum hatte am Donnerstag erklärt, Pfarrer Wendelin Bucheli habe am 2. Februar gegenüber Bischof Vitus Huonder erklärt, er sehe ein, dass er «den Bischof in eine schwierige Lage gebracht habe und nicht in Bürglen bleiben könne».

Nach Angaben des Kirchenrates hat Huonder dies auch in einem Brief vom 4. Februar so dargestellt. Bucheli habe diese Aussagen jedoch umgehend sowohl mündlich am 7. wie auch schriftlich am 10. Februar zurückgewiesen, weil sie nicht dem Gespräch mit dem Bischof entsprächen, heisst es in der Mitteilung aus Bürglen.

Kirchenrat glaubt dem Pfarrer

Der Kirchenrat schreibt, er habe keinen Grund anzunehmen, dass Bucheli bei Huonder um seine Versetzung gebeten haben solle. Dass das Bistum nun das Ansehen des Pfarrers öffentlich infrage stelle und ihn indirekt gar als Lügner hinstelle, befremde. Dies sei eines bischöflichen Ordinariats nicht würdig.

Das Bistum hatte zudem mitgeteilt, dass ein Gespräch zwischen Huonder und Bucheli zwischen November 2014 und Februar 2015 mehrmals verschoben worden sei, weil der Pfarrer krankgeschrieben gewesen sei. Der Kirchenrat schreibt dazu, er habe Mühe damit, dass das Bistum Bucheli aus seiner Erkrankung - es habe sich um einen Streifschlag gehandelt - einen Vorwurf mache.

All dies dürfe aber nicht davon ablenken, dass der Wunsch Huonders, Bucheli als Pfarrer von Bürglen abzuberufen, aus Sicht des Kirchenrates unangemessen hart sei. Der Kirchenrat stehe weiterhin vorbehaltlos hinter seinem Pfarrer.

Der Kirchenrat bekräftigte zudem seine Bereitschaft für ein klärendes Gespräch mit Huonder. Bis anhin sei auf die Anfrage des Kirchenrates beim Bischof aber noch kein Terminvorschlag eingetroffen. Bei einem Gespräch könne es nur Gewinner geben. Dies sei zudem die einzige christliche Art, um mit dem Konflikt umzugehen.
Das Bistum Chur wollte die Aussagen des Kirchenrates von Bürglen nicht kommentieren. Wie angekündigt, werde als nächstes Bischof Charles Morerod ein Gespräch mit Pfarrer Bucheli führen. Das sei so abgesprochen, lässt das Bistum verlauten.

Ausgangspunkt des Streits ist Buchelis Segnung eines lesbischen Paares im vergangenen Herbst. Huonder forderte den Pfarrer zur Demission auf. Der Churer Bischof einigte sich mit Bischof Charles Morerod darauf, dass Bucheli in das Westschweizer Bistum zurückgerufen wird, wo er geweiht worden war. Bucheli lehnte die geforderte Demission ab und erhielt dabei die Unterstützung Bürglens.

Pfarrei-Initiative solidarisiert sich mit Pfarrer Bucheli

Der Vorstand der Pfarrei-Initiative hat Pfarrer Wendelin Bucheli und der Pfarrei Bürglen mitgeteilt, dass sie auf die Solidarität und Unterstützung der Pfarrei-Initiative zählen können. Die Pfarrei-Initiative ist im Jahr 2012 unter anderem deswegen gegründet worden, um Seelsorger zu unterstützen, die wegen ihres seelsorgerlichen Engagements Gefahr laufen, auf Druck von Kirchenobern ihre Stelle zu verlieren. Über 500 Seelsorger, die in ihrer Praxis ähnlich handeln wie Pfarrer Wendelin Bucheli, sind auf diesen Weg der gegenseitigen Solidarität eingetreten. Die Vielfalt der Menschen und ihrer Lebensentwürfe brauche auch von der Kirche eine kreative und vielfältige Begleitung.

Wie die Initianten in einer Mitteilung schreiben, wehrt sich die Pfarrei-Initiative gegen die autoritäre und hartherzige Art und Weise, wie vom Ordinariat in Chur ein Seelsorger und die Gemeinde mit harten Sanktionen abgestraft werden, ohne dass mit ihnen ein einvernehmliches Gespräch gesucht wird.

Solche Massnahmen werden heute von den Menschen immer weniger verstanden und gebilligt. Sie seien einer Kirche unwürdig. Die Initianten ermutigen die Gemeinde von Bürglen zusammen mit Pfarrer Bucheli den Weg des Widerstandes gegen diskriminierende Massnahmen nicht aufzugeben.

sda/rem

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