Corona

Kanton Uri schliesst sich den Zentralschweizer Kantonen an – Skigebiete bleiben bis am 29. Dezember geschlossen

Den Urner Skigebieten ist der Betrieb ebenfalls verboten worden. Allein in Andermatt richtet das 4 Millionen Franken Schaden an.

Philipp Unterschütz
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Erwartungsgemäss hat sich die Urner Regierung den anderen Zentralschweizer Kantonen angeschlossen und den Skigebieten in Uri ebenfalls den Betrieb untersagt. Die Massnahme gilt wie andernorts auch vom 22. bis am 29. Dezember. Und auch die Begründung ist dieselbe. Die Gefahr von Unfällen und somit einer noch stärkeren Belastung des Gesundheitswesens solle damit gesenkt werden.

Wörtlich schreibt die Urner Regierung in ihrer Medienmitteilung: «Die epidemiologische Lage im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie ist nach wir vor angespannt und die Spitäler der Zentralschweiz, insbesondere im Luzerner Kantonsspital LUKS als regionales Zentrumsspital, sind stark ausgelastet. Eine zusätzliche Belastung der Spitäler und des Gesundheitspersonals durch Schneesportunfälle ist aktuell nicht zumutbar». Die Schliessung der Urner Skigebiete erfolge unter anderem auch unter Berücksichtigung der Spitalkapazitäten in den Zentrumskantonen und sei ein Zeichen der Solidarität.

Skifahrer und Snowboarder im Skigebiet von Andermatt. Ab Dienstag werden die Bahnen mindestens eine Woche stillstehen.

Skifahrer und Snowboarder im Skigebiet von Andermatt. Ab Dienstag werden die Bahnen mindestens eine Woche stillstehen.

Pascal Mora (Andermatt, 6. Februar 2019)

Regierung erwartet Kompensation vom Bund

Die neun Urner Skigebiete haben dem Sonderstab COVID-19 termingerecht entsprechende Schutzkonzepte für den Skibetrieb eingereicht. Diese wurden geprüft und als bewilligungsfähig beurteilt. Stefan Kern, Leiter Kommunikation von Andermatt Swiss Alps zeigt sich deshalb in einer ersten Reaktion überrascht.

«Das ist sehr schade und enttäuschend für uns. Wir waren der Meinung, ein gutes Sicherheitskonzept entwickelt zu haben.»

Man habe seit Ende Oktober geöffnet, ein Reservierungssystem eingeführt, die Gaste reduziert, ein Schutz und Sicherheitskonzept eingehalten – «wir haben alles gemacht, was wir konnten.»

Dass mit diesem Entscheid erneut grosser wirtschaftlicher Schaden entsteht, ist der Urner Regierung klar. «Der Wirtschaft drohen grosse Ausfälle. Die Entscheide fielen dem Regierungsrat und dem Sonderstab COVID-19 überhaupt nicht leicht», rechtfertigt der Urner Landammann Urban Camenzind. Man wolle damit aber auch ein Zeichen der Solidarität setzen, nicht zuletzt mit den Zentrumskantonen. «Im Gegenzug erwarten wir von der Eidgenossenschaft auch, dass diese Solidarität gelebt wird, wenn es um die Kompensation der Ertragsausfälle geht. Denn der Schaden ist immens», so Camenzind weiter.

Spazieren und Langlaufen bleibt erlaubt

In Andermatt gehen die Ausfälle in die Millionen. Stefan Kern nennt Zahlen. «Wir verlieren in der Woche vom 22. bis 29. Dezember rund vier Millionen Franken Umsatz in der Gastronomie und im Wintersportbetrieb. Wirtschaftlich tut uns das extrem weh.»

Konkret dürfen Ski- und Sessellifte nicht geöffnet werden und keine Ski- und Schlittelpisten präpariert werden. «Hingegen können Bahnen geöffnet bleiben. Spazierwege und Langlaufloipen sollen der Bevölkerung für Bewegung im Freien weiterhin zur Verfügung stehen», schreibt die Regierung. Die Unfallgefahr sei dabei deutlich geringer als beim Ski- oder Snowboardfahren.

Am 28. Dezember will der Kanton die Lage neu beurteilen und über eine allfällige Öffnung der Skigebiete ab dem 30. Dezember entscheiden. Stefan Kern wagt keine Prognose «Es ist schwierig zu sagen, ob wir dann den Betrieb wieder aufnehmen dürfen, das kommt auf die Entwicklung an.»

Bis dahin stellt sich in Andermatt und auch anderen Winterferienorten die Frage, was machen mit den Gästen, die über die Festtage dort sind und nun ausser spazieren oder langlaufen, nicht viel anderes tun dürfen. Schliesslich sind nicht nur Restaurants geschlossen, sondern auch Schwimmbäder oder Fitnesszentren. «Die Hotels in Andermatt und Sedrun sind über die Weihnachtstage voll, der Gütsch Express wird fahren, um die Spaziergänger zu befördern», bestätigt Stefan Kern. «Wir prüfen nun, was für Angebote wir den Gästen noch machen könnten, nachdem sie nicht Skifahren dürfen.»

Der Regierung dürfte das nicht passen. Sie fordert insbesondere Tagestouristen auf, über die Festtage zu Hause zu bleiben und droht bereits mit neuen Massnahmen:

«Sollte der Ausflugstourismus überhandnehmen und die Parkräume an ihre Kapazitäten stossen, müssen entsprechende Lenkungsmassnahmen ergriffen werden.»