Bundesgericht
Nach Unfall auf der A2 in Beckenried – Töfffahrer zu Busse verurteilt

Ein Mann verlor 2017 in Beckenried die Kontrolle über sein Motorrad und verursachte einen Selbstunfall. Seinen Fall zog der Unfallfahrer durch sämtliche Instanzen und verliert.

Manuel Bühlmann
Merken
Drucken
Teilen

Zum Unfall kam es nach einem Überholmanöver: Der Töfffahrer fuhr an einem Lastwagen vorbei, steuerte auf die Normalspur zurück und geriet auf der nassen Strasse ins Rutschen. Auf seinem gekippten Motorrad schlitterte er über 100 Meter der Autobahn entlang. Der Selbstunfall vom September 2017 auf der Autobahn A2 in Beckenried hat ein juristisches Nachspiel: Erst das Nidwaldner Kantonsgericht, dann das Obergericht büssten den Mann mit 400 Franken. Ihm wird vorgeworfen, er sei trotz Regens und schwieriger Strassenverhältnisse mit rund 120 Stundenkilometern gefahren.

Töfffahrer gibt der Strasse die Schuld

Vor Bundesgericht weist der Beschuldigte die Vorwürfe zurück und verlangt einen Freispruch. Den Unfall erklärt er sich mit dem Zustand der Strasse; er sei mit seinem Motorrad auf einer ungewöhnlich breiten Asphaltfuge ausgerutscht. Mit diesem Einwand vermag er die oberste Instanz nicht zu überzeugen. «Er übersieht, dass er nicht verurteilt wird, weil er einen Unfall hatte, sondern weil er seine Geschwindigkeit nicht den herrschenden Bedingungen anpasste und damit die Verkehrsregeln verletzte.»

Ein solcher Verstoss gegen das Strassenverkehrsgesetz werde unabhängig davon bestraft, ob es auch unter anderen Umständen zu einem Sturz gekommen wäre. «Damit kann sowohl die Unfallursache als auch die Frage offenbleiben, ob der Unfall hätte vermieden werden können», urteilt das Bundesgericht und weist die Beschwerde des verunfallten Töfffahrers ab. Neben der Busse muss er Gerichtskosten in der Höhe von 3000 Franken bezahlen.