Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

BÜRGLEN: Markus Frösch: «Ich muss für jeden Bürger da sein»

Markus Frösch verfolgt ein klares Ziel: Der neue Gemeindepräsident kämpft für einen attraktiven Dorfkern und eine verträgliche West-Ost-Verbindung.
Markus Frösch ist die Gemeinde Bürglen ans Herz gewachsen. Nun präsidiert er den Gemeinderat. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)

Markus Frösch ist die Gemeinde Bürglen ans Herz gewachsen. Nun präsidiert er den Gemeinderat. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)

Anian Heierli

Markus Frösch arbeitet als Projektleiter bei der Baudirektion. Gleichzeitig ist er nun auch Gemeindepräsident von Bürglen. Doch sind dieses Amt und seine Anstellung beim Kanton problemlos vereinbar? «Klar», sagt Frösch. «Wichtig ist aber, dass ich transparent kommuniziere.» Der 47-Jährige ist nun seit sechs Jahren Mitglied des Gemeinderats. Bis heute hat seine Anstellung beim Kanton weder zu Kritik noch zu Problemen geführt. «Ich trete aber bei Geschäften, die sowohl Uri als auch Bürglen betreffen, beim Kanton konsequent in den Ausstand», sagt er. Zurzeit ist das bei der Debatte über die neue West-Ost-Verbindung und der viel diskutierten Tempo-30-Zone im Bürgler Dorfkern der Fall.

Kontakte zum Kanton nutzen

Für Frösch birgt die Schnittstelle Kanton/Gemeinde sogar grosse Chancen. «Ich kann gewisse kantonale Haltungen nachvollziehen und diese in die Diskussion im Gemeinderat einbringen. Andererseits kann ich in Sitzungen beim Kanton die Sicht der Bürgler darlegen», sagt er. Auch die Urner Regierung sieht an Fröschs Doppelfunktion kein Problem und hat ihm das OK fürs Gemeindepräsidium gegeben.

Positiv eingestellt

Markus Frösch war schon vor seiner Zeit als Gemeinderatsmitglied am politischen Geschehen interessiert. «Ich mache mir bei jedem Geschäft eine eigene, dezidierte Meinung», betont er. Eine parteipolitische Färbung habe er aber nicht. «Und als Gemeindepräsident will ich für alle Bürger da sein. Da spielt die Partei keine Rolle mehr.» Der Zukunft seiner Gemeinde sieht er positiv entgegen. Während andere Urner Gemeinden von Abwanderung betroffen sind, ist Bürglen langsam und konstant am Wachsen. Das bringe aber auch Risiken mit sich, so Frösch. «Wir müssen aufpassen, dass unser Dorfleben entsprechend mitwächst.»

Er und der Gemeinderat sind deshalb daran interessiert, die Neugestaltung des Dorfplatzes auf dem «Pfarrmätteli» so umzusetzen, dass alle damit leben können. «Es braucht einen Weg, bei dem Post, Bank, Restaurant und die Dorfläden bleiben», sagt Frösch. «Es ist aber auch wichtig, dass wir gegenüber den Anwohnern offen über das weitere Vorgehen kommunizieren.

Gerade auch weil die Meinungen heute noch teilweise auseinander gehen.» Ein weiteres Geschäft, das zurzeit für heisse Diskussionen sorgt, ist die geplante Tempo-30-Zone auf der Klausenstrasse im Dorfkern. «Der Gemeinderat steht klar hinter der Zonenänderung», so Frösch. Die Bürgler können aber nicht aktiv über die Zonenänderung abstimmen, denn der definitive Entscheid liegt bei der Regierung, da es sich um eine Kantonsstrasse handelt. Doch selbst wenn die Tempo-30-Zone auf der Klausenstrasse nicht kommt, will der Bürgler Gemeinderat in den umliegenden Quartieren im Dorfkern auf Grundlage eines Verkehrskonzeptes Tempo 30 einführen.

Chancen der West-Ost-Verbindung

Immer wieder zu reden gibt in Bürglen nach wie vor die Ost-West-Verbindung. «Seit der Richtplan verabschiedet ist, haben wir aber nicht mehr für oder gegen das Projekt zu sein», erklärt Frösch. «Wir müssen dafür arbeiten, sollte die WOV kommen, dass sie für Bürglen eine Chance und kein Risiko birgt.» Konkret spricht er in der momentanen Phase vom Bereich Gotthardstrasse. Frösch ist es wichtig, dass das dortige Gewerbe und die Anwohner nicht unter einer unerträglichen Verkehrssituation leiden müssen. Das erste Amtsjahr als Gemeindepräsident bietet zudem einen ganz speziellen Höhepunkt: Frösch will der ganzen Schweiz die Schönheit Bürglens näher bringen. Gemeinsam mit den anderen Schächentaler Gemeinden ist Bürglen im April offizieller Gast am Zürcher Sechseläuten. «Dabei wollen wir fürs schweizweit einzige Tellmuseum weibeln, das demnächst renoviert wird», so Frösch. Die anfallenden Arbeiten kosten rund eine Million Franken. Und für die Finanzierung werden noch Sponsoren gesucht.

«Bürglen ist das sonnigste Dorf»

Ganz offensichtlich ist Frösch Bürglen stark ans Herz gewachsen. Der gebürtige Zofinger schwärmt in den höchsten Tönen von seiner Wahlheimat. «Bürglen ist das sonnigste Dorf im Kanton. Ich will in keinem anderen Ort mehr wohnen.» Inzwischen lebt Frösch seit 16 Jahren zusammen mit seiner Frau Steffi, einer gebürtigen Altdorferin, fast mitten im Dorf gleich neben der Kirche.

Seine Freizeit verbringt Frösch bevorzugt im sonnigen Garten bei der Arbeit, beim Lesen und Geniessen. Zudem betreibt er mit drei Freunden einen kleinen Rebberg im Tessin.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.