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BÜRGLEN: Tempo 30: Diskussion bleibt kontrovers

Die Befürworter sprechen von einem «Sicherheitsgewinn». Einzelne Gegner halten eine Tempo-30-Zone auf der Klausenstrasse für eine reine «Modeerscheinung». Noch hat sich keine der Parteien entschieden, das Urteil ans Bundesgericht weiterzuziehen.
Markus Zwyssig
Um die «Adler»-Kurve soll bald langsamer gefahren werden. (Bild: Florian Arnold (Bürglen, 12. Februar 2014))

Um die «Adler»-Kurve soll bald langsamer gefahren werden. (Bild: Florian Arnold (Bürglen, 12. Februar 2014))

Markus Zwyssig

markus.zwyssig@urnerzeitung.ch

«Die Tempo-30-Zone ist ein elementarer Bestandteil unseres Verkehrskonzepts», sagt der Bürgler Gemeindepräsident Markus Frösch. Erarbeitet habe der Gemeinderat Bürglen dieses zusammen mit Vertretern aus Anwohnerschaft, Gewerbe und dem Kanton. «Der Gemeinderat wertet den Entscheid positiv, dass auch das Urner Obergericht die rund 200 Meter lange Tempo-30-Zone durch das Zentrum von Bürglen als notwendig, verhältnis- und zweckmässig erachtet», so Frösch.

Nun hoffe der Gemeinderat, dass bald mit den an diese Tempo-30-Zone gebundenen Massnahmen des Verkehrskonzepts begonnen werden könne. «Dabei geht es um die Sicherheit der Fussgänger und insbesondere der Schüler, um ein gutes Parkplatzkonzept sowie um sicherere Zufahrten in Quartiere», so Frösch. Er sieht sich mit dem Urteil des Urner Obergerichts bestätigt. Dieses hat den Entscheid des Regierungsrats gestützt, dass in Bürglen eine Tempo-30-Zone auf der Klausenstrasse eingeführt werden kann (siehe unsere Zeitung von gestern).

Wie versprochen nehme der Gemeinderat nach den Sommerferien aber auch Kontakt zum Komitee auf, das in Form einer Petition rund 900 Unterschriften für eine sichere Klausenstrasse ohne Tempo-30-Zone gesammelt hat. «Ziel ist es, die Umsetzungen des Verkehrskonzepts mit den Vorschlägen des Komitees abzugleichen», so Frösch. Daraus solle die grösstmögliche Verbesserung der Sicherheit für die Fussgänger sowie den Langsamverkehr erzielt werden. Frösch gibt sich überzeugt, dass trotz Tempo 30 auf der Klausenstrasse weiterhin eine behinderungsfreie Fahrt ohne Zeitverlust durch Bürglen gewährleistet bleibt.

Nager will die Zone möglichst schnell umsetzen

Auch Baudirektor Roger Nager hat den Entscheid des Urner Obergerichts positiv aufgenommen. «Grundsätzlich befinden wir uns offensichtlich auf dem richtigen Weg», stellt er fest. Jetzt müsse man abwarten, ob es allenfalls Verzögerungen gäbe. Die Begründung des Entscheids liege noch nicht vor. «Zum jetzigen Zeitpunkt ist nicht klar, ob die Gegner das Urteil ans Bundesgericht weiterziehen.» Ziel sei es aber, mit der Gemeinde Bürglen zusammen die Tempo-30-Zone möglichst rasch umzusetzen.

«Diese Anpassung bringt einen Sicherheitsgewinn auf der Klausenstrasse», so Nager. Die Einschränkungen für die Verkehrsteilnehmer sei vertretbar. Nager weist darauf hin, dass es im Kanton Uri bereits Tempo-30-Zonen gibt – auch auf Kantonsstrassen. Beispielsweise gelte durch das Dorf Andermatt schon seit längerer Zeit diese Limite. In Altdorf seien mit den flankierenden Massnahmen zur neuen West-Ost-Verbindung ebenfalls neue Tempo-30-Zonen geplant. «Hier gibt es jedoch noch Einsprachen, die behandelt werden müssen», so Nager. Nicht alle würden sich gegen Tempo 30 wehren. Es gäbe auch Einsprecher, die sogar noch eine grössere Tempo-30-Zone wollten.

«Technische Fortschritte sind gewichtiger»

Anders sieht dies Roman Osusky. Er ist klar gegen eine Tempo-30-Zone durch Bürglen. «Das bringt nichts», sagt der Augenarzt, der in Bürglen wohnt. «Solche Beschränkungen sind eine Modeerscheinung.» Wichtiger für die Sicherheit seien die technischen Verbesserungen bei den Fahrzeugen, die in den vergangenen Jahren erzielt worden seien. Viel genützt hätten die Einführung von Sicherheitsgurten und Airbags. Alle wünschten sich in der «Adler»-Kurve mehr Sicherheit, so Osusky. Lastwagen würden aber heute schon nur 10 bis 20 und Personenwagen 30 Kilometer pro Stunde fahren.

Michael Meier, Präsident der TCS Sektion Uri, hat das Urteil im Dispositiv erhalten. Befremdet und erstaunt ist er darüber, dass er die Begründung des Gerichtsentscheids aus den Medien entnehmen musste. «Das ist nicht das richtige Vorgehen», sagt er. «Als Beschwerdeführer müssten wir die Begründung nicht erst in einigen Wochen erhalten.» So oder so will die Urner Sektion das begründete Urteil abwarten. «Erst dann werden wir zusammen mit den Partnern entscheiden, ob wir das Urteil ans Bundesgericht weiterziehen», sagt Meier. «Erfreut sind wir hingegen darüber, dass die Baudirektion detaillierte Verbesserungsvorschläge entgegengenommen hat und bereit ist, diese zu prüfen», so der Präsident der Urner TCS-Sektion. Enthalten ist darin auch die Möglichkeit einer Tempo-40-Zone durch das Bürgler Dorf.

Martin Huser von der IG Pro Klausenstrasse, welche die Petition gegen Tempo 30 eingereicht hatte, betonte gestern, dass ein allfälliger Weiterzug ans Bundesgericht noch offen sei. Sobald das begründete Urteil vorliege, wolle man zusammensitzen und einen Entscheid fällen.

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