Cellist will im Theater Uri «Menschen berühren»

Der Schweizer Cellist Christoph Croisé kehrt für das Neujahrskonzert auf die Bühne des Theaters Uri zurück.

Erich Herger
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Christoph Croisé sorgt mit seinem Auftritt im Theater Uri für einen besonderen Start ins neue Jahr.Bild: PD

Christoph Croisé sorgt mit seinem Auftritt im Theater Uri für einen besonderen Start ins neue Jahr.Bild: PD

«Die Kraft der Darbietung aus seinem Innern schöpfend, führte sie Christoph Croisé zum Spiel seiner Finger. Körper, Geist und Instrument in der Musik vereint», stand in einem Medienbericht nach dem Neujahrskonzert 2016 im Theater Uri in Altdorf. Begleitet wurde er vom Collegium Musicum Basel unter der Leitung von Kevin Griffiths. Und sein Solo mit «Stonehenge» von Péter Pejtsik war ein Ausflug ins beinahe Verwegene. «Herzhaft bluesig und nahezu rockig brachte er sein Temperament ein. Was er lieferte, war beeindruckend, drauflos virtuos.» Croisé kommt zurück auf die Bühne im Theater Uri.

Im Sommer dieses Jahres spielten Pianist Alexander Panfilov und Cellist Christoph Croisé in Berlin Stücke von Nadia Boulanger und François Poulenc. «Und die jungen Herren an ihren Instrumenten lösen die grossen Erwartungen ein; der aus Russland gebürtige Panfilov mit der Stoik des technisch absolut Souveränen und einem sehr klaren Ton, Croisé mit feinnervigem Habitus und warmer, inniger Timbrierung», stand in einem Medienbericht. Im Oktober begeisterte er als Gast der Migros-Kulturprozent-Classics in der Zürcher Maag-Halle. In den Medien stand: «Sobald der junge Cellist Christoph Croisé im bordeauxrot schillernden Anzug seinen Auftritt mit einer Geste beendet, die viel Effekt in einen einzigen Schlusston packt, applaudiert das Publikum. Laut. Langanhaltend. Herzlich.»

Croisés Repertoire ist erstaunlich breit

Die Musik so sprechen zu lassen, dass sie eine Geschichte erzählt, welche die Menschen berührt, betroffen macht und verändert, das sei sein Ziel, sagt Christoph Croisé. Wie soll sie denn die Menschen verändern? «Ich denke nicht, dass meine Musik die Menschen direkt verändern soll und kann, auf jeden Fall soll sie aber berühren, dann wirkt etwas weiter, und vielleicht reagiert man in Situationen anders als sonst. Man macht sich vielleicht andere Gedanken, kommt auf andere Gedanken, weil diese innere Berührung mitschwingt. Wie wäre denn unser Leben und Verhalten, wenn wir keine Musik hätten und gar keinen Sinn für musikalisches Miterleben?» Dieses Schwingende, dieses Fliessende der Musik, das Aushalten von Disharmonien und Auflösen in Harmonien, sei eine Qualität, «die meines Erachtens in den meisten Bereichen des sozialen Lebens gefragt ist».

Sein Repertoire ist erstaunlich breit, ob Johann Sebastian Bach, Luigi Boccherini oder Zeitgenössisches, Französisches oder Russisches, ob als Solist, mit Klavier- oder Orchesterbegleitung. Seine Lieblingsmusik sei jedoch stets das Repertoire, an dem er gerade arbeite. «Ich versuche immer als erstes, den Stil, die Form, die Epoche und den Charakter des Stückes zu erfassen. Ich reise auch gerne, und das Einleben in die Musik eines bestimmten Landes, eines speziellen Komponisten oder in einen bestimmten Musikstil, eine Musikepoche, das ist auch immer eine Reise in die jeweilige Zeit, in das Land und in die speziellen Gegebenheiten. Parallel dazu lese ich gerne Bücher und Berichte, die mir die Gesamtsituation, in der eine Komposition entstanden ist, anschaulich werden lässt.»

Zum Programm am Urner Neujahrskonzert 2020 in Altdorf gehören die «Rokoko-Variationen» und «Nocturne für Violoncello» von Pjotr Iljitsch Tschaikowski, «El cant dels ocells» von Pablo Casals, das «Konzert für Violoncello» von Joseph Haydn, «Zigeunerweisen» von Pablo de Sarasate und «Variationen über ein Thema von Rossini» von Niccolò Paganini. Das Eurasian Soloist Chamber Orchestra wird von Jakob Lehmann dirigiert. Man darf sich auf ein besonderes Konzert zum Jahresbeginn freuen. Und Christoph Croisé? «Auf ein Konzert freue ich mich normalerweise immer sehr, bin mit positiver Energie aufgeladen und kann es kaum erwarten, auf die Bühne zu gehen.»

Das Urner Neujahrskonzert findet am 1. Januar 2020 um 18 Uhr im Theater Uri in Altdorf statt. Tickets im Vorverkauf gibt es unter www.ticketino.com.