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Bundesrat mischt sich unters Urner Volk

Für ein paar Stunden war Altdorf am Mittwoch die «Hauptstadt» der Schweiz. Der Bundesrat hielt im Schatten des Telldenkmals seine erste auswärtige Sitzung in diesem Jahr ab und suchte bei dieser Gelegenheit das Gespräch mit der Bevölkerung.
Bundesrätin Micheline Calmy-Rey gibt im Theater Uri Autogramme. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)

Bundesrätin Micheline Calmy-Rey gibt im Theater Uri Autogramme. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)

Es sei eine Ehre für den Bundesrat, im Herzen der Schweiz zu weilen, sagte Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey beim Apéro im Tellspielhaus. Es sei immer eine bereichernde Erfahrung, ausserhalb Berns zu tagen.

Am Anfang der Schweiz stehe die Entschlossenheit der Urkantone, sich selbst zu regieren, sagte die Bundesrätin. Und diese Tradition stehe auch für die heutige Eidgenossenschaft. Die Rednerin würdigte den Gotthard als ein Symbol für die Verbindung zwischen Ost und West, zwischen Nord und Süd.

Die Probleme, die Uri bewegten, stünden auch beim Bundesrat ganz oben auf der Traktandenliste, versicherte Calmy-Rey: Gotthardtunnel, NEAT, Energie, Verkehr. Auf die Sorgen des Kantons hatte zuvor der Urner Landammann Markus Züst in seiner Begrüssung hingewiesen und Partnerschaft eingefordert.

«Nicht nur den Zügen nachwinken!»

Man hoffe, so Züst, dass für die Sanierung des Gotthard- Strassentunnels, der mit einer mehrjährigen Schliessung verbunden ist, eine Lösung gefunden werde, die für alle Betroffenen verträglich sei. Auch bei der NEAT wolle Uri nicht nur Lasten tragen, sondern auch Nutzen ziehen: «Wir wollen nicht nur den Zügen nachwinken!»

Man fühle sich aber geehrt, den Bundesrat in Altdorf zu haben, sagte Züst. Uri sei ein aufgestellter Kanton - klein, aber fein. Zwar habe man noch nie einen Bundesrat gestellt. Das habe aber die Urner nicht davon abgehalten, ihre Interessen in Bern zu vertreten, notfalls mit den Hörnern des Uri-Stiers.

Der Bundesrat war am Morgen mit dem Zug in Altdorf angekommen; in einem Sonderwagen hatte er das Frühstück eingenommen und die Sitzung vorbereitet. Diese begann um zirka neun Uhr im Bannersaal des Altdorfer Rathauses.

Didier Burkhalter und Micheline Calmy-Rey im Gespräch vor dem Apero. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
Nach der Sitzung mischten sich die Bundesräte unters Volk. Im Bild Bundesrat Johann Schenider Ammann (r.). (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
Simonetta Sommaruga im Gespräch mit der Urner Bevölkerung. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ
Bundesrätin Micheline Calmy-Rey gibt Autogramme. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ
Eveline Widmer-Schlumpf im Gespräch mit Hansheiri Inderkum, Ständeratspräsident. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
Doris Leuthard (mitte) und Didier Burkhalter während des Aperos. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
Ueli Maurer im Gespräch mit der Urner Bevölkerung. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
Doris Leuthard im Gespräch mit der Urner Bevölkerung. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
Micheline Calmy-Rey im Gespräch mit der Urner Bevölkerung. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
Markus Züst (links) hält eine Rede und Landweibel Karl Kempf. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ
Micheline Calmy-Rey hält eine Rede vor dem Apero. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ
Eveline Widmer-Schlumpf verfolgt die Reden vor dem Apero. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
Heidi Zgraggen, Simonetta Sommaruga und Didier Burkhalter (von links) verfolgen die Reden. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
Didier Burkhalter (links) im Gespräch mit Hansheiri Inderkum, Ständeratspräsident. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
AKW Gegner der JUSO vor dem Theater Uri. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
AKW Gegner vor dem Theater Uri, beobachtet von Eveline Widmer-Schlumpf (rechts). (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
Simonetta Sommaruga gibt einem Jungen ein Autogramm. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
Eveline Widmer-Schlumpf, Micheline Calmy-Rey und Didier Burkhalter (von links) verlassen das Rathaus Altdorf. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
Ueli Maurer - wegen einer Fussoperation an Krücken - und Josef Dittli auf dem Weg ins Theater Uri. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
Die Bundesäte laufen durch die Gasse von Altdorf. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
Micheline Calmy-Rey verlässt das Theater Uri. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
Didier Burkhalter verlässt das Theater Uri. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
Doris Leuthard, Eveline Widmer-Schlumpf und Heidi Zgraggen verlassen das Theater Uri. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
Gruppenbild vor dem Apero. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ
Die Bundesräte verlassen das Rathaus Altdorf. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
Der Bannersaal im Rathaus Altdorf vor Sitzungsbeginn. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ
Der Bannersaal im Rathaus Altdorf vor Sitzungsbeginn. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
Doris Leuthard und Johann Schneider-Ammann auf dem Weg ins Rathaus. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
Ueli Maurer (links) im Gespräch mit Johann Schneider-Ammann und Doris Leuthard auf dem Rathausplatz in Altdorf. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
Ueli Maurer (links) im Gespräch mit Johann Schneider-Ammann und Doris Leuthard auf dem Rathausplatz in Altdorf. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ
Begrüssung am Bahnhof in Altdorf. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
Micheline Calmy-Rey (mitte) begrüsst am Bahnhof Altdorf Josef Dittli (rechts). (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
Ueli Maurer steigt in Altdorf aus dem Zug. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
Micheline Calmy-Rey steigt in Altdorf aus dem Zug. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
Didier Burkhalter steigt in Altdorf aus dem Zug. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
Eveline Widmer-Schlumpf steigt in Altdorf aus dem Zug. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
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Der Bundesrat tagt im Rathaus Altdorf

Gedränge im Tellspielhaus

Kurz nach zwölf Uhr trat die Landesregierung auf den Platz vor dem grossen Telldenkmal. Zögernd setzte der Applaus der ein- bis zweihundert Neugierigen ein, die sich eingefunden hatten. Von dort gingen die vier Bundesrätinnen und Bundesräte (Ueli Maurer wegen einer Fussoperation an Krücken) zügig zum Tellspielhaus, wo Mitglieder der JUSO den Ausstieg aus der Atomenergie forderten.

Dichtes Gedränge dann beim Apéro und der Begegnung mit Urnerinnen und Urnern im Foyer des Tellspielhauses, wo sich Duftfahnen von Fritiertem und warm gewordenem (Genfer) Weisswein mischten. Nach kurzen Ansprachen von Calmy-Rey und Züst bildeten sich spontan Trauben von Interessierten um die Mitglieder des Bundesrats.

Neben dem Ausdruck der Verbundenheit mit der besuchten Region bildet der Kontakt der Bundesräte mit der Bevölkerung einen wichtigen Aspekt dieser Sitzungen «extra muros» - also ausserhalb der normalen Räumlichkeiten. In Altdorf hatte man freilich den Eindruck, sie sprächen vor allem in die Mikrofone und Kameras der Medienvertreter, die sie nach ihren Gesprächen mit dem Volk befragten.

Nach einer Stunde gings mit der Wagenkolonne weiter. Zu einem gemeinsamen Essen von Bundesrat und Kantonsregierung im Schloss A Pro in Seedorf. Dort, so Landammann Züst, werde er die Urner Anliegen noch vertiefen und auch den Finanzausgleich und die neue Regionalpolitik zur Sprache bringen.

sda

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