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Urner Chemiewehr-Personal setzt Kenntnisse fachkundig um

Für die Urner Hilfsorganisationen sind kleine Transportfahrzeuge fahrende Zeitbomben, denn niemand weiss jeweils genau, was diese geladen haben. Am Samstag wurde auf dem Areal des Schwerverkehrszentrums ein solches Szenario durchgespielt.
Paul Gwerder
Die Hilfskräfte in den roten Vollschutzanzügen hatten die heikle Aufgabe, die Flüssigkeit in einen Zisternenwagen umzupumpen. (Bild: Paul Gwerder, Erstfeld, 25. Mai 2019)

Die Hilfskräfte in den roten Vollschutzanzügen hatten die heikle Aufgabe, die Flüssigkeit in einen Zisternenwagen umzupumpen. (Bild: Paul Gwerder, Erstfeld, 25. Mai 2019)

Am Samstagmorgen übte die Chemiewehr Uri auf dem Areal des Schwerverkehrszentrums in Erstfeld den Ernstfall. Nach einer inszenierten Kollision zwischen einem Stückguttransporter und einem Zisternenanhänger fuhren rund ein Dutzend gelbe Chemiewehrfahrzeuge vor, weil Flüssigkeit auslief. Am «Unfallort» gab es keine Verladeliste, und deshalb mussten sämtliche Stückgüter ausgeladen werden. Dabei kamen drei 200-Liter Fässer und ein 1000-Liter-Tank zum Vorschein, die illegal transportiert wurden. Niemand wusste, was sich in den Behältern befand.

Rund 60 Personen zur Verfügung

Der Zisternenanhänger mit gefährlichen Stoffen hatte eine orangefarbige Warntafel für gefährliche Güter und war richtig deklariert (Gefahrenzahl 33 und UN-Nummer 1088, für «Acetal»). Übungsleiter Bernhard Zurfluh standen rund 60 Personen zur Verfügung, darunter auch Hilfskräfte des Werkshofs Flüelen und der Stützpunktfeuerwehren Schwyz, Stans und Sarnen. Zuerst musste abgeklärt werden, ob Menschen zu Schaden gekommen waren, und danach wurde um die beiden havarierten Fahrzeuge herum der dreifache Brandschutz aufgezogen: Dazu gehören Wasser zum Kühlen sowie Schaum und Pulver, um zu verhindern, dass es zu einer Explosion kommt. Die Rettungskräfte hatten unter beide Fahrzeuge ein Auffangbecken gelegt, um die auslaufende Flüssigkeit aufzufangen. Beim defekten Zisternenwagen pumpten die Chemiewehrleute die noch vorhandene Flüssigkeit in einen angeforderten Zisternenwagen. Um einen bestmöglichen Schutz für die Einsatzkräfte zu gewährleisten, mussten diese an vorderster Front mit roten Vollschutzanzügen arbeiten. Die Personen, die mit der unbekannten Flüssigkeit in Berührung kamen, mussten danach in die Dekontamination.

Chemiewehrchef ist mit Personal zufrieden

Als Beobachter waren der Urner Feuerwehrinspektor Stefan Dahinden, Ignaz Zopp, Vorsteher des Amts für Bevölkerungsschutz, und Lorenz Jaun, Abteilungsleiter Gewässerschutz beim Amt für Umweltschutz, vor Ort. Der Kommandant der Chemiewehr Uri, Hermann Gisler, zeigte sich nach dem Einsatz zufrieden: «Wir hatten am Freitag Gelegenheit, bei der Detailausbildung mit dem neu angeschafften Material eins zu eins üben. Nun konnte ich befriedigt feststellen, dass die Umsetzung schon sehr gut funktioniert und dass das Personal auf dem Schadenplatz fachkundig und ruhig gearbeitet hat». (gw)

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