Dreikönigstag

Bürgler Sternsinger verbreiten auch ohne Gesang Freude

Das Corona-Gesangsverbot verhinderte, dass die Sternsinger wie üblich auftreten konnten. Trotzdem überbrachten sie Segenswünsche in der ganzen Gemeinde.

Florian Arnold
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Mit «Tryychlä» und Stern zogen die Schulkinder durch Bürglen.
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Die Sternsinger duften zwar nicht singen, sprachen dafür aber den Segen.
Auch die Kälber hatten Freude an den Schülerinnen und Schülern.
Aus dem Fenster horchte man den Segenswünschen.
Bei einigen Häusern wurde der Segen auf die Tür geschrieben
Mit ausgestreckten Armen sprachen die Sternsinger den Segen.
Bevor es los ging, mussten die Sternsinger noch eingekleidet werden.
Vor dem Abmarsch gab es noch ein Gruppenbild.
Mit «Tryychlä» machten die Sternsinger auf sich aufmerksam.
Stets auf Distanz stehen die Sternsinger zur Bevölkerung.

Mit «Tryychlä» und Stern zogen die Schulkinder durch Bürglen.

Bild: Urs Hanhart (Bürglen, 6. Januar 2021)

Sternsinger haben in Bürglen Tradition. Doch ob diese auch unter Coronaauflagen weitergeführt werden konnte, war lange unklar. Leiterin Claudia Gisler gab sich jedoch stets zuversichtlich: «Wir wollten uns nicht von der Angst, sondern von der Hoffnung leiten lassen.» Denn den Organisatoren ist bewusst: «Viele Leute sind durch die Massnahmen einsam, gerade für sie wollten wir das Sternsingen durchführen und somit ein starkes Zeichen setzen.»

Gesagt, getan. Gestern und vorgestern zogen sich 75 Schulkinder von der Primar- und der Oberstufe die Königsgewänder an und zogen von Haus zu Haus. Statt Liedern – auch für Veranstaltungen im Freien gilt ein Gesangsverbot – wurden den Menschen Segenswünsche überbracht. Kreide respektive Kleber für die Beschriftung der Türen wurden im Religionsunterricht verpackt und den Zuhörern abgegeben. Mit Tryychlä machten die Sternsinger auf sich aufmerksam.

«Die Leute schätzen den Blickkontakt», sagt Claudia Gisler. «Man bringt ein gutes Wort, wünscht Frieden und Glück fürs neue Jahr. Das berührt die Leute.» Mit dem Sternsingen machen die Schülerinnen und Schüler jedoch nicht nur den Zuhörern eine Freude. Sie sammeln auf Geld für Caritas-Tageszentren in der Ukraine, das Kinder betreut und ihnen eine Entfaltungsmöglichkeit bietet.

Auf ihrer Tour im Tellendorf hatten die Sternsinger auch einige spezielle Begegnungen. So konnte eine Gruppe auf einem Bauernhof, nachdem sie für die Bewohner den Segen gesprochen hatten, einigen Kälbern einen Besuch abstatten und diesen Streicheleinheiten erteilen, was die jungen Vierbeiner sichtlich sehr genossen.