BUNDESGERICHT: Insulin: Die Ehefrau hat vorsätzlich getötet

Das Bundesgericht hat zwei Beschwerden gegen ein Urteil des Urner Obergerichts abgewiesen. Eine 53-jährige Frau muss deshalb für neun Jahre hinter Gitter.

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Innenansicht eines Gerichts. (Symbolbild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Innenansicht eines Gerichts. (Symbolbild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Der Indizienprozess um zwei Tötungsdelikte hatte im Urnerland grosses Aufsehen erregt. Die Urner Staatsanwaltschaft warf einer heute 53-jährigen Frau aus Jugoslawien vor, Ende Januar 2000 keinen Arzt alarmiert und damit den Tod ihrer 37-jährigen schwerstbehinderten Stieftochter durch Unterlassung verursacht zu haben. Zudem, so der zweite Vorwurf der Staatsanwaltschaft, habe die Frau im Juni 2000 auch ihren 80-jährigen Urner Ehemann, den sie sieben Monate zuvor geheiratet hatte, mit einer tödlichen Dosis Insulin umgebracht.

Vom Landgericht wurde die Angeklagte des Mordes an ihrer Tochter schuldig gesprochen, jedoch wegen fehlender Indizien nicht an ihrem Gatten. Das Obergericht kehrte dieses Urteil komplett um: Die Frau wurde vom Vorwurf der Ermordung ihrer Stieftochter freigesprochen, gleichzeitig aber wegen vorsätzlicher Tötung ihres 80-jährigen Gatten zu neun Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Dies wurde nun vom Bundesgericht gestützt.

Urs-Peter Inderbitzin

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Urner Zeitung.