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Bürglen: Spatenstich für KW Schächen ist erfolgt

Am Unterlauf des Schächens wird für 21,4 Millionen Franken ein neues Laufwasserkraftwerk gebaut. Ab Ende 2019 soll es 3600 Haushalte mit nachhaltigem Strom aus Urner Wasserkraft versorgen.
Urs Hanhart
Der Spatenstich für das KW Schächen konnte bei herrlichem Wetter vorgenommen werden. (Bild: Urs Hanhart (Bürglen, 27. September 2018))

Der Spatenstich für das KW Schächen konnte bei herrlichem Wetter vorgenommen werden. (Bild: Urs Hanhart (Bürglen, 27. September 2018))

Nach neun Jahren intensiver Planungs-, Vorbereitungs- und Verhandlungszeit war es am 27. September endlich soweit: Vertreter von EW Altdorf, Kanton Uri, Korporation Uri und der beauftragen Baufirmen konnten in die Hände spucken, zur Schaufel greifen und den Spatenstich für das Kraftwerk Schächen vollziehen.

Ausgeführt wurde dieser symbolische Akt bei prächtigem Altweibersommerwetter unmittelbar vor dem bestehenden Kraftwerk Bürglen. Dort wird die Wasserfassung für das neue Kraftwerk gebaut. Die Zentrale wird 2,5 Kilometer flussabwärts auf dem Ruag-Areal erstellt. Somit überwindet die Druckleitung, die - ausser im obersten Bereich - hauptsächlich auf der linken Dammseite des Schächens verläuft, ein Bruttogefälle von 81 Metern.

Eine logische Weiterentwicklung

«Unter den 76 grösseren Urner Bächen hat der Schächen für die Urner Energieproduktion eine ganz wichtige Bedeutung», betonte Werner Jauch, Verwaltungsratspräsident der KW Schächen AG. Schon 1894 habe der Urner Regierungsrat eine Konzession zur Nutzung des Schächens erteilt. Nur ein Jahr später habe das EWA sein erstes Kraftwerk an diesem Bach gebaut.

Später seien dann auch die oben liegenden Bäche des Schächentals durch die KW Schächental AG, ein Partnerwerk des EWA, genutzt worden. «Die Geschichte zeigt, dass der Schächen gewissermassen in der DNA des EWA liegt. So gesehen ist es auch folgerichtig, dass nun auch die letzte Kaskade dieses Baches genutzt wird», sagte Jauch. Das neue Kraftwerk sei eine logische Weiterführung der bestehenden Werke.

Sie freuen sich, dass der Bau des KW Schächens endlich losgeht (von links) Rolf Infanger, Präsident Korporation Uri, Werner Jauch, Präsident der KW Schächen AG, und Landammann Roger Nager. (Bild: Urs Hanhart (Bürglen, 27. September 2018))

Sie freuen sich, dass der Bau des KW Schächens endlich losgeht (von links) Rolf Infanger, Präsident Korporation Uri, Werner Jauch, Präsident der KW Schächen AG, und Landammann Roger Nager. (Bild: Urs Hanhart (Bürglen, 27. September 2018))

Ein sehr komplexes Projekt

Ein erstes Vorprojekt für das Kraftwerk Schächen gab es bereits 2009. Bis zum Spatenstich sind also fast zehn Jahre verstrichen. Zu den Gründen für die lange Dauer erklärte Jauch: «Wir mussten zahlreiche Bewilligungsschritte durchlaufen. Zudem ist die Komplexität dieses Projekt sehr hoch. Wir bauen hier mittendrin im belebten und dicht bebauten Wohn- und Wirtschaftsraum des Urner Talbodens. In einem Seitental ist es demgegenüber viel einfacher ein Kraftwerkprojekt zu realisieren.»

Unter anderem musste auch das Projekt WOV, die geplante neue West-Ost-Strassenverbindung, mit eingeplant werden. Dies weil die WOV das Ruag-Areal, in welchem die Zentrale des neuen Kraftwerks gebaut wird, stark tangiert. «Hier bestand und besteht Koordinationsbedarf und die KW Schächen AG hat von allem Anfang an eng mit dem WOV-Verantwortlichen zusammengearbeitet», so Jauch.

Urner Unternehmen sollen berücksichtigt werden

An der KW Schächen AG sind nebst Hauptaktionär EWA (51 Prozent), auch der Kanton Uri (34) und die Korporation Uri (15) beteiligt. Sie buttern rund 21,4 Millionen Franken in das neue Werk. Dazu sagte Jauch: «Diese Investition wird auf viele Arten Werte genieren. Zuallererst steigern wir die Produktion von sauberem, nachhaltigem Strom aus Urner Wasserkraft und leisten damit einen Beitrag an die Energiestrategien von Bund und Kanton. Darüber hinaus bringt das Kraftwerk einen beachtlichen wiederkehrenden volkswirtschaftlichen Nutzen.»

Von der Gesamtinvestition soll mehr als drei Viertel in Form von Aufträgen an Unternehmen in Uri fliessen. Die Wasserzinsen aus dem Kraftwerk sollen künftig 240 000 Franken pro Jahr betragen. Für die Gemeinden Bürglen und Schattdorf generiere der Betrieb zusätzliche Steuereinnahmen. Und nicht zuletzt sichere das Projekt auch bestehende Arbeitsplätze.

Die Wasserfassung für das neue Kraftwerk wird unmittelbar beim bestehenden KW Bürglen gebaut. (Bild: Urs Hanhart (Bürglen, 27. September 2018))

Die Wasserfassung für das neue Kraftwerk wird unmittelbar beim bestehenden KW Bürglen gebaut. (Bild: Urs Hanhart (Bürglen, 27. September 2018))

«Starkes Zeichen für einheimische Wasserkraft»

Baudirektor Roger Nager sprach beim Spatenstich von «einem wichtigen Meilenstein in der Geschichte der Urner Wasserkraft». Das Projekt sei ein wichtiger Schritt bei der Umsetzung der Gesamtenergiestrategie im Kanton Uri. Mit der Beteiligung der öffentlichen Hand von 49 Prozent setze man ein starkes Zeichen für die einheimische Wasserkraft.

Rolf Infanger, Präsident der Korporation Uri, betonte: «Wir im Kanton Uri gehören zu den Glücklichen, die noch neue Wasserkraftwerke bauen dürfen. In der heutigen Zeit ist das eine Seltenheit. Das ist nur möglich, weil die Korporationen Uri und Ursern zusammen mit dem Kanton sowie dem Snee eine gute Ausgangslage geschaffen haben und das EWA ein grosses Engagement an den Tag gelegt hat.»

Die Zentrale des KW Schächen. (Illustration: PD)

Die Zentrale des KW Schächen. (Illustration: PD)

Die Bauzeit für das neue Laufwasserkraftwerk soll etwas mehr als ein Jahr betragen. Ende 2019 soll es ans Netz und pro Jahr 16,4 GWh produzieren, was für die Versorgung von 3600 Haushalten mit Strom ausreicht.

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