Chilbibesucher erleben im Urner Gitschital ein Déjà-vu

Die Gitschitalerchilbi ist neu aufgelegt worden. Sie kam so daher wie man sie vor 20 Jahren kannte.

Christof Hirtler
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An der Gitschitalerchilbi wurde zur Musik des Trios Echo vom Gitschä getanzt. (Bild: PD)

An der Gitschitalerchilbi wurde zur Musik des Trios Echo vom Gitschä getanzt. (Bild: PD)

Die Älplerfamilie Zurfluh-Herger hat nach 20-jährigem Unterbruch die legendäre Gitschitalerchilbi der Geschwister Imhof wieder aufleben lassen.

Den Alpbetrieb im Gitschital haben Agnes und Beat Zurfluh-Herger von den Geschwistern Imhof aus Attinghausen gepachtet. Eine Besonderheit ist das grosse Alpgebäude mit Flachdach. Das zweistöckige Haus hat sieben Zimmer und ist als ehemaliges Restaurant bekannt.

Die gleiche Einrichtung wie damals

Der 15. August, Mariä Himmelfahrt, war jahrzehntelang Chilbitag im Gitschital. Für die Geschwister Imhof, Agatha, Josepha, Franz und Andreas, war es der Höhepunkt des Alpsommers. Die Waldstrasse gab es damals noch nicht. Die Alp war nur durch das Stäuberbähnli, eine offene Seilbahn, erschlossen. Es brauchte schon etwas Mut, um in dieses Bähnchen zu steigen. An der höchsten Stelle schwebte es rund 80 Meter über dem Abgrund. Vielleicht hatte der Pfarrer Angst? Die Imhofs scheuten keinen Aufwand: Der Pfarrer Paul Imholz und die Musiker des Echos vom Gitschä wurden mit dem Heli auf die Alp geflogen. Das war in den Siebzigerjahren ein Spektakel.

Im festlich geschmückten Saal hielt der Pfarrer um 11 Uhr Messe. Danach wurden die Musiker verpflegt. «Das Menü waren Plätzli, Bohnen und Pommes frites», erinnert sich Franz Arnold, Musiker des Echos vom Gitschä. Für die Chilbigäste gab es «Chrapfä und Paschtetä». Die Imhofs servierten - festlich gekleidet in roten Blusen und Hemden sowie dunkelblauen Hosen. Das Trio spielte den ganzen Nachmittag zum Tanz auf, bis es für die Imhofs Zeit war zum Melken. Dann war die Chilbi jeweils zu Ende.

Der 15. August 2019 bot für viele ältere Chilbibesucher ein Déjà-vu. Die Musik war dieselbe – das Echo vom Gitschä. Das Trio spielte auf derselben improvisierten, schmalen Bühne, ein hellblau gestrichenes Brett, darunter die hölzernen Eichof-Bierharassen von damals. An der Wand hing das riesige Bild – Paris mit dem Eiffelturm, gemalt von Kläri Gisler 1976. Der Kontrast zum abgeschiedenen Bergtal könnte kaum grösser sein. Der Saal war noch immer mit gleichen roten Klappstühlen und weissen Tischen ausgestattet. In der Mitte befand sich die Tanzfläche. Auch die Tänze von Res Gwerder, Josef Imholz oder Kasi Geisser sind Klassiker. Da liess sich auch der Landammann Roger Nager nicht zweimal bitten.