Corona
Die Intensiv- und Isolationsstation sind voll: Das Kantonsspital Uri kommt an den Anschlag

Geplante Operationen müssen abgesagt werden. Der Spitaldirektor spricht von einer angespannten Situation.

Florian Arnold
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Die Situation sei ernst, sagt Fortunat von Planta, Direktor der Kantonsspitals Uri, auf Anfrage der «Urner Zeitung». «Wir behandeln zurzeit eine hohe Anzahl an Patienten, die ein komplexes oder hoch komplexes Krankheitsbild von Covid-19 aufweisen.» Die drei ordentlichen Plätze auf der Intensivpflegestation (IPS) sind von Coronapatienten belegt, und auf der Isolationsstation seien in den vergangenen Tagen jeweils 8 bis 10 Personen behandelt worden, was einer hohen Auslastung entspreche. «Das lässt sich nur damit bewerkstelligen, indem wir Ressourcen von anderen Stationen verschieben.» So mussten etwa bis am 23. Dezember geplante Operationen abgesagt werden. Auf diese Weise können zusätzliche Beatmungsplätze geschaffen werden, die beispielsweise von einem Anästhesisten betreut werden.

Immerhin konnten am Dienstag vier Personen das Spital verlassen. Die Situation könne sich aber stündlich ändern. So wird diese auch zweimal täglich neu beurteilt. «In den vergangenen zwei bis drei Tagen haben wir eine starke Verschärfung festgestellt.» Worauf dies zurückzuführen ist, kann der Spitaldirektor nicht genau sagen. Ein unmittelbares Ereignis habe es nicht gegeben, die Entwicklung der Intensivpatienten könne sich über mehrere Wochen hinziehen. Vor kurzer Zeit hat das Kantonsspital Uri auch auswärtige Patienten aufgenommen. Da die drei IPS-Plätze aber besetzt seien, komme dies nicht mehr in Frage.

Der Spitaldirektor hat denn auch eine klare Botschaft an die Bevölkerung: «Bitte haltet euch an die Vorschriften vom Bund und dem Kanton! Nur wenn wir diese einhalten, können wir die Fallzahlen stabilisieren, und nur das führt zu einer Entspannung.»

Der Covid-19-Sonderstab des Kantons meldete am Dienstag 162 aktive Fälle von positiv auf das Coronavirus getesteten Personen. 311 Kontaktpersonen befanden sich in Quarantäne. Die Zahl der Todesfälle lag bei 30 Verstorbenen seit Beginn der Pandemie (Stichtag 9. Dezember). Die kantonalen Vorschriften sollen nicht verlängert werden, somit sollen bis zu 50 Personen an religiösen Feiern zu Weihnachten teilnehmen können.