Corona

Ab dem 4. Januar wird auch in Uri geimpft

Im Kantonsspital Uri wird ein Impfzentrum eingerichtet, zudem sind mobile Equipen unterwegs. Hausärzte können auf freiwilliger Basis Impfungen anbieten.

Florian Arnold
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«Es gibt keinen Impfzwang, das oberste Gebot lautet Freiwilligkeit», sagt der Urner Gesundheitsdirektor Christian Arnold. Unter diesen Voraussetzungen soll auch in Uri bald eine Covid-Impfung angeboten werden. Dieser Tage erreichen die ersten Lieferungen den Kanton Uri. «Die Sicherheit geht aber vor Tempo.» Erste Impfungen soll es ab dem 4. Januar geben. Nach der Impfstrategie wird folgendermassen priorisiert:

  1. besonders gefährdete Personen
  2. Gesundheitspersonal und Betreuungspersonal
  3. Menschen mit engem Kontakt zu besonders gefährdeten Personen
  4. Erwachsene in Gemeinschaftseinrichtungen (beispielsweise Behinderteninstitutionen, usw.)

Ab Frühling dürfte dann eine ausreichende Anzahl Impfdosen verfügbar sein, damit ein grosser Teil der Bevölkerung geimpft werden könne. Für eine ausreichende Immunität muss jede Person zweimal geimpft werden. Die Impfung ist freiwillig und für die geimpften Personen kostenlos.

Möglichkeiten werden ausgebaut

In der ersten Phase werden das Kantonsspital Uri (KSU), eine mobile Equipe des KSU sowie einzelne Hausarztpraxen (für die eigenen Patienten inkl. Alters- und Pflegeheime) die Impfungen durchführen. In einer zweiten Phase wird zusätzlich in weiteren Arztpraxen, Apotheken und allenfalls in weiteren Gesundheitsfachstellen geimpft. «Das KSU ist schon länger mit den Vorbereitungen beschäftigt», sagt Arnold. Die Distribution der Impfdosen wurde mit den Kantonen Obwalden, Nidwalden und Schwyz koordiniert. Täglich wird es dann Lieferungen geben.

Arnold hat Verständnis dafür, dass vielerorts Skepsis gegenüber der Impfung vorhanden ist. «Das Thema ist mit vielen Emotionen verbunden», so der Gesundheitsdirektor. «Wenn sich jemand nicht impfen lassen möchte, ist das zu respektieren.» Persönlich habe er grosses Vertrauen in das Schweizer System und die entsprechenden Zulassungsbestimmungen. «Wir hoffen, dass wir gerade durch die Impfung der Risikogruppen das Gesundheitssystem entlasten können.» In der Impfstrategie sei das Vorgehen festgelegt, man verzichte aber bewusst darauf, eine Prozentzahl der Bevölkerung zu nennen, die bis im Sommer geimpft sein soll.

«Jedes Bett benötigt auch Personal»

Wie Arnold sagt, ist das Gesundheitssystem zurzeit am Anschlag: der Hauptgrund für die Schliessung der Skigebiete in der Zentralschweiz. «Der Entscheid ist uns nicht leichtgefallen», sagt Arnold. Eine zentralschweizerische Lösung sei im Vordergrund gestanden. Den Gesundheitsdirektoren geht es darum, Skiunfälle und damit verbundene Spitalaufenthalte zu vermeiden. Zwar ist das Kantonsspital Uri noch nicht komplett ausgelastet, «man darf aber nicht nur die Bettenzahl anschauen», gibt Arnold zu bedenken. «Jedes Bett benötigt auch Personal.» Man bewege sich auf einem schmalen Grat. «Nicht zuletzt auch weil aktuell auf grössere und nicht weniger dringende Operationen verzichtet wird.» Hinzu komme, dass schwere Covid-Patienten teilweise 5 bis 6 Wochen auf der Intensivstation verbringen würden und somit die wenigen Plätze lange belegt blieben.

Während die Skigebiete geschlossen sind, bleiben die Bergbahnen in Betrieb. «Wir hoffen hier aber auf die Solidarität untereinander. Riskante Skitouren oder Freeride sollte man zurzeit lieber vermeiden», appelliert Arnold. Nach wie vor spiele die Eigenverantwortung eine zentrale Rolle.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen durch die Schliessung dürften massiv sein. «Auch hierbei hoffen wir auf die Solidarität, damit wir zusammen mit dem Bund die erlittenen Ausfälle auffangen können.» Wichtig sei zudem, dass die Situation nun laufend neu beurteilt wird. «Wir haben die Schliessung bewusst nur bis zum 30. Dezember ausgesprochen.» Am Montag will sich die Urner Regierung festlegen, ob eine Öffnung an Silvester möglich ist.