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Chemiewehr übt Einsatz mit Giftstoffen

Aus einem Zisternenwagen bei der Tankanlage Hubrol im Bahnhof Altdorf rann eine ätzende und leicht entzündbare Flüssigkeit aus. Die Chemiewehr Uri ging mit diese Übungsanlage mit dem Lösch- und Rettungszug gut um.
Paul Gwerder
Die Chemiewehrmänner hatten unter engen Platzverhältnissen zu arbeiten. (Bild: Paul Gwerder (Altdorf, 26. Mai 2018))

Die Chemiewehrmänner hatten unter engen Platzverhältnissen zu arbeiten. (Bild: Paul Gwerder (Altdorf, 26. Mai 2018))

Auto- und Radfahrer wunderten sich am Samstagmorgen, was auf dem Hubrol-Areal beim Bahnhof Altdorf los war: Ein Dutzend gelbe Chemiewehrfahrzeuge konnten dort entdeckt werden.

Zum Glück war alles nur eine Übung der Chemiewehr Uri zusammen mit dem Team des Lösch- und Rettungszuges (LRZ) der SBB-Betriebswehr. Das Szenario: Um 6.20 Uhr entdeckte eine Person, dass bei einem abgestellten Zisternenwagen beim Hubrol-Areal eine Flüssigkeit auslief. Die meldete dies umgehend über den Feuerwehrnotruf. Der Disponent auf der Einsatzzentrale löste sofort den Alarm für die SBB-Betriebswehr aus, die schon kurz vor sieben Uhr mir dem LRZ auf dem Schadenplatz eintraf.

48'000 Liter Wasser mit dabei

Als erstes baute der SBB Einsatzleiter Alex Zgraggen einen dreifachen Brandschutz auf, dazu gehört Wasser zum Kühlen sowie Schaum und Pulver, um zu verhindern, dass es zu einer Explosion kommt. Das Wasser beziehen die Feuerwehrmänner aus dem Zisternenwagen des LRZ mit einem Fassungsvermögen von 48'000 Litern. Gleichzeitig wurde eine Transportleitung von einem Hydranten zum Tanklöschwagen gelegt, damit dieser mit Wassernachschub versorgt werden konnte.

Als die ersten Atemschutzträger beim Zisternenwagen eintrafen, stellten sie fest, dass Essigsäure hinten links aus dem Wagen lief, welche sehr ätzend und leicht entzündbar ist. Deshalb war grösste Vorsicht geboten und es kamen zwei Männer in roten Vollschutzanzügen zum Einsatz.

Versickerung im Boden verhindert

Dieser Chemikalienschutzanzug ist eine persönliche Schutzausrüstung, die den Träger komplett von seiner Umwelt isoliert, sodass er in radioaktiv oder chemisch kontaminierter Umgebung arbeiten kann. Diese bekamen den Auftrag, eine Auffangwanne unter den Güterwagen zu schieben, damit nichts mehr von der Flüssigkeit in den Boden versickern konnte.

Danach montierten zwei weitere Männer von der Chemiewehr Uri eine Kreislaufpumpe. Diese saugte die ausgelaufene Flüssigkeit aus der Auffangwanne ab und pumpte sie in den havarierten Zisternenwagen zurück. Dies funktioniert stundenlang und wurde solange weitergeführt, bis die Chemiewehr mit einem eigenen leeren Zisternenwagen auf dem Platz vorfuhr und die Flüssigkeit umpumpte.

Schadenplatz wird mit einer Drohne überwacht

Immer häufiger kommen bei der Feuerwehr «Mikro-Drohnen» zum Einsatz. Dieser kleine Flugroboter lässt sich aufgrund der vier Rotoren auf engstem Raum manövrieren und kann auf der Stelle schweben wie ein Hubschrauber. Ein solches Gerät steuerte Walter Imholz und er konnte damit den ganzen Schadenplatz aus der Vogelperspektive beobachten. Beim Einsatzleitfahrzeug liefen alle Fäden zusammen. Der Gesamteinsatzleiter erhielt dort die nötige Führungsunterstützung und in regelmässigen Abständen rapportierten die Einsatzleiter von der Front.

Ein wichtiges Detail bei einem Einsatz ist die Verpflegung. Auch für diese war gesorgt, denn nach rund zwei Stunden erhielten die Männer an der Front Getränke und etwas zu essen. Damit stieg auch die Einsatzmoral der engagierten Männer.

Nach dem Einsatz müssen die Beteiligten mit den Vollschutzanzügen in die Dekontamination (Dekon). Dieser Prozess umfasst mehrere Schritte: Zuerst wird die Person mit viel Wasser abgespritzt. Danach muss sie sich im Zelt duschen und mit Seife oder Desinfektionsmitteln reinigen.

Einsatzleiter zeigt sich zufrieden

Sowohl der Gesamteinsatzleiter Bruno Bär als auch Co-Kommandant Walter Imholz zeigten sich bei der Besprechung sehr zufrieden. «Heute konnten die Einsatzkräfte das Umsetzen, was sie am gestrigen Tag bei der Detailausbildung im Ausbildungszentrum Krump gelernt hatten», so Imholz. Die Übung habe an alle Beteiligten grosse Ansprüche gestellt. «Ich bin sehr zufrieden, wie ruhig und professionell auf dem Schadenplatz gearbeitet wurde.» Jeder habe genau gewusst, an welcher Stelle es etwas zu tun gab.»

Und Gesamteinsatzleiter Bär ergänzte: «Eine grosse Herausforderung für uns war der Verkehr, den wir regeln mussten und die engen Platzverhältnisse vor Ort.» Bei der gross angelegten Übung waren insgesamt 60 Einsatzkräfte dabei, davon ein Grossteil von der Chemiewehr. Dazu kamen die Feuerwehren der Betriebswehr SBB und des Werkhofs. Zudem waren einige Gäste aus Schwyz, Stans und Sarnen dabei.

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