Corona: Erster Todesfall in Uri

Eine 75-jährige Frau ist im Kantonsspital ihrer Krankheit erlegen – ohne relevante Vorerkrankungen zu haben. Lebenserhaltende Massnahmen wurden auf ihren Wunsch hin aber nicht umgesetzt.

Florian Arnold
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Eine Schutzbrille wird desinfiziert im Kantonsspital Baselland (KSBL) am Standort Bruderholz in Binningen, am Donnerstag, 26. März 2020. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Eine Schutzbrille wird desinfiziert im Kantonsspital Baselland (KSBL) am Standort Bruderholz in Binningen, am Donnerstag, 26. März 2020. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Georgios Kefalas / KEYSTONE

«Im Kanton Uri ist erstmals eine Person an den Folgen des Coronavirus gestorben», teilt der Kantonale Führungsstab Uri (Kafur) am Donnerstagmorgen mit. Es handelt sich um eine 75-jährige Frau, die im Kantonsspital Uri hospitalisiert war. Sie hatte keine relevanten Vorerkrankungen und verstarb am 1. April 2020. «Auf Wunsch der Patientin wurde auf lebenserhaltende Massnahmen verzichtet.»

Der Regierungsrat des Kantons Uri entbietet den Angehörigen und allen der Verstorbenen Nahestehenden sein Beileid. «Er setzt alles daran, die Verbreitung des Coronavirus zu bekämpfen.» Landammann Roger Nager appelliert an die Urner Bevölkerung, dabei mitzuhelfen: «Halten Sie die Hygiene- und Verhaltensregeln des Bundesamts für Gesundheit ein. Bleiben Sie wenn immer möglich zu Hause. Das gilt insbesondere für Personen, die älter als 65 Jahre sind, und für Menschen, die einer Risikogruppe angehören.»

60 Personen sind infiziert, 4 Patienten befinden sich in Spitalpflege

Aktuell verzeichnet der Kanton Uri 60 Personen, die mit dem Coronavirus infiziert sind (Vortag: 59). 4 Personen davon sind hospitalisiert (11). 13 Personen gelten als geheilt. «Wenn ein Patient oder eine Patientin zu Hause schwere Symptome entwickelt, insbesondere bezogen auf die Lunge, dann wird er oder sie auf Anweisung des Arztes hospitalisiert», heisst es auf Anfrage beim Kafur. Bei lebenserhaltenden Massnahmen geht es vornehmlich um die künstliche Beatmung. «Diese wird vorgenommen, um Organversagen zu verhindern oder zumindest hinauszuzögern.» Bei den Patienten, die derzeit im Spital sind, zeigt sich gemäss Mitteilung des Kafur das ganze Spektrum der Krankheitsbilder von leicht bis schwer.

Ein Seilbahnbetreiber musste verzeigt werden

Auch in den vergangenen Tagen war die Kantonspolizei intensiv und mit starker Präsenz daran, die Einhaltung der vom Bundesrat ausgesprochenen Vorgaben zu überprüfen. «Nebst den allgemeinen Kontrollen bei Verkaufslokalen, Gewerbebetrieben und auf Baustellen werden Hinweise aus der Bevölkerung überprüft», heisst es in der Mitteilung des Kafur. Ein weiterer Kontrollschwerpunkt lag bei Seilbahnbetrieben. «Erfreulicherweise halten sich die Bahnbetreiber grösstenteils an die Regeln.» In einem Fall erfolgte eine Verzeigung wegen des Verstosses gegen die bundesrätliche Covid-Verordnung.

Vorgaben sind konsequent umzusetzen

Auch in Anbetracht der guten Wetterprognosen für die kommenden Tage richtet ergeht nochmals der Aufruf an die Bevölkerung, die Hygiene- und Verhaltensregeln einzuhalten. Die Vorgaben sind durch die geöffneten Betriebe, insbesondere Seilbahnbetriebe, konsequent umzusetzen. Die Betriebe müssen sicherstellen, dass die Vorschriften auch von ihren Kunden eingehalten werden. Der Mindestabstand von zwei Metern ist jederzeit, sei es beim Anstehen oder beim Transport in der Seilbahn einzuhalten. Seilbahnen mit Erschliessungsfunktionen sind geöffnet für Transport- und Erschliessungsfunktionen, das heisst für Bewohner und Älpler der erschlossenen Gebiete. Ausflugsverkehr ist ausdrücklich untersagt. Der Kafur informiert nach jedem Rapport mit einem Bulletin über die aktuelle Lage und die beschlossenen Massnahmen.

Hinweis: Das Bulletin kann unter www.ur.ch/newsletterlink abonniert werden.