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Contra: «Der Nutzen des Kunstrasens für die übrigen Vereine ist sehr gering.»

Bernhard Schuler vom Gemeinderat Altdorf weibelt für ein Nein zum Kunstrasenprojekt in Altdorf. Das sei zu teuer, unverhältnismässig und nicht vertretbar.
Bernhard Schuler, Gemeinderat Altdorf, Präsident der Planungskommission. (Bild: PD)

Bernhard Schuler, Gemeinderat Altdorf, Präsident der Planungskommission. (Bild: PD)

Kunstrasen ist ökologisch fragwürdig und teuer. Er hat dann eine Berechtigung, wenn eine intensive Nutzung gewährleistet ist oder eine Notlage besteht. In Altdorf ist weder das eine noch das andere der Fall und der Bau ausserordentlich teuer. Aktuell stehen in Altdorf fünf Naturrasenfelder zur Verfügung. Die Trainings- und Wettkampfbedingungen sind für den FC Altdorf zwar nicht optimal, aber eben auch nicht unzumutbar.

Der Kunstrasen auf dem Fussballplatz Suworowmatte ist mit 2,9 Millionen Franken sehr viel teurer als vergleichbare Projekte. Alternative Standorte in Altdorf wurden geprüft, mussten aber aus verschiedenen Gründen als noch weniger geeignet verworfen werden. Für die Platzvergrösserung der Suworowmatte braucht es bis 3,5 Meter hohe Stützmauern. Zudem ist ein 90 Meter langes Versickerungsbecken notwendig, um den empfindlichen Kunstrasen vor den regelmässig auftretenden Überschwemmungen zu schützen. Die Lage am Waldrand macht zudem den Unterhalt aufwendig, da ein beständiger Eintrag von Laub, Nadeln, Samen, dürren Ästen und Ähnliches stattfindet.

Wirtschaftlich vertretbar ist ein Kunstrasenfeld ab 1300 Nutzungsstunden pro Jahr. Diese Zahl lässt sich nur erreichen, wenn der Kunstrasen von den Schulen und von weiteren Vereinen genutzt wird. In Altdorf wird die Suworowmatte praktisch ausschliesslich vom FC Altdorf genutzt werden. Für die Schulen ist die Anlage sehr weit weg, und es fehlen Garderoben. Eine Nutzung durch andere Vereine zeichnet sich nicht ab. Da Kunstrasenflächen sehr empfindlich auf Verschmutzung und unsachgemässe Benutzung reagieren, muss der Platz eingezäunt werden und kann nicht öffentlich zugänglich gemacht werden. Der Kunstrasen bringt nur einen Mehrwert bei schlechtem Wetter und im Winterhalbjahr. Bei weit überdurchschnittlichen Kosten ergibt dies in Altdorf ein schlechtes Kosten-Nutzen-Verhältnis.

Kunstrasen und Versickerungsbecken müssen allseitig eingezäunt werden. Damit entstehen mitten im Dorfkern grosse Flächen, die nicht mehr öffentlich zugänglich sein werden. Die massive Umzäunung und die hohen Stützmauern sind keine Zierde und werten das Ortsbild ab.

Mit dem Kunstrasen entsteht eine versiegelte und ökologisch wertlose Fläche von 7420 Quadratmetern.

Alle 12 Jahre muss der Kunstrasen vollständig ersetzt werden. Es ist daher alle 12 Jahre mit Kosten von gegen 500000 Franken für diesen Ersatz und die Entsorgung zu rechnen. 35 Tonnen Plastik landen dann in der Entsorgung. Und: Auch der unverfüllte Kunstrasen belastet die Gewässer, weil durch Abrieb und Verwitterung Mikroplastik entsteht.

In Altdorf besteht dank über 20 Sportvereine ein breites Freizeitangebot. Die Investition in den Kunstrasenplatz verbessert die Trainingsbedingungen des Fussballclubs. Der Nutzen für die übrigen Vereine dagegen ist sogar unter Berücksichtigung allenfalls freiwerdender Platzbelegungen im Feldli sehr gering.

Die hohen Kosten für die Allgemeinheit sind daher auch in Bezug auf die Grösse der Nutzergruppe unverhältnismässig und nicht vertretbar.

Bernhard Schuler, Gemeinderat Altdorf, Präsident Planungskommission

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