Bundesamt nimmt Uri in die Pflicht

Die Flüchtlingszentren sind überfüllt: Nun nutzt der Bund drei Kasernen, eine davon in Uri. Bald werden gar alle Kantone angefragt.

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Die berühmte Kirche von Wassen: In der Gemeinde regt sich Widerstand gegen die Pläne des Bundes. (Bild: Archiv/Neue UZ)

Die berühmte Kirche von Wassen: In der Gemeinde regt sich Widerstand gegen die Pläne des Bundes. (Bild: Archiv/Neue UZ)

Detailfragen scheinen noch offen, aber für das Bundesamt für Migration (BFM) ist es beschlossene Sache. Die Kaserne in Wassen im Kanton Uri soll ab Ende Juli 80 bis 90 Asylbewerber vorübergehend einquartieren. Der Gemeindepräsident Wassens, Marco Calcagni, ist empört. 90 Personen seien für Wassen zu viel. «Die schieben ihre Probleme einfach in kleine Gemeinden in Randregionen ab. Aber was das für uns bedeutet, daran hat man nicht gedacht», so Calcagni. Der Urner Landammann Markus Züst versteht die Bedenken. Aber: «Wir erachten es als unsere Pflicht, dem Bund zu helfen.» Mit einer offenen Informationspolitik zusammen mit dem BFM will er den Bedenken entgegentreten.

Wegen der Krisen in Nordafrika müssen die vier Empfangszentren derzeit viel mehr Gesuchssteller unterbringen. In einer ersten Stufe sollen 450 zusätzliche Plätze an drei Standorten in Uri, Bern und Graubünden Entlastung bringen.

Auch diese werden nicht ausreichen. «Wir wissen nicht, wie lange die Krise in Nordafrika andauert», sagt BFM-Pressesprecher Joachim Gross. «Nachdem dieses Verfahren abgeschlossen ist, werden wir auf alle anderen Kantone zugehen. Wir hoffen auf Unterstützung.»

Lukas Scharpf

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