BWZ-Rektor und Kommission im Clinch

Differenzen zwischen dem neuen Rektor, der Schulleitung und der Schulkommission werden bestätigt – ob bald Köpfe rollen, bleibt offen.

Florian Arnold
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Trübe Aussichten beim Berufs- und Weiterbildungszentrum Uri (BWZ Uri).

Trübe Aussichten beim Berufs- und Weiterbildungszentrum Uri (BWZ Uri).

Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 12. Juni 2018)

In die Leitung des BWZ Uri scheint keine Ruhe zu kommen. Nach dem Rücktritt von David Schuler nach gerade mal dreieinhalb Jahren zeichnet sich nun ab, dass auch sein Nachfolger Philipp Etter kein längeres Gastspiel geben wird. Denn offenbar liegen die Schulkommission und der neue Rektor im Clinch.

Peter Gamma, Präsident der Schulkommission, bestätigt auf Anfrage: «Zwischen dem neuen Rektor und der Kommission gibt es unterschiedliche Ansichten, wie man das BWZ erfolgreich führen soll.» Diese Unterschiede würden sich auf das Zusammenspiel innerhalb der Schulleitung konzentrieren. Zu dieser zählen neben dem Rektor auch zwei Abteilungsleiterinnen und zwei Abteilungsleiter.

«Der Schulbetrieb ist gewährleistet»

Gamma macht zwar grosse Spannungen innerhalb dieses Gremiums aus. Diese würden aber den Schulbetrieb nicht beeinflussen, sagt er überzeugt. «Die Abteilungsleiter führen die Schule so, dass der Lehrkörper zurzeit noch nichts spürt», so Gamma. Und er betont: «Die Ausbildung für die Schüler aus den Lehrbetrieben ist und war zu jeder Zeit gewährleistet. Die Differenzen in der Schulleitung betreffen die Schüler nicht.» Vielsagend meint er aber: «Wir sind daran, eine Lösung zu finden, um die Situation zu entschärfen. In näherer Zukunft soll informiert werden.» Die Leistung des Rektors will er nicht bewerten. Ebenso gibt er nicht bekannt, welche Aufgaben und Ziele dem Rektor bei seinem Amtsantritt auferlegt wurden. «Das Dossier ist umfangreich», kommentiert er. Die Probezeit beträgt ein Jahr, Etter trat sein Amt im August an, nachdem die Schule ein halbes Jahr ad interim geführt worden war.

Verflechtungen sind spürbar

«Ich bin voller Elan ins Schuljahr gestartet», sagt Philipp Etter im Gespräch mit unserer Zeitung. Der ehemalige Schreinermeister liess sich zum Berufsschullehrer und später zum Schulleiter ausbilden, ehe er die Stelle im BWZ Uri annahm. In seinem Job als Rektor gebe es zwangsläufig Spannungsfelder, die auch mit der Vergangenheit zu tun hätten. Zudem spürt er auch gewisse Verflechtungen unter den verschiedenen Akteuren, die er gerne durchbrechen würde.

Trotz der Unstimmigkeiten gefalle es ihm in Uri immer noch gut. «Die Schule, die Lehrer und die Lernenden sind absolut Spitze», sagt Etter. So überlegte sich der 50-Jährige auch, in Uri ein Haus zu kaufen und mit seiner Frau und seinen vier Kindern hierher zu ziehen. Allerdings ging er den Kaufvertrag nicht ein. «Ich sehe eine Zukunft hier, aber bevor ich eine Liegenschaft kaufe, muss eine Klärung stattfinden», so Philipp Etter.

Zu dieser Klärung hätte eine Mediation mit dem Polit- und Kommunikationsexperten Iwan Rickenbacher führen sollen, wie unsere Zeitung weiss. Diese wurde jedoch nicht durchgeführt, wie auch Peter Gamma bestätigt.

«Beaufsichtigung ist Sache der Kommission»

Nicht zur verzwickten Situation äussern will sich Bildungsdirektor Beat Jörg. Der Regierungsrat stelle auf Antrag der Schulkommission zwar den Rektor des BWZ an, «die Beaufsichtigung und die Beurteilung der Leistungen des Rektors oder der Rektorin obliegt indes der Schulkommission», schreibt Jörg auf Anfrage unserer Zeitung.

«Der Regierungsrat hält sich in allem an diese Vorgaben, was bedeutet: Die Führung des Rektors ist Sache der Schulkommission, nicht des Regierungsrats und auch nicht des Bildungs- und Kulturdirektors», so Jörg weiter. Er betont, dass er mit der Schulkommission selbstverständlich einen regelmässigen Austausch pflege und über die wesentlichen Belange des BWZ im Bild sei.