Bürgler Altersheim Gosmergartä bestätigt sechs Ansteckungen mit Coronavirus

Im Kanton Uri wurden bisher 87 Corona-Ansteckungen registriert. Sechs davon betreffen das regionale Alters- und Pflegeheim Gosmergartä.

Christian Tschümperlin
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Im Alters- und Pflegeheim Gosmergartä (Gosmergarten) in Bürglen haben sich drei Mitarbeiter und drei Bewohner mit dem Corona-Virus infiziert.

Im Alters- und Pflegeheim Gosmergartä (Gosmergarten) in Bürglen haben sich drei Mitarbeiter und drei Bewohner mit dem Corona-Virus infiziert.

Bild: Florian Arnold

Unter dem Eindruck der Corona-Krise tun Heime alles Mögliche, um ihre Bewohner von der Pandemie abzuschirmen. Trotz breitgefächerten Schutzmassnahmen sind nun aber mehrere Bewohner im regionalen Alters- und Pflegeheim Gosmergartä in Bürglen am Coronavirus erkrankt. «Aktuell sind unter den Bewohnern drei Fälle bestätigt und isoliert. Hinzu kommen drei Mitarbeitende», sagt Markus Frösch, Präsident des Betriebsrats des Heimes.

Markus Frösch, Präsident des Betriebsrats Gosmergartä.

Markus Frösch, Präsident des Betriebsrats Gosmergartä.

Bild: Urs Hanhart

Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes kann der «Gosmergartä» keine Angaben zum Krankheitsverlauf machen. Frösch betont jedoch: «Die betroffenen Bewohner werden durch den Hausarzt und das Pflegepersonal sehr gut betreut.» Für die erkrankten Mitarbeitenden gelten dieselben Bestimmungen wie für alle übrigen Infizierten: Sie begeben sich in Selbstisolation und werden vom Hausarzt und eventuell auch der Spitex betreut. In manchen Fällen kann der Übertritt ins Spital angezeigt sein.

Unklar, wie das Virus ins Heim gelangen konnte

Im Gosmergartä habe man aber sofort reagieren können: «Das ist alles vorgängig geplant, geübt und besprochen worden, damit keine Fehler passieren. So kann man auf Knopfdruck auch die nächste Stufe der Massnahmen einleiten», sagt Frösch. Das Schutzkonzept kennt verschiedene Stufen: Sobald eine Ansteckung bekannt ist, wechselt man in die nächst höhere Stufe.

Die Massnahmen wurden in Absprache mit dem Kantonsarzt eingeleitet. Unter anderem wurden die Abteilungen separiert und der Betrieb des gemeinsamen Speisesaals aufgehoben. «Die Mahlzeiten werden den Bewohnern auf den Abteilungen oder dem Zimmer serviert.» Die Bewohner sind angehalten, im Zimmer zu bleiben. Wer nicht infiziert ist, erhält die Gelegenheit, sich während eines Zeitfensters kontrolliert unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln auf der Abteilung oder dem Heimareal zu bewegen. «Im Gosmergartä ist niemand eingesperrt. Wir wollen den Alltag so normal wie möglich gestalten.»

Anspruchsvoller Umgang mit Infizierten

Die Schutzmassnahmen im Kontakt mit Infizierten setzen hohe Ansprüche voraus. Frösch betont, dass alle Materialien zur Umsetzung der Schutzmassnahmen zur Genüge vorhanden seien. «Wir haben im Moment keinen Engpass.»

Im Alters- und Pflegeheim leben rund 70 Personen, wobei die Zu- und Abgänge variieren. Selbst während der Pandemie gab es Anfragen für Heimeintritte. «Aufgrund der nun verschärften Situation mussten wir diese Anfragen jedoch ablehnen», so Frösch.

Der Präsident des Betriebsrates sagt, dass man alles tue, um weitere Erkrankungen zu vermeiden. «Wegen der langen Inkubationszeit ist dies jedoch eine enorm anspruchsvolle Aufgabe, der sich das Heimpersonal Tag für Tag mit viel Engagement stellt.»

72 von 87 Urner Corona-Getesteten gelten als geheilt

Bisher wurden im Kanton Uri 87 Personen positiv auf das Coronavirus getestet. Drei sind derzeit hospitalisiert. 72 der positiv getesteten Personen gelten als geheilt. Sechs Urnerinnen und Urner sind bislang am Virus verstorben. (cts)

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