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BÜRGLEN: Museumsumbau ist auf Kurs

Vier Tage nach der Schliessung des Tell-Museums wurde mit der Sanierung gestartet. Das Geld für die aufwendige Renovation ist fast beisammen.
Paul Gwerder
Die Verantwortlichen der Tell-Museumsgesellschaft, Paul Arnold (links) und Erich Herger (rechts), verabschieden Konservator Hans Jörg Kuhn. (Bild Paul Gwerder)

Die Verantwortlichen der Tell-Museumsgesellschaft, Paul Arnold (links) und Erich Herger (rechts), verabschieden Konservator Hans Jörg Kuhn. (Bild Paul Gwerder)

Paul Gwerder

«Für mich war das erste Jahr als Vorsitzender der Tell–Museumsgesellschaft Uri intensiv in Gedanken und Taten», sagte Erich Herger an der 59. Generalversammlung am Samstagabend in Bürglen. «Im Zentrum stand die Erneuerung unseres Tell-Museums.» Die Öffentlichkeitsarbeit der Gesellschaft trägt erste Früchte, denn im vergangenen Jahr durfte ein zunehmendes Medieninteresse beobachtet werden. So wa­ren ein Westschweizer und ein ARD-Fernsehteam sowie eine Equipe eines New Yorker Tourismusfernsehsenders zu Besuch im Tell-Museum. «Immer wichtiger für solche Kontakte ist die her­vorragende Zusammenarbeit zwischen uns und Uri Tourismus», erklärte Herger.

650 Gegenstände inventarisiert

Das Museum war während fünf Monate offen, von Mitte Mai bis Mitte Oktober. In dieser Zeit hatte Uri Tourismus drei Museumstage mit Führungen organisiert. Ein Drittel aller Erträge, nämlich 12 200 Franken, konnten durch Museumseintritte erzielt werden, dazu kam der Verkauf von Kioskartikeln in der Höhe von rund 3000 Franken. «In Anbetracht der bevorstehenden Neuorganisation des Museumsbetriebes, verbunden mit dem Umbau und dem neuen Ausstellungskonzept, haben wir keine aussergewöhnlichen Umstellungen vorgenommen, durften uns aber immer auf unser hervorragendes Personal und in besonderen Fällen auf die Unterstützung von Paul Arnold und Karl Gisler verlassen», so Herger.

Zwei Tage nach der Schliessung wurde das Museumsgut gezügelt, entweder in den Kulturgüterschutzraum oder in einen Zivilschutzraum der Gemeinde. Zuvor musste Karl Gisler in einer Sisyphusarbeit sämtliche 650 Gegenstände inventarisieren. Am 19. Oktober, vier Tage nach der Schiessung, konnte wie geplant mit den Sanierungsarbeiten begonnen werden. Paul Arnold, Präsident der Bau- und Ausstellungskommission, stellte an der GV anschaulich den Umbau des Tell-Museums vor. «Die neue Ausstellung soll die Besucher zur Überlegung anregen, was überhaupt ein Held ist. Die Gäste sollen sich auch kritisch mit dem Mythos Wilhelm Tell auseinandersetzen», erklärte Arnold. Spätestens am 28. Mai 2016, am feierlichen Eröffnungsfest, wird das Geheimnis um das neu gestaltete Konzept gelüftet.

Die geschätzten Kosten für den Umbau und die Sanierung belaufen sich auf rund 960 000 Franken. Die Gemeinde Bürglen (80 000 Franken) und der Kanton Uri (120 000 Franken) sind mit ihren Beiträgen mit dem guten Beispiel vorangegangen, sodass viele Stiftungen, Firmen und Spender nachzogen und einen grossen Teil des benötigten Geldes sprachen. Die Tell-Museumsgesellschaft selber trug ungefähr 150 000 Franken bei. Jetzt fehlen nur noch einige 10 000 Franken. Paul Arnold ist zuversichtlich, dass das Patronatskomitee unter der Leitung von alt Landammann Josef Arnold diese Mittel noch auftreiben wird.

Konservator verabschiedet

Seit 2004 ist Hans Jörg Kuhn Mitglied des Museumsrates und Konservator des Tell-Museums. «In dieser langen Zeit hat Kuhn sehr seriöse Arbeit geleistet. Wir konnten immer auf sein Fachwissen zurückgreifen, so auch jetzt, als er uns als Zügelmeister unter die Arme griff», sagte Erich Herger. «Dies tönt sehr einfach, ist es aber nicht, denn Kuhn verstand den Umgang mit dem kostbaren Gut meisterhaft». Dafür dankte ihm der Präsident von Herzen und überreichte ihm ein kleines Geschenk. Nun hat Kuhn seinen Rücktritt eingereicht. Mit dem Urner Romed Aschwanden, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Basel, wurde ein würdiger Nachfolger gefunden. Für seine 25-jährige Tätigkeit als Museumsrat erhielt zudem Emil Walker ein Präsent.

Planung sorgt für Defizit

Die Rechnung der Gesellschaft verzeichnet ein Minus von rund 22 000 Franken. «Der Umbau, insbesondere der Planungsaufwand, haben Spuren hinterlassen, dies ist der wesentliche Grund für das relativ grosse Defizit», erklärte Kassier Egon Arnold. «Grundsätzlich steht die Gesellschaft aber auf soliden Beinen, und dank der Reserven können wir diesen Mehraufwand verkraften.»

Regierungsrat Beat Jörg dankte dem Museumsrat für die wertvolle Arbeit. «Ich staune immer wieder, wie im Kanton Uri das Milizsystem der Bürger die Gemeinschaft prägt, und ich habe den Eindruck, dass Wilhelm Tell genau so war wie wir», sagte der Bildungs- und Kulturdirektor. «Insbesondere freue ich mich auf die glanzvolle Eröffnung im nächsten Jahr und auf die vielen neuen Begegnungen mit dem Mythos Tell.»

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