Bürgler bewilligen Stelle für Jugendseelsorge

Bei der Kirchgemeindeversammlung Bürglen wurde über das Projekt «Pfarrmätteli» diskutiert.

Paul Gwerder
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An der Kirchgemeindeversammlung wurde über den Stand des Projekts «Pfarrmätteli» informiert.

An der Kirchgemeindeversammlung wurde über den Stand des Projekts «Pfarrmätteli» informiert.

(Bild: Paul Gwerder, Bürglen, 28. Novebmer 2019)

Am vergangenen Donnerstagabend haben 57 stimmberechtigte Mitglieder an der Kirchgemeindeversammlung in Bürglen teilgenommen. Kirchenratspräsident Stefan Gisler informierte in seinem ersten Jahresrückblick, dass er und der gesamte Kirchenrat, sowie der Pfarreirat, mit der seelsorgerischen Arbeit von Pfarrer Wendelin Bucheli und Seelsorger René Deiss sehr zufrieden seien.

Für den Präsidenten war es ein spezieller Moment, als er am Ostergottesdienst das Osterlicht entgegennehmen durfte, denn nun begleitet dieses Licht den Kirchenrat an den monatlichen Sitzungen. «In bester Erinnerung bleibt mir der Fronleichnamsgottesdienst auf dem Schulhausplatz, den wir zusammen mit den 29 Erstkommunikanten feiern durften – ein unvergessliches Fest», sagte Gisler. Im vergangenen Jahr wurden in Bürglen 43 Kinder getauft – aber leider musste man auch von 31geliebten Personen Abschied nehmen.

Nach einer gelungenen Renovation wird zur 50-Jahr-Feier der Kapelle auf dem Biel am 15.Dezember dort ein Sonntagsgottesdienst stattfinden.

Beim «Pfarrmätteli» sind jetzt die Investoren am Ball

Der Präsident des Pfarreirates Bernhard Epp berichtete über die vielfältigen Aufgaben, die es während des ganzen Jahres zu bewältigen gibt und vergass dabei auch nicht zu erwähnen, dass immer ein guter und regelmässiger Austausch mit dem Kirchenrat stattfindet. Besonders in guter Erinnerung bleibt ihm die Pfarreireise nach Südfrankreich – für alle Beteiligten ein Riesenerlebnis. Einen besonderen Dank sprach er dem Pfarrer aus, der es mit seinem guten Gespür immer wieder gelingt, Leute zu motivieren, in der Kirche mitzuarbeiten.

Kirchenratsmitglied Toni Gisler orientierte über den Stand des «Pfarrmätteli». «Es ist eine lange Geschichte, denn schon im Jahr 2007 war der Start dieses Projektes, das aber wegen Einsprachen und Beschwerden immer wieder abgeändert werden musste», erinnerte Gisler. Nun hat der Regierungsrat im Sommer den Quartiergestaltungsplan im historischen Dorfkern «Pfarrmätteli» genehmigt. Dort sollen kleinere und grössere Wohnungen erstellt werden und in zwei Gebäuden könnten «stille» Gewerbe einziehen. Im Untergeschoss soll eine Tiefgarage mit 62 Parkplätzen gebaut werden. «Nach diesem Entscheid der Regierung haben wir sofort das Gespräch mit dem bisherigen Investor gesucht», erklärte der Kirchenratspräsident. Nun will dieser das Projekt mit den wesentlichen Änderungen nochmals genau anschauen, bevor er sich entscheidet. «Für uns wäre das eine unglückliche Situation, denn wir müssten uns sofort nach einem neuen Geldgeber umsehen, der dort im Baurecht etwas investieren will», so Stefan Gisler. In der folgenden Diskussion störten sich einige Mitglieder, dass es jetzt 18Parkplätze weniger geben wird. Verschiedentlich wurde auch diese Frage diskutiert: Wenn das stille Gewerbe ausbleiben sollte, könnte man in diesen Häusern auch Wohnungen erstellen? Das Fazit aus der Diskussion: «Wollen wir dieses grosse Vorhaben verwirklichen, müssen wir nun miteinander am gleichen Strick ziehen», waren sich die meisten Versammlungsteilnehmer einig.

Jugendarbeit darf auch etwas kosten

«Die Jugendseelsorge nimmt viel Zeit in Anspruch und deshalb möchten wir unseren Pfarrer, der schon im AHV-Alter steht, entlasten», betonte der Präsident. Dazu sagte Pfarrer Wendelin Bucheli: «Ich möchte in ein paar Bereichen etwas kürzer treten und zwar bei der Pfadi, der Jungmannschaft, welche in Bürglen mit 80 bis 90 Jugendlichen sehr erfolgreich ist, bei der Vorbereitung zur Firmung und im Religionsunterricht an der 3. Oberstufe und der Jugendkommission». Der Pfarrer betonte, dass er diese Arbeiten alle bisher sehr gerne gemacht habe, nun müsse er ab ein wenig zurückstecken. Die Versammlung bewilligte einstimmig, diese neue Stelle in einem 80- bis 100-Prozent-Pensum zu besetzen, welche die Kirchgemeinde jährlich rund 70'000 bis 80'000 Franken kosten wird, denn alle waren sich einig: «Jugendarbeit lohnt sich.» Der Pfarrer warnte aber, dass es nicht einfach sein wird, eine theologisch geschulte Person zu finden, denn der Stellenmarkt sei total ausgetrocknet. Pfarrer Wendelin Bucheli ist für eine weitere Amtsdauer (2020/2021) als Mitglied im Kirchenrat bestätigt worden und Fabienne Kempf-Herger ersetzt die abtretende Sekretärin Vreni Gisler-Arnold. Neu in den Pfarreirat gewählt wurden Markus Arnold (Jugend) und Evelyne Zopp (Kommunikation). Präsident Bernhard Epp, Priska Arnold (Sekretärin), Ruth Gehrig (Kinder & Familien) und Stefan Bieri (Bildung & Kultur) sind bestätigt worden. Ebenfalls wiedergewählt wurden die beiden Rechnungsrevisoren Othmar Arnold und Karl Arnold.

Verwalter Marcel Gasser gab die wesentlichen Änderungen der Rechnung 2018 bekannt. Dank haushälterischem Umgang mit dem Geld konnte er einen Gewinn von 370 Franken vorweisen, dies bei Aufwendungen von 1'288'581 Franken. Trotzdem konnten noch 100000 Franken Rückstellungen getätigt werden. Ein Wermutstropfen ist, dass die Kirchensteuern der natürlichen Personen gegenüber dem Budget 45'000 Franken tiefer als geplant ausgefallen sind.

Auch für das Jahr 2020 konnte der Verwalter ein praktisch ausgeglichenes Budget präsentieren. Der Lohn des zukünftigen Jugendseelsorgers ist dabei eingerechnet. Es wird mit Ausgaben von insgesamt 1'243'520 Franken gerechnet. Die Mitglieder stimmten sowohl der Rechnung 2018 wie auch dem Budget 2020 ohne Wortmeldungen einstimmig zu.

Ebenfalls genehmigt wurde an der Versammlung die Verordnung zur Inkraftsetzung über die Amtsentschädigungen, sowie der Antrag zur Inkraftsetzung der Kirchgemeindeordnung der katholischen Kirchgemeinde Bürglen per 1. Januar 2021.