Neue Mobilfunkanlage: Bürgler Gemeinderat macht Einsprache

Die Gegner einer neuen Mobilfunkanlage hinter der Motorfahrzeugkontrolle auf Bürgler Gemeindegebiet haben bereits über 800 Unterschriften gesammelt. 

Markus Zwyssig
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Rund 50 Personen versammelten sich bei der Motorfahrzeugkontrolle, um gegen den Bau einer neuen Mobilfunkanlage der Swisscom Unterschriften zu sammeln. Inzwischen haben bereits über 800 Personen die Sammeleinsprache unterzeichnet. (Bild: Markus Zwyssig, 24. Oktober 2019)

Rund 50 Personen versammelten sich bei der Motorfahrzeugkontrolle, um gegen den Bau einer neuen Mobilfunkanlage der Swisscom Unterschriften zu sammeln. Inzwischen haben bereits über 800 Personen die Sammeleinsprache unterzeichnet. (Bild: Markus Zwyssig, 24. Oktober 2019)

Jetzt erhalten die Anwohner, die sich gegen eine neue Mobilfunkanlage hinter der Motorfahrzeugkontrolle im Galgenwäldli auf Bürgler Gemeindegebiet wehren, Unterstützung. Der Bürgler Gemeinderat macht ebenfalls gegen das Projekt Einsprache. «Uns geht es vor allem darum, die besorgten Bürger zu unterstützen», sagt Gemeindepräsidentin Luzia Gisler. «Erfahrungswerte, wie gefährlich die Strahlenbelastung ist und was die gesundheitlichen Auswirkungen für die Menschen sind, fehlen zum heutigen Zeitpunkt.» Der Gemeinderat verspricht, die Angst der Bevölkerung sehr ernst zu nehmen.

Vor den Kopf gestossen fühlt sich der Gemeinderat Bürglen, dass er von der Bauherrschaft vorgängig nicht informiert worden ist. «Wir wurden mit der Baueingabe vor vollendete Tatsachen gestellt», so Luzia Gisler. Die Antenne steht auf einem Grundstück, das dem Kanton gehört. «Die Bedenken der Bevölkerung müssen auch von der Bauherrschaft ernst genommen werden. Transparente Informationen sind bei diesem sehr kontrovers behandelten Thema sehr wichtig.»

Auch Ärzte haben unterzeichnet

Die Gegner des geplanten Neubauprojekts der Swisscom direkt hinter der Motorfahrzeugkontrolle haben inzwischen bereits über 800 Unterschriften gesammelt. «Die Solidarität ist enorm, einige Anwohner haben die Sammelnden bereits erwartet. Auch Ärzte haben die Einsprache unterzeichnet», teilt Bruno Bomatter namens der Einsprecher mit. «Es herrscht Unmut über das intransparente Vorgehen seitens Kanton, es gäbe wenig Informationen besonders über weitere Standorte und Auswirkungen der Strahlen auf die Gesundheit.»

Die Gegner sind besorgt, dass wenn das Bauvorhaben gutgeheissen wird und die Antenne einmal steht, die Swisscom die Grenzwerte auf 20V/m erhöhen will. Der Standort bei der Motorfahrzeugkontrolle inmitten des Wohnquartiers sei schlecht gewählt. Nach Wegzug des Werkhofs wird in einem zweiten Schritt auch das Amt für Strassen- und Schifffahrt einen neuen Standort suchen. Für die langfristige Gebietsentwicklung als Wohn- und Erholungsgebiet erscheint den Gegnern demnach die Nähe zur Antenne als verfehlt.

Um die Voraussetzungen für ein funktionsfähiges 5G-Netz zu schaffen, müssen zahlreiche weitere Antennenstandorte installiert oder die geplante Mobilfunkanlage in der Sendeleistung noch erhöht werden. Für die Gegner ist keine Gesamtplanung erkennbar und somit nicht abschätzbar, welche Strahlenbelastung schlussendlich resultiert.

Im Kanton Uri hat es genug Deponiekapazitäten

(Eg) Alle zwei Jahre informiert das Amt für Umweltschutz (AfU) über aktuelle Themen, neue Vorschriften und Handhabungen in diversen Bereichen. Die Veranstaltung richtete sich an Baubewilligungsbehörden, Bauabteilungen in den Gemeinden, Planungsbüros und betroffene Firmen und Betriebe im Kanton Uri. Rund 50 Personen waren am vergangenen Donnerstag, 31. Oktober, in der Stiftung Behindertenbetriebe Uri anwesend. Im Detail angesprochen wurden die Themen: Bauen im Grundwasser, Lärmschutz bei Tiefenfundation, das neue Merkblatt Lärmschutz, Deponieplanung im Kanton Uri, Umgang mit Regenwasser, Beurteilung und die Bewilligung der neuen Mobilfunkgeneration 5G.

Zur Frage ob es noch genug Deponiekapazitäten für unverschmutzten Aushub (Typ A) und für wenig schadstoffhaltige, gesteinsähnliche Abfälle Typ B, geben würde, machte das AfU im Auftrag der Regierungsrats eine Studie. In dieser waren sich Baufirmen und Deponiebetreiber in vielen Punkten uneinig. Die Baufirmen wünschten sich vor allem mehr Deponieraum für A-Typ-Material. Das Fazit: Zurzeit gibt es keinen Bedarf für zusätzliche Deponien Typ A und Typ B. Auch Erweiterungen sind keine vorgesehen. In fünf Jahren wird eine erneute Evaluierung durchgeführt.