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BÜRGLEN: Wendelin Bucheli bleibt Pfarrer von Bürglen

Im Fall Bucheli konnte die von allen Parteien angestrebte friedliche Lösung gefunden werden. Vitus Huonder, Bischof von Chur, hält nicht länger an seiner Forderung nach einer Demission von Wendelin Bucheli als Pfarrer von Bürglen fest.
Er hat gut lachen: Wendelin Bucheli darf weiterhin Pfarrer von Bürglen bleiben. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Er hat gut lachen: Wendelin Bucheli darf weiterhin Pfarrer von Bürglen bleiben. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Die Segnung eines gleichgeschlechtlichen Paares im Oktober 2014 durch den Bürgler Pfarrer Wendelin Bucheli in der Pfarrkirche von Bürglen hat zu einem grossen öffentlichen Aufsehen geführt. Bischof Vitus Huonder hat daraufhin im März 2015 Generalvikar Martin Grichting beauftragt, angesichts der entstandenen Situation eine Lösung zu suchen, die in Einklang mit der Lehre der Kirche steht, der Einheit der Kirche dient sowie dem Wohl der Pfarrei Bürglen und von Pfarrer Bucheli.

Verschiedene Gespräche, die Generalvikar Grichting mit den beteiligten Personen und Gremien geführt hat, haben gemäss einer Mitteilung des Kirchenrates von Bürglen vom Dienstag zu folgendem Ergebnis geführt: Pfarrer Wendelin Bucheli bedauert, dass durch die Segnung eines gleichgeschlechtlichen Paars viele Menschen verletzt wurden. Er bedauert auch die Unannehmlichkeiten, die er dem Bischof von Chur bereitet hat, in dessen Auftrag er in Bürglen tätig ist. Bucheli betont, dass er der Kirche sowie dem ihn sendenden Bischof gegenüber loyal ist und sich an die kirchliche Lehre hält.

Künftig keine Segnung gleichgeschlechtlicher Paare mehr

In Übereinstimmung mit der Erklärung der Schweizer Bischofskonferenz vom 3. Oktober 2002 betreffend deren Haltung zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare erklärt Pfarrer Bucheli, dass er zukünftig weder öffentlich noch heimlich die Segnung eines gleichgeschlechtlichen Paars durchführen wird.

Aufgrund dieses Versprechens von Pfarrer Wendelin Bucheli und seiner Erklärung, die Lehre der Kirche respektieren zu wollen, hält der Bischof von Chur nicht länger an seiner Bitte an Pfarrer Bucheli fest, die Demission als Pfarrer von Bürglen einzureichen.

Freude in Bürglen

Freude herrschte am Dienstag in der katholischen Kirchgemeinde von Bürglen, wo Bucheli seit gut zehn Jahren als Pfarrer tätig ist. Bucheli selber sei sehr froh über die Einigung, sagte Kirchenrat Peter Vorwerk auf Anfrage. Der Fall zeige, so Vorwerk, wie christliche Konfliktbewältigung funktioniere, wenn man miteinander rede.

Für die Allianz «Es reicht!» zeige der Fall Bürglen nicht, wie christliche, sondern wie katholische Konfliktbewältigung nicht selten funktioniert: Wer sich der kirchlichen Hierarchie unterwerfe, dürfe seines Amtes walten. Wer sich kritisch zu deren unbiblischer Haltung verhalte, werde abgestraft oder gar ausgeschlossen. Die Allianz «Es reicht!» empfindet die getroffene «Lösung» gemäss Medienmitteilung als «beschämend». Sie lasse einmal mehr jene Menschen ausser Acht, die sich für ihre gleichgeschlechtlichen Beziehungen den Segen ihrer Kirche genauso wünschen wie das heterosexuelle Paare tun.

pd/zim/sda

HINWEIS:
Die Erklärung vom Bistum Chur im Wortlaut »

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